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Betontod: Viva Punk - Mit Vollgas durch die Hölle

Stimmungsvolles Live-Album mit kleinen Schwächen
Wertung: 7,5/10
Genre: Rock
Spielzeit: 84:57
Release: 11.10.2013
Label: earMusic

Wenn es verlässliche Größen bezüglich Plattenveröffentlichungen gibt, zählen Betontod mit Sicherheit dazu. Kaum ein Jahr ihrer über 20-jährigen Karriere blieb bisher ohne Output und auch dieses Jahr bescheren die Rheinberger eine neue Scheibe. „Viva Punk – Mit Vollgas durch die Hölle“ heißt das neue Werk und ist mittlerweile das dritte Live-Album der Band. Aufgenommen wurde das Konzert in der Großen Freiheit 36 in Hamburg und erschienen ist das Werk als DVD und im Audio-Format, bewertet wird hier ausschließlich Letzteres.

Warum diese Anmerkung so zwingend notwendig erscheint, stellt sich schon nach den ersten Minuten heraus: Die Schnitte sind teilweise sehr eigenwillig gesetzt. Dieses Problem stellt sich schon bei Beginn der CD heraus. Das Intro ertönt, die Massen feiern ausgiebig mit, die Live-Stimmung reißt mit und dann der Bruch mit einer Track-Pause, um in den ersten Song einzusteigen. Hier hätte man sicher auf eine Unterteilung verzichten können, um ein fließendes Ergebnis erzielen zu können. Infolge setzt sich diese Problematik fort, allerdings bezogen auf die Ansagen. Die Einstimmungen auf folgende Lieder werden fast immer auf zwei Titel verteilt, womit jeweils eine Pause entsteht, die zwar nichts an der Qualität des Mitschnitts ändert, aber eben durchaus störend wirkt.

Von dieser Schwachstelle abgesehen, entpuppt sich der Silberling allerdings als ein mitreißendes Stück des modernen Punk-Rock. Hat mein beim ersten Song „Virus“ durchaus noch das Gefühl, dass hier die Band, insbesondere Frontmann Meister, noch nicht ausreichend aufgewärmt sind, kann man sich beim zweiten Stück „Nichts“ an einem erstklassigen Liveerlebnis erfreuen.  Straighte Gitarrenriffs heizen ein, wo ein Einheizen schon unnötig erscheint. Die Stimmung scheint bombastisch und wird durch den Klassiker „Schwarzes Blut“ nochmals gepuscht. „In Sekunden“ punktet mit seinem Metal-Einschlag und die raue, fast schon räudig klingende Stimme des Frontmanns tut ihr übriges, um auch diesen Titel erstrahlen zu lassen.

Die Rheinberger legen ihre Prämisse vordergründig auf die Songs der letzten beiden Alben und ebenso auch auf Party-Kracher. So dürfen „HömmaSommaWommaNomma“ und „Glück auf“ natürlich nicht fehlen. Diese durchweg mitsingbaren Titel tragen nicht unerheblich zur Stimmungshebung im Publikum bei. Betontod lassen dabei den Fans immer ausreichend Platz zum mitgrölen und selbst das sonst nicht immer einfache Wechselspiel zwischen Frauen-und  Männerchor, funktioniert hier fast makellos. Zwischen all diesen Gute-Laune-Songs wirkt zwar „Kinder des Zorns“ etwas verloren, funktioniert aber ebenfalls prächtig. Zumal es live tatsächlich noch etwas mehr Wucht erhält, als vom Studioalbum.

Mit „Feuer frei“ geben Betontod nochmals Vollgas, besonders Schlagzeuger Maik lebt diese Aussage in vollen Zügen aus und besticht mit einer exzellenten Vorstellung. „Wind“ setzt den Endpunkt unter das reguläre Konzert. So stürmisch dies gerade zu Ende ging, so ruhig geht es in Zugabe. „Im Himmel“, gibt es als Piano-Version zu hören. Insgesamt setzen Betontod in der Draufgabe mehr auf unplugged-Stücke. Man mag dies durchaus als sehr löblich empfinden, zumal bei einem Song wie „Dagegenstehen“ sich das Statement viel klarer entfaltet. Problem des Ganzen ist allerdings, selbst wenn man mit dieser Band sympathisiert, kann man dies gesangstechnisch nicht unbedingt weiterempfehlen. An dieser Stelle behält der Volksmund mit „Schuster bleib bei deinen Leisten“ seine Richtigkeit und „Viva Punk“ zeigt eindeutig, wo die Stärken liegen.

Leider trägt dies doch noch zu einem Minuspunkt bei. Bei dem Set an sich, dürften fast alle Fans auf ihre Kosten kommen. So wundert es nicht, dass von erster bis zur letzten Sekunde Hochstimmung auf und vor der Bühne herrschen. Fazit: Starke Vorstellung der Band und grandiose Vorstellung des Hamburger Publikums, welches über die kleinen Schwächen gen Ende des Konzerts gut hinüber hilft.

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