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Betontod: Revolution

Zwischen Punk, Stadion-Rock und metallischen Glanz
Wertung: 8,5/10
Genre: Punk/Rock
Spielzeit: 40:04
Release: 13.01.2017
Label: Arising Empire

In puncto Albenveröffentlichungen zählen Betontod mit Sicherheit zu einer der beständigsten Bands der Punk-Szene. So schiebt man auch pünktlich zwei Jahre nach Erscheinen von „Traum von Freiheit“ die nächste Scheibe nach, die mit „Revolution“ schon mal einen kämpferischen Namen erhält.

Dass man vom neuen Werk keine musikalische Revolution erwartet, ist angesichts der Beständigkeit und des mittlerweile recht hohen Standards der Rheinberger eigentlich klar. Thematisch bleibt alles beim Alten oder zumindest so, wie es schon auf den letzten beiden Platten hörbar war. Freundschaft und diverse Blicke zurück sind Hauptschwerpunkte, wobei man auf „Revolution“, wie schon beim Vorgänger, wieder einige gesellschaftskritische Titel einfließen lässt. Dies beginnt schon beim titelgebenden Song, mit dem gleich zu Beginn der erste Kracher gen Gehörgänge drischt. Und tatsächlich gibt es hier so etwas wie ein kleines Revolutiönchen zu erlauschen, man möchte immerhin meinen, dass Betontod hier die prägnanteste und komplexeste Gitarrenarbeit ihres Schaffens abliefern, die einigen der Titel gar zu metallischen Glanz verhilft. Gerade was das abschließende „Mann über Bord“ betrifft, ist man nahezu am jubilieren, immerhin verschafft die Saitenfraktion dem Song die nötige Bedrohlichkeit, zudem wartet man mit einem Inferno gleichen Instrumentalfinale auf, was man so bei den Rheinbergern bisher ebenfalls nicht kannte.

Eine Verbesserung gibt es ebenso beim Gesang zu vermelden. Nicht dass man jetzt glauben mag, dass Meister von nun ab jede Pop-Arie lupenrein und sanft dahin hauchen könnte, sein Organ bleibt auch weiterhin kratzig, markant und rau, aber die sonst übliche Eingewöhnungszeit für seine Vocalleistung fällt diesmal flach, was immerhin den Einstieg in die Scheibe deutlich erleichtert. Einzig beim Akustik-Song „Verdammt scher“ geht die Stimme nochmal durch Mark und Bein, hier allerdings absolut passend, denn es intensiviert die Whiskygeschwängerte Ode an Verstorbene deutlich. Etwas schräg fällt im ersten Moment ebenfalls „Bambule & Randale“ aus. Dort wächst zusammen, was im ersten Moment stimmlich sogar nicht zusammenpassen will. Gastsänger von Massendefekt, Schmutzki, Dritte Wahl und Swiss & die Anderen verwandeln den wohl schrillsten Titel des Albums in ein absolutes Highlight, welches sofort zum nächsten Pogo mit Nasenblutengarantie aufruft.

Für Freunde der Südkurvenhymnen mit Mitgrölfaktor gibt es ebenso ein paar Stücke zu vermelden. Bei „Freiheit oder Tod“ schwingt zwar etwas Pathos mit, wogegen „Ich nehme dich mit“ nicht nur einen Blick zurückwirft, sondern eine Iggy Pop -Attitüde um die Ecke blitzen lässt und damit direkt zum Glas und Stimme erheben einlädt.

Es könnte also Alles so schön sein, wenn da nicht doch kleinere Kritikpunkte zu erwähnen wären. Zum einen wünscht man sich bei den behandelten Themen zukünftig etwas mehr Kreativität, zum anderen sind es diese ständigen „oh, oh, oh“-Gesänge, die auf die Dauer des Albums zu viel erscheinen und wie im Falle „Welt in Flammen“ gar unpassend sind. Wirkt doch der nonverbale Chor hier zu anfeuernd, um der Thematik gerecht zu werden. Ansonsten handelt es sich um einen absolut gelungenen Song, dem es nicht an notwendiger Intensität und Aggressivität mangelt. Trotzdem liefern Betontod mit „Revolution“ ein gutes und abwechslungsreiches Album ab, mit welchem die Rheinberger weiter ihren eingeschlagenen Weg gehen und gar neue Qualitäten zeigen.

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