Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Bestianera: Gioco Da Ragazzi

Empfehlenswert
Wertung: 6/10
Genre: Alternativ Goth Rock
Spielzeit: 19:57
Release: 22.05.2006
Label: My Kingdom Music

Wisst Ihr, was das Komplizierteste an fremdsprachiger Musik ist? Man kann sie schlecht interpretieren. Wenn My Chemical Romance anfangen zu singen, versteht jeder, ob Gerard rumheult oder gute Laune hat. Einerseits, weil man den Text mit Grundenglischkenntnissen versteht, zum anderen, weil man weiß, wie traurige Engländer klingen.

Schwieriger wird es im vorliegenden Fall: Bestianera haben ihre dritte CD veröffentlicht. Und wie der Name es ahnen lässt, auf Italienisch.

Die Band existiert seit 2003, die Gründer waren Stefano Dell’Omarino, Luca Cesari und Luca Alvisi, die bereits einige Zeit als Musiker gearbeitet hatten und so auf ein ausgeprägtes Hintergrundwissen sowie die nötige Routine zurückgreifen können.

Wandelten sich die Vorgänger vom sehr atmosphärisch “Moire In Silenzio” zum energiegeladenen “L’Esperimento”, brach nach 2005 mit dem Einstieg von Giacomo Meozzi an den Drums und den Synthies einen frischen Wind in die Band. Herausgekommen ist ein kontrastreiches Werk zwischen typischen Elektrosynthies, teilweise an Ska erinnernden Gesang und eingängigen Gitarren.

“Gioco Da Ragazzi”, das etwa so viel bedeutet wie Spiel von Freunden, lebt hauptsächlich vom leicht abgehobenen Gesang Stefanos, der zu vorsichtigen E-Gitarren und sehr dominanten Keyboardtönen bestimmt erklärt, warum das Layout der CD in violetten Herzen gehalten ist, die ein kleines Mädchen mit einem Hammer zerschlagen möchte. Leider ist der Grund für mich nicht ersichtlich, und ich finde die Tatsache, dass man das Lied problemlos in der Pop/Wave-Stunde in Diskos spielen kann, viel besser als die ästhetischen Ansprüche des Albums.

Es geht auf “Creatura” elektronisch weiter, Stefano erinnert in seiner Tonlage jetzt ein bisschen an italienische Schnulzlieder, dafür sind Gitarren und der Chor im Refrain stark und wenn man jetzt noch ein bisschen Italienisch kann, entwickelt sich das Ganze zum Ohrwurm. Ansonsten endet es wie im Sommer vor ein paar Jahren, als jeder Tiziano Fero singen wollte, aber niemand es so wirklich konnte.

Eine richtige Gradwanderung zwischen Pop und Elektro erreicht die Formation beim besten Lied des Albums “Bestianera”. Zwischen tanzbare Synthies mischen sich die vier Stimmen der Bandmitglieder und kreieren eine völlige Neuinterpretation von alternativem Rock. Klingt ungefähr, als hätte man Feindflug auf Wir sind Helden geschmissen und übersetzt.

“Adrenalina” hingegen fällt wieder zurück in die Glamrock-Sektion, denn daran erinnern die Keyboard- und Gitarrenmixe sehr. Es scheint jedenfalls ein Liebeslied zu sein, passend dazu mutiert Steffano zum Enrico Iglesias und das kann nicht mal Alvisi mit seiner Gitarre tarnen.

Warum man in “Sono Come” das Starten eines Autos hört, bleibt mir wohl für immer verschlossen, schon alleine, weil mein Wörterbuch “come” nur als “wie” übersetzen konnte - “wie ich bin”?

Na wie auch immer, dafür macht das Lied definitiv gute Laune, weil zu einem flotten Rhythmus und Gitarre eine eingängige, nicht interessant klingende Gesangsmelodie geschrieben wurde. Ob es Absicht war oder nicht, für mich hört sich das ganze Lied nach einem Stück von Eric Fish an, was das Augenmerk also wieder zurück auf die Musik lenkt, die sich immer weiter steigert und auch das etwas quitschige Keyboard von Alvisi integrieren kann.

Dass das Auto dann offensichtlich einen Unfall verursacht, kann meiner Meinung nur daran liegen, dass man unwillkürlich zum Lied tanzen möchte.

Fazit: Zusammenfassend kann ich im Gegensatz zu einigen anderen Redaktionen “Gioco Da Ragazzi” nur weiterempfehlen; auch wer kein Italienisch kann, sollte sich das Quartett einmal zu Ohren führen. Bei Musikkrise oder dem Wunsch nach abgedrehtem Pop sind Bestianera definitiv die richtigen Ansprechpartner!

comments powered by Disqus

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging