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BerserkerfoX: History.Altar.Ashes

Zwar noch nicht der perfekte Schuss, aber nah dran
Wertung: 7.5/10
Genre: Death Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 37:26
Release: 14.09.2010
Label: Ovis Records

In Australien eine Metalband einigermaßen bekannt zu machen dürfte ungefähr so anstrengend sein, wie ein Marathon durch das öde Land. In kaum einer anderen Ecke der Welt gibt es für Metalheads so wenige Möglichkeiten, sich auszutauschen, seien es CD-Shops oder Konzertvenues – tote Hose quasi. Dabei haben wir dem Koala-Land so viele gute Bands zu verdanken: AC/DC haben den Grundstein gelegt, es folgten Myaden Bands aller Stile, eine der bekanntesten dürfte inzwischen Virgin Black sein. Das sollte sich allerdings bald ändern, denn die aus Melbourne stammenden BerserkerfoX haben sich mit ihrem Debütalbum „History.Altar.Ashes“ aus dem trostlosen Outback herausgebuddelt, um auch außerhalb ihrer Heimat die Melodic-Death-Szene ein bisschen aufzumischen.

Seit knapp fünf Jahren macht die Multikulti-Truppe um Sänger Daniel „Muzzi“ Mozumder, Drummer Rory O’Donnell, den beiden Gitarristen Anannd Thambirajah und Ashish Kumar und dem 2010 neu dazugestoßenen Bassisten Massimo „Max“ Bonazzelli die australische Metalszene unsicher; dabei konnten schon diverse Achtungserfolge verbucht werden und zumindest die beiden EPs „King Kong On Crack“ und „Puppets To The Powers“ schlugen ganz ordentlich ein. Mit „History.Altar.Ashes“, das in ihrer Heimat auch schon einigermaßen hoch gehandelt wird, wollen die fünf auch Europa und dem Rest der Welt zeigen, dass die Kombination Death/Thrash nicht nur aus Amerika oder den skandinavischen Teilen der Welt kommen muss, um richtig zu zünden.

Recht unpoliert kommt das Erstlingswerk daher, um eine spiegelglatte Produktion haben sich O’Donnell und Kumar, die hier die Knöpfe drehen durften, sicher nicht bemüht. Das hätte aber auch gar nicht zum Sound der Band gepasst, der erinnert nämlich schwer an ihre Heimat – irgendwie rau, steinig, aber alles andere als uninteressant. Lange kam keine erfolgreiche, innovative Death-Combo mehr aus Australien, aber BerserkerfoX könnten sich tatsächlich einen Namen machen – zwar warten sie nicht mit wahnwitzigen Gitarrenlicks, unmenschlichen Growls oder der Kombination von Todesmetall mit einem vorher undenkbaren Musikstil auf, dennoch: Sie machen ihre Sache gut, ziehen ihr Ding durch und können auf ihrer ersten Full Length durchgehend überzeugen.

Dabei läuft „Self Professed King“ mit seiner ruhigen Gitarrenspur fast unspektakulär an, bevor die Drums sich einschalten und Muzzi mit fiesem Gekeife loslegt. Laut muss man die Scheibe hören, richtig laut, sonst kommt der Sound nicht zur Geltung – dreht man den Regler aber voll nach rechts, findet man sich plötzlich in einer thrashig angehauchten Deathattacke wieder. Auch die Melodie kommt hier nicht zu kurz, die Gitarren im Refrain fräsen sich nämlich in den Gehörgang und auch das etwas erdigere Solo, das hinterher geschoben wird, weiß zu überzeugen.

„Flag Of Blood“ darf dann ein bisschen in der Old School-Kiste wühlen und versprüht einen beträchtlichen Hauch Thrash – der gesprochene Text, der zeitweise auf das Gitarrenspiel gelegt wird und die sirrenden Soli geben dem Ganzen eine nahezu apokalyptische Atmosphäre. Wenn BerserkerfoX in dem Tempo weitermachen, verspricht das eine sehr gute Scheibe zu werden. „Veritas“ entpuppt sich dann auch tatsächlich als einer der dynamischsten Songs der Platte, den Muzzi mit wunderbarem Geschrei einleitet – hier werden die Vocals ein bisschen in den Vordergrund geschoben, was dem Track gut zu Gesicht steht und zu wildem Headbangen einlädt. Wo vorhin noch ein bisschen der Zunder gefehlt hat, stimmt jetzt alles und BerserkerfoX legen die Boxen in Schutt und Asche - großartig!

„Before The Door Of Irresolution“ könnte fast von skandinavischen Düsterkollegen stammen, breitet sich hier doch ein hasserfülltes Stück Musik aus, bei dem lediglich die etwas holprigen Drums gegen Ende ein wenig stören – aber vielleicht ist das auch einfach die berühmte Thrash-Komponente? „No Prodigy“ bildet einen veritablen Rausschmeißer, bei dem vor allem die Gitarrenmelodie wieder punkten kann – was Anannd Thambirajah und Ashish Kumar hier abziehen, macht Spaß, klingt gut und animiert zu sämtlichen körperlichen Betätigungen, die auf Konzerten gang und gäbe sind. Es ist ein schöner Abschluss für ein Album, das zwar noch nicht perfekt das Können der Australier zeigt, aber schon genügend Ansätze bietet, die dazu ermutigen, sich die Band mal näher anzuhören – auch, wenn das Prädikat „melodic“ hier nicht übermäßig präsent ist, holzen die Jungs nicht monoton vor sich hin, sondern lassen ihren eigenen Ideen freien Lauf; so wie es sich für eine gute Metalband gehört. Man darf gespannt sein, wann die Band endlich auch deutsche Bühnen beackert. 

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