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Berliner Bombenchor: Greetings From Hell

Zu wenig eigene Ideen für eine technisch gute Band
Wertung: 6.5/10
Genre: Gothic-Blues-Metal
Spielzeit: 41:08
Release: 08.10.2010
Label: Danse Macabre Records

Berliner Bombenchor: Allein der Name der Band lädt zum Nachdenken und Innehalten ein. "Bomben über Berlin" ist einer der Gedanken, der hochkommt, wenn man den Namen liest, "Heimatmusik" ein anderer - ein Titel, der mutig ist. Wer also ist die Band, die diesen Aufmerksamkeit heischenden Namen wählte? In Berlin, wie der Name schon sagt, wurde sie gegründet und es befinden sich folgende Bandmitglieder im Chor: Alex Anderplatz an der Gitarre, Tom Ständer am Schlagzeug und Big Ben am Bass. Zu einem guten Chor gehört auch immer Gesang. In der Berliner Fraktion wird dies von Fräulein D. und Ilja Muromez übernommen.

Als Einflüsse nennt die Band Danzig und anfangs wollten sie diese auch nur covern, fanden dann während Proben und Aufnahmen auch eigene Ideen, vertonten diese und herauskam „Greetings From Hell“. Ihre erste Veröffentlichung bei Danse Macabre Records umfasst auch direkt zwölf eigene Tracks. Klingt also Berliner Bombenchor genau wie deren Idole Danzig oder sind sie trotzdem eigenständig und ihre Ideen kreativ?
„Greetings From Hell“ beginnt mit „Black Snake“, einem Song mit mittlerem Tempo. Die Gitarren stechen beinahe den tiefen, dunklen Gesang aus, welcher im hinteren Teil des Songs noch durch weibliche Backing Vocals unterstützt wird. Der Text des Songs macht schon an dieser frühen Stelle des Albums eine der Schwachstellen deutlich: Das Englisch entspricht oft nicht der gängigen Grammatik, Worte werden genutzt, weil diese gerade in die Melodie zu passen scheinen: Reim dich oder ich fress’ dich. Diese Schwachstelle wird leider auch bei den deutschen Stücken deutlich. Aufgrund der scheinbaren Passung in die Melodie werden grammatische Freiheiten gewählt, wie z.B.: „Wir sind jetzt hier! Wir spielen für dir!“.

Eine weitere Schwachstelle des Erstlings ist, dass die Songs kaum eigene, neue Ideen einbringen. An zu vielen Stellen des Albums werden Erinnerungen an etablierte Bands wach. Der Beginn des dritten Stücks „Danzig On My Back“, welches mit leisen Tönen auf dem Piano eröffnet wird, könnte auch der Beginn eines Stücks der Band Lacrimosa sein. „Bombenchor“ hingegen klingt nach Rammstein. Hier macht Ilja Muromez dermaßen auf Till Lindemann, dass es schon peinlich ist. Sowohl die Stimmtiefe, als auch das rollende „r“ wird übernommen. Andere Stücke wie „The One With The Nails“ ist eine Mischung aus The 69 Eyes und Nightwish. Und genau diese verschiedenen Ansätze machen es schwer, das Album als eigenes Werk anzusehen.

Es ist aber nicht alles schlecht. Die Instrumente sind sauber eingespielt und die Stimme von Ilja Muromez, die tief und markant ist, setzt ein Zeichen und lässt den Hörer aufhorchen und das Album, auch in seiner Zerrissenheit, gerne hören. Es wäre einfach wünschenswert, dass Berliner Bombenchor eine eigene Linie findet. Dann nämlich kann das Genie der Band tatsächlich erkannt werden und Fans können ihr vielleicht wirklich nicht mehr widerstehen. Genau dies sagen sie von sich im Song „Bombenchor“. Das klingt ziemlich überheblich und arrogant, vor allem für eine Band, die neu ist und noch zu wenig eigene Ideen entwickelt hat.

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