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Benedictum: Dominion

Der Erfolg wird so weiter auf sich warten lassen
Wertung: 6.5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 63:24
Release: 18.02.2011
Label: Frontiers Records

Holla, Benedictum sind wieder da. Waren sie denn weg? Wie man es nimmt, denn erst drei Jahre nach dem Release ihres zweiten Longplayers kommen sie nun mit einem neuen Studioalbum daher. Dass da neues Material auf die Fans zukommt, rumorte schon länger im Szenedickicht, doch zunächst musste sich die Band auf Labelsuche begeben und unterzeichnete schließlich bei den Italienern von Frontiers Records.

Man kann zu so mancher Combo aus dem Stiefel-Ländle stehen, wie man will, doch die MacherInnen dieses Labels wissen schon, was sie machen und kontern mit dem Kontrakt mit Benedictum sowie der Veröffenlichung des dritten Studioalbums unter dem Titel „Dominion“.

Eine weitere Änderung ist beim Knöpfchen drehenden Produzenten zu vermelden: Ryan Greene (u.a. Megadeth, nofx) übernahm den Chefsessel bei den Aufnahmen und konnte ein weiteres Mal soundtechnische Höchstleistungen aus den Power-Metallern herauskitzeln. Doch ein guter Sound zeugt noch nicht von guten Songs.

Bitte nicht wörtlich verstehen – auch wenn so mancher Metaller gerne der Fronterin Veronica auf den Leib rücken würde – mit Kitzeln war hier z.B. die erneute starke Gesangsleistung gemeint, denn immer wieder schafft es Frau Freeman, entweder kraftvolle oder aber auch süßliche zarte Vocals ihrem voluminösen Brustkorb zu entlocken. Die besten Tracks packten Benedictum auch gleich an den Beginn der CD. „Dominion“ strotzt nur so vor kraftvollem Gesang, wobei Veronica mit ungewöhnlichen Intonationen auftrumpft. Aber auch die Instrumentalfraktion legt hier einen richtig formidablen Auftakt hin, der mehr als aufhorchen lässt.

Auch der Folgesong „At The Gates“ lässt überraschend hinhören, denn hier treiben die Gitarren powermetallisch voran und werden durch Veronicas Stimme zu Höchstleistungen getrimmt. Dass Benedictum aber auch die softere Variante in petto haben, machen sie sofort mit „Seer“ klar, und gerade bei den von sanften Keyboardpassagen untermalten Refrains macht die Sängerin von der umfangreichen Stimmgewalt Gebrauch. Von sanften lang gezogenen Worten bis hin zu fast growlartigen Grunzern wuchtet sie weitere Trümpfe auf den CD-Rundling.

Doch Veronica kann nicht alles retten – „Grind It“ steht zwar auch für überraschend tiefböse Growls, die schon fast Death-Metal-like dröhnen, doch musikalisch rifft sich Gitarrist Pete Wells langatmig durch den Song und auch die Herren Chris, Tony und Mikey können keine weiteren Akzente setzen.

Hier wird schon der Schwachpunkt der CD deutlich: Benedictum haben sehr früh sehr starke Geschosse verballert, können dann aber konditionell nicht mehr mithalten und bauen immer mehr ab. Dabei kommen auch solche belanglosen Powerballaden wie „Dark Heart“ heraus – tausendmal gehörte Riffs, langweiliger Songaufbau, allerdings auch hier mit starker Stimme – den Song retten kann sie allerdings nicht und muss mit ansehen, wie die Punktezahl weiter in den Keller geht.

Doch der Tiefpunkt steht erst noch bevor und wurde auf den Namen „Sanctuary“ getauft – eine langweilige Ballade für das amerikanische Radio – und der geneigte Hörer fängt an, darüber nachzudenken, ob überhaupt Balladen erlaubt sein sollten - so nicht, liebe Benedictum, schwachbrüstig bleibt schwachbrüstig. Dass die Band es allerdings auch noch anders kann, beweisen sie noch kurz vorher durch den mit Keys eingeleiteten Song „Epsiolon“ – leicht vertrackt baut der Song immer mehr Power auf und ein weiteres Mal hebt Veronica diesen sich im Power Metal ergießenden Antreiber auf höhere Treppenstufen.

Fazit: Drei Jahre haben Benedictum gebraucht, um ein neues Album zu komponieren – leider scheint die Labelsuche und auch die Einarbeitung neuen Personals viel Kreativität vernichtet zu haben. Neben einigen sehr guten Stücken wie dem Titelsong kommen sie mit balladesken Tracks wie „Dark Heart“ einfach nicht aus dem Quark. Da hätte mehr kommen müssen, denn so bleibt gegen Ende nur ein fader Beigeschmack und die CD wird schnell wieder gegen die Vorgängerscheiben ausgetauscht. Schade – die Vorfreude war so groß und wurde dann doch ausgebremst – mit „Dominion“ können Benedictum anno 2011 nicht vom Hocker hauen und so dürfte auch weiterhin der Erfolg auf sich warten lassen.

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