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Beneath The Massacre: Fearmonger

Wahnwitziges Tempo, das nicht immer nötig ist
Wertung: 6/10
Genre: Technical Death Metal, Brutal Death Metal
Spielzeit: 30:00
Release: 28.02.2020
Label: Century Media

Technical Death Metal generell und Beneath The Massacre im Besonderen sind zwar für das jeweilige hohe technische Niveau bekannt, blöderweise aber nicht unbedingt dafür, insgesamt wahnsinnig viele Einflüsse anderer Genres zuzulassen. Entsprechend fad kam die letzte BTM-Scheibe „Incongrous“ daher, konnte nicht mehr als fünf Punkte einheimsen und verbannte die Kanadier erst mal in die hinterste Schrankschublade. Acht Jahre lang hat die Truppe jetzt tatsächlich nichts mehr von sich hören lassen, nun steht bereits seit Ende Februar die neue Platte mit dem prophetischen Titel „Fearmonger“ (zu Deutsch „Panikmacher“…) in den Regalen und man mag es für Einbildung halten, aber: Die Truppe scheint ein bisschen mehr Wut im Bauch zu haben als noch 2012.

Exakt 30 Minuten prügelt die Truppe aus Québéc auf die Hirnsubstanz ein, für Abwechslung ist wie üblich nur wenig gesorgt, dafür zeigt sich die Band technisch über alle Zweifel erhaben. Unfassbar allein, wie Fronter Elliot seine Stimmbänder malträtiert, ganz zu schweigen von den völlig irren Gitarrenfahrten, die seine Kollegen quasi „nebenbei“ fabrizieren. Dennoch: Was bei anderen Bands „wie aus einem Guss“ heißt und als Kompliment gemeint ist, wird bei den Kanadiern schnell anstrengend, wenn nämlich alle Songs nahtlos ineinander übergehen. Nirgends auch nur eine Sekunde zum Verschnaufen, eine halbe Stunde lang wird durchgeboxt ohne Atem zu schöpfen. Da muss man die Songs dann schon einzeln anwählen, um überhaupt ein Urteil fällen zu können.

Da wäre natürlich an vorderster Front Opener und Namensgeber „Rise Of The Fearmonger“, der eigentlich als letzter Song aufgenommen wurde und laut der Band die Herangehensweisen einiger Regierungen kritisiert, die ihr Volk durch gezielte Panikmache zu lenken versuchen. Kommt uns bekannt vor, ist aber allein durch die Thematik schon ein aussagekräftiger Song, der sich ein bisschen zu sehr auf Gitarrenschwurbelei verlässt und dadurch auch mal an Energie verliert.

Schon „Hidden In Plain Sight“ gibt sich da mit seinen Midtempo-Parts beinah gemächlich und kann durch den Kontrast um einiges besser punkten. „Treacherous“ kann man dann als ersten Track so richtig genießen, auch wenn das Tempo zu Beginn wieder geradezu absurd hoch ist; im Verlauf stemmen sich die Kanadier mal gekonnt aufs Bremspedal, bauen sogar Breakdowns ein und sorgen so für ein wenig Auflockerung. Auch „Bottom Feeders“ zeigt einige gekonnte Tempospielereien und ein absolut grandioses, weil sehr einfaches Leadriff, das man fast schon als tanzbar bezeichnen könnte.

Nach dreieinhalb Durchläufen greift man dann entweder zum Schnaps oder zur Familienpackung Kopfschmerztabletten; zumindest bleiben Beneath The Massacre ihrem Stil in den sterilen Weiten von Technical und Brutal Death Metal treu. Keine Frage: Immer wieder faszinierend, zu welchen Geschwindigkeiten sich Musiker aufschwingen können; anstrengend ist die Musik der Kanadier aber weiterhin, auch wenn bei „Fearmonger“ etwas mehr zu holen ist als noch beim Vorgänger.

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