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Beneath The Grey: Six Daggers In The Heart Of The Tyrant

Noch ausbaufähig, aber mit Potenzial
Wertung: 6.5/10
Genre: Melodic Death Metal, Alternative Metal
Spielzeit: 23:49
Release: 01.01.2011
Label: Eigenproduktion

Man kennt das ja: Da landet man eher zufällig auf einem Konzert, schaut sich die erste Band an, die noch vor erbarmungswürdig wenig Publikum spielen muss, und selbige kommt dann mit dem Satz daher „Wir haben übrigens auch eine CD, die gibt es da hinten am Merchstand“… Was tut also die gemeine Metallerin? Kramt das letzte Kleingeld aus den Hosentaschen zusammen und besorgt sich das gute Stück. Schließlich muss man die Szene unterstützen.

So mir nichts, dir nichts landete dann auch das diesjährige Demo der Speyrer Beneath The Grey auf dem Schreibtisch. Beim Rock Im Wingert 2011 konnten die Herren zwar nicht hundertprozentig überzeugen, machten aber doch irgendwie neugierig auf mehr – also her mit „Six Daggers In The Heart Of The Tyrant“ und rein damit ins CD-Fach. Dass die Combo sich nicht so recht festlegen mag, wurde schon live klar: Neben ruhigeren Songs kamen auch echte Black- und Death-Metal-Kracher auf die Bühne, insgesamt pendelte man sich irgendwie zwischen (Melodic) Death Metal und Alternative Metal ein; so richtig kategorisieren konnte man die Show allerdings nicht.

Auch die sechs Songs auf „Six Daggers In The Heart Of The Tyrant“ lassen sich eher schwerlich in eine Schublade stecken, aber genau das macht dann auch den Reiz der Platte aus. Wie auch live kommt die Truppe zwar etwas steif daher, das dürfte aber weniger an fehlender Musikalität, sondern einfach daran liegen, dass die Band noch recht jung ist – im Laufe der nächsten Veröffentlichungen dürfte diese Unsicherheit zumindest größtenteils vergangen sein.

Soundtechnisch kann man natürlich nicht von Brillianz sprechen, aber bei einer Eigenproduktion erwartet das ja auch kein Mensch. Etwas schade ist allerdings, dass der Gesang meistens eine Spur zu leise abgemischt ist – bestes Beispiel hierfür ist das eher klassisch metallisch gehaltene „H82H8“ mit seinem eigentlich ziemlich kraftvollen und vor allem einprägsamen Refrain, dem eine etwas bessere Produktion aber gut getan hätte. Mit technischem Geschick spielt sich die Saitenfraktion durch die Platte, immer wieder blitzen in scheinbar gewöhnlichen Riffs kleine Frickeleien auf, die einen geradezu nötigen, noch mal zurückzuspulen, nur um zu schauen, ob man sich nicht verhört hat.

„Swords“ macht als Opener eine ganz akzeptable Figur, Norman keift und growlt sich in bester Thrash-Manier und mit ordentlich Druck durch die Strophen, nur bei den klaren Gesängen klingt der Gute etwas schwach auf der Brust, aber das Problem konnte man auch live schon begutachten. Nicht, dass er keine gute Stimme hätte – nur im Gegensatz zu den Growls und Shouts gehen die Clean Vocals ein wenig unter.

Apropos Growls, allein das Intro vom folgenden „Once“ lässt einen schon vor Begeisterung im Quadrat springen. Schwarzmetallisch geht der Track auf die Hörerschaft los und klingt gleich irgendwie viel druckvoller als der Rest des Demos. „Hypocrisy“ schlägt dann eher in die Kerbe der alten Schule, inklusive einem leicht knautschig klingenden Gitarrensolo, dem ein wenig der Biss fehlt – insgesamt wird hier eher auf Heavy-Metal-Struktur gesetzt, dabei passen todesmetallische Klänge eher zum Sound der Band.

Fazit: Ingesamt steckt in „Six Daggers…“ schon eine Menge Potenzial, das aber noch nicht optimal genutzt wurde. Kracher wie „H82H8“ lassen aber zumindest schon erahnen, in welche Richtung der Sound der Truppe noch wachsen könnte. Diejenigen, die die Jungs schon live gesehen haben und einige von den neueren Stücken hören durften, können sich jetzt schon mal auf die nächste Veröffentlichung freuen.

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