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Bellgrave: Evil Mood

Wer Hass, Kraft und unmelodischen Gesang nicht mag, sollte besser Benjamin Blümchen hören
Wertung: 7.5/10
Genre: Death`N`Roll
Spielzeit: 39:46
Release: 28.11.2008
Label: Twilight Records

Bellgrave melden sich mit „Evil Mood“ zurück. Und man darf gespannt sein. Waren doch früher die Parallelen ihres Death`n`Rolls zu Motörhead recht groß, so hat man im Vorfeld einen riesigen Brocken angekündigt. 

Das Intro „Harmony Of Life And Death” ist auf jeden Fall recht sanftmütig und melodiös ausgefallen. Man spürt fast so etwas wie Filmmusikcharakter. Also, wenn das so weiter geht, dann stoßen die fünf Berliner aber vielen Fans vor den Kopf. Dem ist aber glücklicherweise nicht so, denn „Last Gunmen“ donnert im Midtempo durch die Lautsprechermembranen. Nicht schlecht und der Albumtitel wird zum Programm. Kräftig und mit treibendem Charakter geht man wie eine Dampfwalze nach vorne.

„Evil Mood“ wird recht hasserfüllt eröffnet, um dann wie ein langsamer, übrig gebliebener Motörhead-Song zu klingen. Hat was, dieser „Killed By Death“-Charme. Etwas mehr Bass im Vordergrund und Dannys Stimme noch etwas heiserer. Komisch, dass gerade dieser Song das erste Highlight ist. Das Haupthaar wird auf jeden Fall kräftig durchgeschüttelt.

„All The Little Intrigues“ ist dann der erste zügigere Song. So ein kleines bisschen Böhse Onkelz-Feeling kommt da in einem doch recht metallischen Gewand daher, was natürlich auch an den rauchig heiseren Vocals liegt. Etwas ungestüm wirkt es auch manchmal, aber genau das macht viel von dem Reiz der Band aus. Da wird nichts glatt poliert oder kommerziell angepasst. Die Band zieht ihr Ding durch, ohne Rücksicht auf Verluste.

„Nothing In Between“ beginnt mit geschrienen Vocals, bevor sogar eine sehr ruhige Phase mit Sprechgesang zu überraschen weiß. Klingt ziemlich düster und verzweifelt und das Allerwichtigste: Weiß zu überzeugen. 
„Black Soul“ beginnt so düster wie der Titel auch heißt. Sehr stark und cool, wie man den Bandnamen eingebunden hat, das sollte live zur Hymne werden und nicht mehr in der Setlist fehlen. 

„Ode To Forgotten Days“ geht mit deutlich verstärktem Mitgrölfaktor im Refrain zu Werke. Zügig treiben die Gitarren von Alex und Ulf den Hörer vor sich her. Coole Nummer, die gerade auch live richtig zünden dürfte. Kick Ass Rock`n`Roll der räudigen Sorte. Das inzwischen angelegte Tempo wird dann auch konsequent bei „Enemy“ weitergeführt. Im zügigen Midtempo läuft man langsam zu Hochform auf. Der starke Mitgrölrefrain sowie der erwartete Hassfaktor werden jäh unterbrochen, wenn Trompeten ertönen und somit ein gewisser Mexiko-Charme implementiert wird. Wow, was für eine Idee, toll umgesetzt und den Song damit zum Highlight aufpoliert.

„Dead Mans Song“ ist dann eher wieder der Bulldozer-Song. Er poliert ohne Wenn und Aber alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt und das im moderaten Midtempo. Dann ein Break und ein Klavier erklingt und wird von fast schon geflüstertem Gesang recht melodisch begleitet. Nicht ganz so treffsicher wie bei „Enemy“, aber durchaus eine kreative Bereicherung.

„Echoes“ beginnt mit Ricos Bassgitarre und einer gesprochenen Einleitung, bevor wieder kräftig losgerockt wird. Nicht schlecht, aber gerade mit den vorherigen Songs im Gedächtnis doch schon deutlich weniger herausstechend. 
„Down The Hill“ geht dann mal deutlich zügiger an den Start, bevor man dann das Tempo wieder verringert und dem Gesang anpasst. Nicht schlecht, zumal Danny teilweise röchelt, als ob es seine letzten Töne wären, die er aus sich rauspresst. Lars treibt mit seinem Schlagzeug den Rest der Truppe ordentlich an.

„Guilty As Charge“ setzt dann den Schlusspunkt nach noch nicht einmal 40 Minuten. Power haben die fünf Berliner aber in der Zwischenzeit reichlich versprüht. Der Nacken darf langsam wieder regenerieren. Es ist vollbracht. Die Zeichen für die Band stehen zwar noch nicht ganz auf Sieg, aber die Richtung ist schon ganz klar eingeschlagen.

Fazit: Eine gute Weiterentwicklung mit einigen Experimenten, welche beispielsweise bei „Enemy“ wirklich zünden. Man ist auf dem richtigen Weg. Death`n`Roll ist schon die richtige Bezeichnung der dargebotenen Mucke und sollte den headbanglastigen Musikhörer begeistern können. Man rennt keinem Trend nach und versucht nicht, Geschwindigkeitsrekorde zu erzielen oder komplett in den Death Metal zu entgleiten. Der Rock`n`Roll in der Mucke ist richtig dosiert. Ich bin schon gespannt, ob ich die Band mal live zu Gesicht bekomme, denn da könnte durchaus die Hütte brennen.

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