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Belenos: Yen Sonn Gardis

Facettenreicher Black Metal der keltischen Art
Wertung: 8/10
Genre: Black Pagan Metal
Spielzeit: 45:49
Release: 15.10.2010
Label: Northern Silence Productions

Belenos sind nicht, Belenos ist – und zwar Loïc Cellier. Bei dieser „Band“ handelt es sich aber nicht um ein einfaches Ein-Mann-Projekt. Neben Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang übernahm Loïc Cellier auch die Aufnahmen für das Album. Aber auch das Abmischen und sogar das Mastering von „Yen Sonn Gardis“ gehen auf seine Kappe. Somit kommt man bei Belenos in den seltenen Genuss, 100% reine Band zu hören.

„Yen Sonn Gardis“ ist das fünfte Album des Franzosen. Wie auch schon auf dessen Vorgänger bekommt man auf „Yen Sonn Gardis“ kraftvollen Black Metal zu hören. Dieser nähert sich durch die durchweg bretonischen Lyrics und auch durch gewisse Aspekte in der Musik selber zudem dem Pagan an. Der Hauptteil geht aber eindeutig an die schwarzen Künste. Diese zeigen sich auffällig abwechslungsreich, besonders was die Melodien, die auflockernden Taktwechsel und die Details des Schlagzeugs angeht. Gerade dieses zeigt sich auf dem Album im Ganzen sehr kräftig und treibend. Der Stil der Gitarren ist dafür teilweise weniger direkt und aggressiv, wie beispielsweise in „Hollved Hirisus“ zu hören ist. Sie verbreiten die Atmosphäre durch ruhigeres und gleichmäßigeres Spiel auf einem schleichendem, kriechendem Niveau, was dem Ausdruck von Bösartigkeit des Schlagzeugs aber in keinster Weise nachsteht. In Songs wie „Ene Kelt“ oder „Taol-Digoll“ kann man sie aber auch von ihrer anderen Seite hören: eingängige und ausdrucksstarke Riffs sind hier an der Tagesordnung.

„Yen Sonn Gardis“ zeichnet sich besonders durch seinen Reichtum an Facetten aus. Neben gekonntem Double-Bass haben auch in manchen Liedern durchaus Streicher ihren Einsatz. Die Gitarren verlieren sich sogar stellenweise so in ihren Melodien, dass dem Ganzen dadurch eine progressive Note verpasst wird. Auch die Vocals zeigen sich in verschieden Extremen. Des Öfteren wird das typische Black Metal-Krächzen durch keltische Gesänge ersetzt, welches auf dem Album zunehmend ehrwürdig klingt. Beispiel hierfür sind die Lieder „Mestr Ar C'hoad” oder auch „Gorsedd“. Allgemein spielt sich der Gesang bei „Yen Sonn Gardis“ aber eher im Hintergrund ab und lässt den den Instrumenten eindeutig den Vortritt. Ein weiterer Aspekt sind die vielen Umbrüche innerhalb der Lieder selbst. Auf diese Weise fällt nicht nur das Album als Ganzes, sondern auch die Lieder für sich sehr bunt aus. Besonders nett sind die scheinbar willkürlichen Kombinationen zwischen dem Keltischen und dem Black Metal. Schon mal Double-Bass mit Streichern gehört? Wenn nicht, sollte man „Hollved Hirisus“ nicht verpassen.

Belenos ist auf auf „Yen Sonn Gardis“ sehr experimentell und genau das macht die Musik aus. Langeweile kommt bei dieser Scheibe nicht auf. Dafür sorgen die verschiedensten Aspekte wie Streicher, keltische Gesänge und progressive Melodien wie auch die Kombination dieser mit den typischen Black Metal- Elementen. Der Einsatz dieser hervorstechenden Komponenten fällt aber insgesamt etwas zu gering aus. Gerade weil diese so gelungen sind, könnte der Reiz, den „Yen Sonn Gardis“ ausmacht, durch einen breiteren Einsatz wahrscheinlich noch gesteigert werden. Fest steht: ein facettenreiches, gelungenes Album, aus dem noch mehr herausgeholt hätte werden können. Aber auch in seiner vorliegenden Fassung ist es durchaus hörbar und wird alle Black Metal-Hörer begeistern, die offen für die ein oder andere keltische Abschweifung sind.

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