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Behemoth: The Satanist

Kann man Dunkelheit potenzieren?
Wertung: 8.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 44:17
Release: 31.01.2014
Label: Nuclear Blast

Behemoth sind zurück. Mit „The Satanist“ legen die Polen bereits ihr zehntes Full-Lenght-Album vor. Das wurde auch Zeit, denn der Vorgänger „Evangelion“ ist schon ein paar Jährchen alt.

Recht schlicht kommt sie daher, die neue Platte. Zumindest äußerlich. Das Cover ziert nichts mehr als das Bandlogo und der Albumtitel in Form eines alten Bartschlüssels. Das ist fast schon spartanisch. Im krassen Gegensatz zum schlichten äußeren steht die Musik auf dem Album. Hier geht es heftig zur Sache. Behemoth ziehen die Energie ihrer Songs aber nicht aus den schnellsten Riffs oder den brutalsten Drum-Patterns, sondern aus der Stimmung, die den Songs innewohnt. Während sich die furiosen Momente noch recht leicht als typischer Death Metal oder Blackened Death einordnen lassen, so sind es vor allem die langsameren Momente, die für Gänsehautstimmung sorgen. Das kann man schon beim Openertitel behaupten. „Blow Your Trumpets Gabriel“ bewegt sich hauptsächlich im mittleren Tempobereich und wird von einigen schnellen Parts durchschnitten.

Anhänger der Formation können bedenkenlos zuschlagen. Wer gerne düstere Musik hört, die nicht immer den gleichen Klischees erliegt und auch nicht immer zwangsweise nur durch die Spielgeschwindigkeit definiert wird und einen guten Sound haben darf, der ist hier richtig adressiert. Gerade die stampfenden Elemente sorgen aber für die apokalyptische Stimmung, die die Musik der Polen ausmacht. In eine komplett andere Richtung schlägt schon der zweite Titel auf der Scheibe. „Furor Divinus“ kann als Beispiel für alle schnellen Lieder auf „The Satanist“ stehen. Selbst die schnellen Songs donnern nicht ununterbrochen auf den Hörer ein. Auch hier gibt es in den meisten Fällen Szenen aus düster-beängstigenden Bauteilen. Behemoth beherrschen das Spiel mit Emotionen so gut wie nur wenige andere Bands.

Hier kann man vor allem das letzte Stück auf der Scheibe als perfektes Beispiel anführen. „O Father O Satan O Sun!“ ist ein über sieben Minuten langes Epos, das niemanden unbeeindruckt lassen dürfte, der mit mystischem, komplexem Metal auch nur entfernt etwas anfangen kann.

„The Satanist“ ist eine beeindruckende Scheibe, die sich ziemlich nahtlos in die Rehe der bisherigen Veröffentlichungen von Behemoth einfügt und den konsequenten Weg der Band zu mehr Death und weniger Black nicht sehr ernst nimmt. Meist ist es sogar ziemlich schwer, die Songs dem einen oder anderen Genre zuzuordnen. Im Großen und Ganzen handelt es sich meist um sehr schwarzen Death Metal mit einzelnen Elementen aus vielerlei anderen Richtungen. Vom rockigen Gitarrenriff bis hin zu Avantgarde-Arrangements bietet „The Satanist“ praktisch lückenlos alles.

Anhänger der Formation können bedenkenlos zuschlagen. Wer gerne düstere Musik hört, die nicht immer den gleichen Klischees erliegt und auch nicht immer zwangsweise nur durch die Spielgeschwindigkeit definiert wird und einen guten Sound haben darf, der ist hier richtig adressiert.

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