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Behemoth: The Apostasy

Verteufelt starkes Teil!
Wertung: 10/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 39:52
Release: 29.06.2007
Label: Regain Records

Die Polen sind wieder da … und sie werden es mit „The Apostasy“ sicherlich schaffen, ihre alten Fans, die sich zwischenzeitlich von ihnen abgewendet hatten, wieder zurück auf ihre Seite zu ziehen. Auf dieser Scheibe zeigt sich sehr schön, dass Behemoth´s Black Metal-Wurzeln sich bestens dazu eignen, den Lyrics auch das gewisse Etwas zu geben, sprich es geht hier wieder um das Okkulte. Und das passt zu dem Sound ganz und gar perfekt.

Schon das Intro „Rome 64 C.E.“ beginnt derart gewaltig, dass es einem glatt die Sprache verschlägt. Schade ist nur, dass das gute Stück bis zur ca. 24. Sekunde mit kompletter Ruhe ausgestattet wurde … aber vielleicht ist ja auch das Absicht, so quasi als „Ruhe vor dem Sturm“, der dann unweigerlich mit „Slaying The Prophets Ov Isa“ über die Hörerschaft hereinbricht. Ein verdammt starker Song, der teils mit …ja, nennen wir Chören unterlegt ist, was die mystische Aura des Teils um ein Vielfaches zu steigern vermag. Nergal´s Stimme ist wie immer auf dieser Scheibe einfach klasse! Es gibt hier sogar ein hübsches Solo.

„Prometherion“schafft es, die drückende Präsenz der Scheibe noch weiter auszubauen. Unheimlich gewaltig … Wie eine Dampfwalze in einer engen Gasse, der man nicht auszuweichen vermag…Inferno an den Drums macht hier wie auch auf dem kompletten Album seinem Namen allzu würdig alle Ehre und wird dabei tatkräftig unterstützt von Orion am Tieftöner.

“At The Left Hand Ov God“ ist mein absolutes Highlight des Albums! Startet recht ungewohnt mit akustischen Gitarren ... aber dann, aber dann ... Das Teil ist eher im Midtempo gehalten. Aber wie hier die Stimmung aufgebaut wird … Die Gitarren vermitteln etwas sehr Bedrohliches, dazu kommt das Ganze richtig mächtig rüber … gegen Ende kommen wieder diese Chöre zum Einsatz, was ich richtig geil finde, denn die vermitteln wieder etwas Mystisches … Mann, was ist das für ein verdammt geiles, majestätisches Stück! Danach heißt es bei „Kriegsphilosophie“ Willkommen in der Knüppelbude. Hier drücken die Herren das Gaspedal aber mal um einiges mehr durch. Meine Herren, das ist Death Metal at it´s best … und dazu noch so derart düster … klasse! Und ich denke mir noch: „Mann, was ist Inferno an den Fellen bloß für ein Tier“ … einfach überirdisch genial, dieses Hammerstück! „Be Wthout Fear“ … ja Leute, wie soll man das denn schaffen? Beängstigend ist schon, wie perfekt nicht nur dieser Song, sondern bis hierhin alle Stücke auf diesem Album ausgefallen sind.

„Arcana Hereticae“ ist eine weitere Knüppel-Death-Orgie mit genialer Gitarrenarbeit. Unheimlich intensiv ist hier der Mittelteil mit dem anschließenden Solo, bei dem mir glatt wieder das Herz aufgeht. „Libertheme“ zeigt das auf, was ich unter einem intelligenten Songaufbau verstehe. Erstmal eine schöne Einführung in das Thema, bevor Nergal dann wieder richtig fein loslegen kann. Ich sag nur „byebye, Nackenmuskeln and hello Muskelkater!“

Das Besondere an dem ein klein wenig Behemoth-untypischen, mit ein paar Pianoklängen startenden „Inner Sanctum“ ist, dass Nevermore-Fronter Warrel Dane hier mit von der Partie ist. Verbreitet auch eine schön beklemmende Atmosphäre, es mangelt hier aber ein wenig an dem Majestätischen, das bei den anderen Songs ein unverzichtbarer Bestandteil ist. Stattdessen gibt es hier spanisch anmutende Gitarren. Knallen tut auch dieser Song, aber irgendwie anders.

„Pazuzu“ …ja, hier ist er wieder, der intelligente Songaufbau … von wegen direkt in die Fresse … erstmal den Hörer schön an das Thema ranführen und dann gibt´s wieder auf die Lauscher … „Christgrinding Avenue“ ist ein weiteres Prachtstück der Polen. Es wird zwar erbarmungslos geknüppelt, ohne allerdings dabei den Sinn für intelligenten Songaufbau aus den Augen und Ohren zu verlieren.

Produktionstechnisch sind absolut keine Fehler gemacht worden. Vielmehr sollte man vor den Verantwortlichen als auch vor der Band auf dem Boden kriechen und danken für das, was all diese Menschen da für die Musikhungrigen erschaffen haben.

Fazit: Ich habe lange nicht mehr etwas derart Unheilverkündendes, Intensives und nicht zuletzt intelligent Gemachtes im Death Metal hören dürfen! Besser kann ich es mir kaum vorstellen, brutalen Death Metal mit durchdachten Strukturen zu kreuzen. Wenn dann noch von der ersten bis zur letzten Minute quasi das Unheil über den Köpfen der Hörerschaft zu schweben scheint, dann kann ich nur sagen, dass die Jungs alles richtig gemacht haben. Gäbe es bei uns eine Rubrik „Album des Monats“, Behemoth würden sich diesen Platz mit „The Apostasy“ unter den Nagel gerissen haben!

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