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Before The Dawn: Deathstar Rising

Perfektionistisch angelegtes Album, aber leicht verbesserungswürdig
Wertung: 8/10
Genre: Dark Metal, Melodic Death Metal
Spielzeit: 39:18
Release: 25.02.2011
Label: Nuclear Blast

So gegensätzlich die beiden Stile Dark Metal und Melodic Death Metal auch wirken mögen, so perfekt passen sie zusammen, wenn sie richtig gemischt werden. Die Brachialität des Death Metal gepaart mit den zerbrechlichen Dark Metal-Melodien, inklusive dem Spiel zwischen sehnsuchtsvollem Gesang und brutalen Growls – so in etwa könnte man die neue Platte der Finnen Before The Dawn beschreiben. Seit der Gründung 1999 durch Black Sun Aeon- und The Final Harvest-Mastermind Tuomas Saukkonen vermengt die Band die beiden Stile mit der typischen finnischen Melancholie, die den Songs das gewisse Etwas gibt. Mittlerweile fünf Alben hat das Quartett auf den Markt geworfen, und dabei sage und schreibe eine Handvoll Gitarristen, zwei Bassisten, ebenso viele Keyboarder und vier Drummer verbraten.

Pingelig nennen es die einen, Perfektionsmus ist es für die anderen, denn spätestens seit dem The Final Harvest-Erstling „The End“ weiß man: Was Tuomas Saukkonen anpackt, gelingt. So oder so. Ohnehin ist der Mann ein Allrounder: Neben all seinen anderen Bands begnügt er sich bei Before The Dawn nicht etwa damit, die Growls sowie elektrische und akustische Gitarren beizusteuern – ganz nebenbei kümmert sich der Kerl auch noch um Drums und Keyboards. Am Mikro zur Seite steht ihm Bassist Lars Eric Si, der den klaren Gesang übernehmen darf – und obwohl ich Clean Vocals gegenüber immer skeptisch bin, kann man hier nicht meckern, im Gegenteil: Lars' Stimme kommt klar und ausdrucksstark daher, mal etwas resigniert, mal sehnsuchtsvoll, aber nie auch nur im Geringsten langweilig oder monoton. Zum aktuellen Line-Up gesellen sich noch Gitarrist Juho Räihä, der bis 2007 nur als Session-Musiker für die Band tätig war, und Drummer Atte Palokangas.

Was Before The Dawn mit vier Musikern schaffen, kriegen manche Bands mit einem ganzen Orchester nicht hin – mal brachial, mal schwebend gehen die Herren zu Werke, kein einziger Ausfall lässt sich auf „Deathstar Rising“ verzeichnen, jede Note scheint perfekt durchdacht. Da möchte man sich gar nicht ausmalen, wie Herr Saukkonnen diktatormäßig seine Bandkollegen bis in die späte Nacht zwingt, dieselbe Melodie immer und immer wieder zu spielen…

Wenn man Before The Dawn vorher noch nie gehört hat, überrascht einen der leichte Amorphis-Touch bei „Winter Within“ ein bisschen. Man könnte fast meinen, BTD hätten ihren Kollegen den Gitarristen geklaut, aber abgesehen von der Gitarrenspur driftet der Sound in eine etwas andere Richtung. Tuomas malträtiert schon seine Stimmbänder in den tieferen Growl-Regionen, bevor wieder die charakteristische Gitarre einsetzt und Lars daraufhin mit seinem Gesang glänzen darf.

Der Song war aber erst die Warmlaufphase, denn richtig großartig wird es erst beim Fast-Titeltrack „Deathstar“: Sehr skandinavisch klingende Gitarren bahnen sich ihren Weg bis eine Art kleiner Break einsetzt und die Growls sich in den Vordergrund katapultieren. Der Refrain mausert sich zu einem absoluten Gänsehaut-Ohrwurm und garantiert den ersten Anspieltipp.

Während „Unbroken“ so ein bisschen an einem vorbeirauscht, obwohl man zu Beginn durchaus mehr erwartet hätte, lässt der nächste Hammer nicht lange auf sich warten: „Judgement“ dröhnt mit Nachdruck durch die Boxen, bevor Lars sich beinah zögernd um seinen Text kümmert. Im Laufe des Songs erhebt sich seine Stimme aber zu fast epischen Ausmaßen, während die Gitarre zum konstanten Headbangen auffordert. „The Wake“ zeigt sich dann mit fragilen Keyboardmelodien untermalt, die Tuomas’ Growls angenehm ausbremsen und anfangs eine fast doomige Atmosphäre verbreiten. „Butterfly Effect“ gestaltet sich dann im Vergleich wesentlich rasanter und beeindruckt vor allem durch ein grandioses Schlagzeugspiel, von dem ich hoffe, dass sich das Herr Palokangas und nicht Tuomas auf die Kappe schreiben kann. Schließlich will der Rest der Band ja auch mal seinen Anteil an den Lorbeeren.

Fazit: Erwartungsgemäß hochwertig und technisch über alle Zweifel erhaben fällt die fünfte Langrille von Before The Dawn aus. Auch wenn die Gitarren stellenweise an Amorphis erinnern, verbreiten sie doch eine eigentümliche Stimmung, die das ganze Album zu einem wahren Erlebnis macht. Einigen Songs fehlt noch der letzte Schliff und im Gegensatz zu Glanzstücken wie „Deathstar“ wird man das Gefühl nicht los, dass die wenigen Tracks, die man „nur“ als gut bezeichnen würde, einfach nicht zu Ende gebracht wurden, aber insgesamt ist „Deathstar Rising“ eine absolute Kaufempfehlung für alle Fans von Dark Metal und/oder skandinavischem Melodic Death Metal.

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