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Beatsteaks: Limbo Messiah

Als ob man gerade das beste Album der Bandgeschichte gehört hat
Wertung: 5.5/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 31:29
Release: 30.03.2007
Label: Warner

Wer die Beatsteaks sind, dürfte mittlerweile jeder mitgekriegt haben. Das die Beatsteaks vor allem live einiges können, ist ebenfalls bekannt. Das sie sich aber auch mit "Limbo Messiah" nicht neu erfinden, sollte man bei der allgemeinen Lobhudelei nicht unerwähnt lassen.

Das fünfte Album der Berliner überzeugt auf den ersten Blick nicht. Es hat mit etwas mehr als einer halben Stunde ganz offensichtlich nicht die nötige Spielzeit, um ein ganz großes Werk zu sein. Wenn man die Dauer ausblendet und die Songs für sich betrachtet, ist "Limbo Messiah" auf den zweiten Blick allerdings ohne Frage ein klasse Album. Die Platte kämpft sich durch alle Epochen der Band, angefangen beim Hardcore-Kracher "Sharp, Cool & Collected" bis hin zu Mainstream-Hits wie "Meantime" oder "Cut Off The Top". Das man dabei vergessen hat, eine klare stilistische Linie zu verfolgen, stört erstmal nicht weiter. Auf den immer noch präsenten zweiten Blick ist das Album eines der besten des Jahres - so wie man es von Anfang an erwartet hatte. Die Single "Jane Became Insane" hat man sich trotz oder wegen Thomas Götz-Refraingesang zwar schon vor Album-Veröffentlichung überhört, aber das kann man ja weiterskippen.

Das bei einer Spiellänge von knapp über dreißig Minuten aber auch die anderen Songs in der Dauerrotation schnell nerven, klingt plausibel. Das Album überholt sich selbst.

Beschäftigt man sich intensiver mit der Aufnahme, so wird es auf den endgültigen dritten Blick wegen seiner Länge zu einem eher kurzweiligen Spaß, zumal die Beatsteaks mit fortschreitendem Bandalter scheinbar nicht davor zurückschrecken, auch mittelmäßige bis schlechte Songs wie "Bad Brain" oder "Hail To The Freaks" auf ein Album zu pressen. Auch ein genrefremder Song wie "She was great" gehört eher auf eine B-Seite als auf ein Album, selbst wenn es langfristig zu einem der besten Lieder der Platte avanciert. Alles in allem ist dieses Album ziemlich unrund, die Lieder passen teilweise kaum zueinander. Und wenn sie zusammen passen, dann klingen sie sehr äquivalent.

Versöhnlich ist das Ende der CD mit dem Peter Baumann-Song "E-G-O", der sowohl musikalisch als auch wegen des Baumann-Teutoburg-Weiß-Wechselgesangs eine Menge Spaß macht. Kurzfristig fühlt man sich wieder so, als ob man gerade das beste Album der Bandgeschichte gehört hat - bis die Repeat-Funktion einmal mehr ihren Dienst erfüllt und den Hörer zurück in die Realität befördert.

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