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Beaten To Death: Live At Rockefeller

Nicht der große Wurf, aber kurzweilige Unterhaltung
keine Wertung
Genre: Grindcore
Spielzeit: 60:20
Release: 30.11.2012
Label: Mas-Kina Recordings

Letztes Jahr schneite die "Xes And Strokes"-Debütscheibe der Norweger Beaten To Death in den Redaktionsbriefkasten. Darauf enthalten: nicht mal 20 Minuten wahnwitziger Grindcore mit flirrenden Gitarren und einem durchgedrehten Sänger. Dass die Truppe bereits jetzt eine Live-DVD herausbringt, macht insofern Sinn, als dass man sich bisher in Deutschland eher rar gemacht hat und sich das Publikum hier schon mal einen kleinen Einblick verschaffen kann, was denn da bei einem möglichen Konzertbesuch auf einen zukommen kann.

Gefilmt wurde in der Heimat - im Rockefeller Center in Oslo, genauer gesagt, und zwar erst Anfang Juni 2012; schön, wenn man sich so ein zeitnahes Live-Release zu Gemüte führen kann. Bei besagter Show durften BTD die amerikanischen Kollegen von Killswitch Engage supporten und trafen auf ein ausgesprochen höfliches und offenes Publikum.

Optisch fällt bei der Verpackung als allererstes die bunte Aufmachung ins Auge. Etwas untypisch für den Stil, aber im Grindcore gibt es ja bekanntlich nichts, was es nicht gibt. Inhaltlich fehlt eigentlich nur eine Kleinigkeit: Neben der kompletten Liveshow, einer Handvoll Musikvideos und weiteren Livevideos, unter anderem vom allerersten Gig im Jahr 2010, vermisst man ein bisschen ein kurzes Interview.

Dafür verbucht die Truppe aber direkt einen dicken Pluspunkt, wenn man mal den umseitigen Text auf der DVD-Hülle liest: "all errors are genuine" - auf gut Deutsch: Wir machen Fehler, aber die dürfen ruhig auch gezeigt werden. Kein Triggern, kein Overdub, kein Playback. Eigentlich ist es traurig genug, dass man so etwas extra auf eine Veröffentlichung draufschreiben muss, aber dass die Norweger sich daran halten,macht sie nur umso sympathischer. Auch irgendwie nett ist die Tatsache, dass es sich hier keineswegs um Hochglanzaufnahmen der Liveshow handelt - das Bild ist einen Tick zu dunkel, dafür kann der Sound aber größtenteils überzeugen, wenn auch der Gesang von Sänger Anders streckenweise einen Tick zu leise wirkt. Beaten To Death zeigen sich beim Auftritt spiel- und bewegungsfreudig und können spätestens nach "Winston CHurchilL" einige nickende Köpfe für sich verbuchen.

Bei den Kamerawinkeln haben die Jungs ein bisschen daneben gegriffen. Die Main Cam ist schräg hinter dem Drummer aufgebaut, was zwar cool ist, weil man ihm so auf die Felle schauen kann (sonst sieht man bei Liveshows ja eher weniger vom Treiben eines Schlagzeugers); andererseits wird die Einstellung aber nach einer Weile langweilig, die frontalen Aufnahmen sind definitiv zu rar gesät und es fehlen einige Aufnahmen aus dem Fotograben, um die Action hautnah einzufangen. Eine richtige Balance findet hier nicht statt: Bei den ersten Songs weiß man vor lauter Kamerawinkel-Wechsel gar nicht mehr, wo man zuerst hinschauen soll, und ab ca. der Hälfte des Sets wird fast nur noch die Drumkamera genutzt. Bei der nächsten Veröffentlichung sollte die Truppe da noch mal genauer selektieren.

Obwohl das Publikum ganz augenscheinlich auf den Headliner wartet, handelt es sich hier doch um höfliche junge Menschen, die die Norweger mit Applaus und gelegentlichem Kopfnicken eindecken. Nach den ersten paar Songs gesellen sich ein paar Headbanger in die ersten Reihen und beim Titeltrack der Platte gibt es sogar ein kleines Basssolo, das von der vordersten Publikumsfront abgefeiert wird.

Insgesamt ist "Beaten To Death: Live At Rockefeller" ein schönes Release für die Fans geworden, die schon seit der CD-Veröffentlichung sehen wollten, wie die Songs sich live machen. An Sound und Kamerfahrten muss für nächstes Mal noch etwas geschraubt werden, aber kurzweilige Unterhaltung findet man hier allemal.

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