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Beartooth: Disgusting

Leider gibt es ein paar Lückenfüller
Wertung: 7/10
Genre: Hardcore, Metalcore
Spielzeit: 42:32
Release: 06.06.2014
Label: Red Bull Records/ PIAS

Beartooth mag eine Band sein, die noch relativ unbekannt ihre Kreise zieht, der Bandkopf Caleb Shomo ist es allerdings für Insider nicht: Bereits bei Attack! Attack! war der junge Mann tätig, das aktuelle Beartooth-Debütalbum „Disgusting“ ist zumindest inhaltlich allein sein Baby. Zwar gruppierten sich einige Musiker als Band um den Sänger herum, die Texte schrieb Shomo jedoch im Alleingang und bietet damit dem geneigten Hörer eine sehr private Achterbahnfahrt durch sein Innerstes. Und obwohl es wie ein Klischee anmuten mag, hört man den zwölf Tracks auf „Disgusting“ an, dass sie sehr persönlich sind – auch, wenn man die Texte mal außen vor lässt.

Der Fünfer aus Ohio agiert bereits seit 2012. Damals war das Projekt nur so zum Spaß angelaufen, entwickelte sich aber mit Veröffentlichung der EP „Sick“ und den ersten Tourerfahrungen zu einer ernsthaften Sache. Eine Mischung aus Hardcore und Metalcore ist hier angesagt, wobei sich das recht schlecht wirklich so einordnen lässt. Eigentlich muss man es gehört haben.

Nach einem kleinen Freudensprung ob der ansehnlich gestalteten CD-Hülle (ja, das muss man in Zeiten digitaler Platten leider hervorheben) geht die Scheibe in die erste Runde. Der Opener „The Lines“ wird von einem leichten Husten eingeleitet, was natürlich Studioatmosphäre rüberbringt und etwas intimer daherkommt als ein normales Intro. Shomo brüllt sich warm, im Refrain werden Melodiebögen ausgepackt, die gut zu dem klaren Gesang passen – ein Grinsen kann man sich dann bei dem kleinen Kreischer, der den Klargesang beendet, dann wirklich nicht mehr verkneifen. Der Song klingt frisch, die Produktion ist druckvoll, aber transparent – so darf die Platte gerne weitergehen, der Track ist zumindest schon definitiv ein Highlight.

Neben aggressiven Passagen haben Beartooth auch immer wieder fast poppige Ausflüge zu vermelden, die sich aber Gott sei Dank gut in die Songstrukturen einfügen und nicht negativ ins Gewicht fallen – Tracks wie „Beaten In Lips“ mögen recht melodische Refrains haben, die Zeile „mark my words with kerosine“ strafen die erbauliche Stimmung dann aber schon wieder Lügen.

„In Between“ bietet dann mit seinem fast sonnigen Refrain den perfekten Festivalsong und könnte ohne das Geschrei in den Strophen auch ebenso gut im Radio laufen – gerade diese Mischung macht aber natürlich den Reiz aus und den Song zu einem heftigen Ohrwurm.

„I Have A Problem“ bewegt sich dann in wesentlich noisigeren Gefilden und schrubbt so richtig schön durch die Lautsprecher – bis leicht verzerrt die Bridge einsetzt und den größtenteils klaren Refrain einleitet. Schade, das wäre genau so ein Track gewesen, bei dem man sich durchgehend Gas gewünscht hätte. Bridge und Refrain bremsen das Stück zu stark ab, als dass es dann wieder an Fahrt aufnehmen könnte. Mit dem finalen „Sick And Disgusting“, einem Song, der es laut Shomos Aussage fast nicht auf die Platte geschafft hätte, weil er viel zu persönlich geworden wäre, bieten die Amis noch einen recht verstörenden Einblick in die Psyche ihres Sängers – verzweifeltes Geschrei mit teils sich überschlagender Stimme, dazu unheilschwangere Gitarren; von dieser Sorte hätte es gerne mehr geben dürfen.

Fazit: Insgesamt zeigen sich Beartooth auf ihrem Debütalbum durchaus mit Wiedererkennungswert. Allerdings ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen: Hammertracks wie „The Lines“ stehen Durchschnittslieder wie „Keep The American Dream“ gegenüber, die man sich zwar ein-, zweimal anhören kann, die dann aber eigentlich nur noch übersprungen werden. Insgesamt präsentiert sich hier aber eine Band mit interessanten und vor allem frischen Ansätzen.

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