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Beach Slang: The Deadbeat Bang Of Heartbreak City

Beach Slang zeigen sich gewohnt enthusiastisch
Wertung: 8/10
Genre: Punkrock, Rock'n'Roll, Indie Rock
Spielzeit: 33:44
Release: 10.01.2020
Label: Bridge Nine Records

Fast schon heimlich hat Punk-Mastermind James Alex bereits im Januar seine neue Beach Slang-Platte mit Namen „The Deadbeat Bang Of Heartbreak City“ veröffentlicht, mehr per Zufall erfuhr man über die sozialen Medien davon – in Anbetracht der Begeisterung, die die letzte Platte „A Loud Bash Of Teenage Feelings“ auslöste ein wahres Unding. Nach dem kurzen Abstecher als Acoustic-Projekt Quiet Slang widmet sich die Band jetzt wieder den harten Fakten des Lebens in Form von mitreißenden Punkrock-Songs mit einer gehörigen Portion Rock‘n‘Roll – da kann man sich frohen Mutes zurücklehnen, denn: Beach Slang enttäuschen nicht. Daran hat sich seit der „A Loud Bash...“-Veröffentlichung 2016 auch nichts geändert.

Dass der Fronter sich optisch gerne wie eine Mischung aus Angus Young und Ryan Adams präsentiert und auf dem Cover der neuen Scheibe im Achtziger-Rüschenhemd, Samtjackett und roter Fliege posiert, kann man dem Mann guten Gewissens durchgehen lassen, wenn er dafür solch pumpende Instrumentalwerke wie „All The Kids In LA“ in die Welt setzt, die sich erst mit zarten Streichern zaghaft in den Gehörgang schmeicheln, um dann mit bratenden Gitarren den letzten Nerv zu zerfetzen und vor allem mit einer ungewohnt düsteren Melodie zu überraschen. Nahtlos wird dann „Let It Ride“ ausgespuckt, das mit wummernden Punkrhythmen überzeugen kann. Auch „Bam Rang Rang“, der inoffizielle Titelsong, lässt mit seinem voranpreschenden Tempo keinen Augenblick Zeit um zu verschnaufen – aber seien wir ehrlich, so kennen und lieben wir Beach Slang.

Was man bei der Truppe allerdings nie erwarten sollte, sind lyrische Epen – James Alex schafft es nämlich ganz gut, einen dreiminütigen Song mit nur zwei Textzeilen zu bestreiten. Was bei punkigen Nummern noch ganz gut funktioniert und tatsächlich kaum auffällt, wird bei ruhigeren Songs à la „Nobody Say Nothing“ dann auch schon mal etwas langatmig – schade, dass sich so ein Lückenfüller auf „The Deadbeat Bang Of Heartbreak City“ geschlichen hat.

Schon „Stiff“ kann dann mit seiner rotzigen, durch vermehrten Hall nach den Achtzigern klingenden Attitüde deutlich mehr Punkte einfahren; stimmlich auf der Höhe präsentiert sich der Fronter mit einer Mischung aus Flüstern und rauem, beinah gerufenem Gesang, unterfüttert von klassisch metallischen Gitarren. Geradezu bösartig und damit seinem Titel entsprechend kommt „Born To Raise Hell“ durch die Boxen, das ebenfalls deutlich in der Metalschublade gewühlt hat und in flottem Tempo den Achtzigern huldigt.

Neben Rockern wie „Stick Thumbs“ steht dann mit „Bar No One“ auch der wohl traurigste Song der Bandgeschichte aus der Habenseite (der zudem auch einen ziemlich langen Text enthält). Zeilen wie „Make sure I look pretty laying in my grave“, vorgetragen mit sanfter Piano- und Streicheruntermalung, treiben einem nahezu sofort die Tränen in die Augen.

Wer sich davon dann halbwegs erholt hat, wird mit einem Album belohnt, das den gewohnten Enthusiasmus und die Leidenschaft der Beach Slang-Truppe wie üblich wunderbar einfängt. An „A Loud Bash Of Teenage Feelings“ kann die Scheibe punktemäßig nicht ganz heranreichen, dafür sorgen die beiden Tracks „Nobody Say Nothing“ und „Nowhere Bus“, die für etwas zu viel Monotonie sorgen und einfach nicht das zeigen, was die Musik der Band ausmacht. Im oberen Drittel kann das dritte Album der Amis es sich aber natürlich trotzdem gemütlich machen.

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