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Be'lakor : Of Breath And Bone

Erwartungen mehr als erfüllt
Wertung: 9.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 53:57
Release: 01.06.2012
Label: Kolony Records

Es war der Samstagmorgen 11:00 Uhr, auf dem Summer Breeze Open Air 2010. Eine ungeliebte Uhrzeit bei jedem Festivalbesucher, trotzdem hatte sich vor der Painstage eine ordentliche Anzahl von Frühaufstehern gesammelt und beobachtete einen der ersten Europa-Auftritte einer jungen Combo aus Australien, die sich hier aus dem Stehgreif den Status eines Genre-Geheimtipps erarbeitete. Diese junge Combo waren Be'Lakor. Damals in Europa noch gänzlich unbekannt, hat sich das Quintett aus Melbourne inzwischen innerhalb der Melodic-Death-Szene einen Namen gemacht. Nun, zwei Jahre später, veröffentlichen die Australier mit „Of Breath And Bone“ bereits ihr drittes Album. Die große Frage ist nun: Schaffen sie es den Hype, der zumindest innerhalb der Szene um sie gemacht wurde, mit diesem neuen Release zu rechtfertigen?

Musikalisch sind sich Be'Lakor auf dem neuen Longplayer in jedem Fall treu geblieben. Das Hauptaugenmerk des Fünfers liegt noch immer auf der guten alten Göteborger-Schule. Mal tendieren sie dabei mehr in Richtung alter In Flames oder Dark Tranquillity, an anderen Stellen kommt auch deutlich der Einfluss jüngerer Vertreter des Genres wie zum Beispiel Insomnium durch. In der Form ist das natürlich noch nichts Weltbewegendes, schließlich gibt es nicht wenige Bands, die sich im Bereich Melodic Death Metal tummeln. Was Be'Lakor jedoch von der Masse abhebt ist ein weiterer Einfluss, den sie ihrem Sound hinzugefügt haben. Pate für diesen standen dabei deutlich hörbar Opeth, was sich vor allem in den komplexen Strukturen der Songs und in den dunklen Growls von Frontmann George Kosmas widerspiegelt.

Los geht es allerdings erst einmal mit einem klassischen Melodic-Death-Riff, das den ersten Song „Abeyance“ eröffnet. Altbekannte Pfade verlassen die Australier dann aber schnell wieder, indem sie den druckvollen Anfang durch einen getragenen Akustik-Part aufbrechen, nur um den Song danach erneut in einem melodischen Feuerwerk aufgehen zu lassen. Hier duellieren sich dann geniale, melodische Gitarren-Riffs mit den dunklen Growls von George Kosmas und so schafft es das Quintett direkt mit dem Opener den Hörer zu fesseln. Auch der zweite Song „Remnants“ bewegt sich in ähnlichen Gefilden, bevor Be'Lakor mit den folgenden „Fraught“ und „Absit Omen“ das Tempo drosseln und mehr auf Groove und epische Melodien setzen. Wirklich erstaunlich ist dabei allerdings, dass die Australier es strikt vermeiden ausgetretenen Strophe-Refrain-Mustern zu folgen, der Hörer aber trotzdem nie das Gefühl hat, den roten Faden in den Songs zu verlieren.

Das alles war jedoch erst der Anfang. Nach dem kurzen Akustik-Stück „To Stir The Sea“ legt das Quintett nämlich erst richtig los. In diesem zweiten Teil des Albums reißen alle Songs locker die Neun-Minuten-Marke und strotzen dabei nur so vor genialen Melodien. Den Höhepunkt bildet dabei ganz klar das finale „By Moon And Star“. Angeführt von der über die ganze Album-Distanz herausragend agierenden Gitarrenfront um Kosmas und Shaun Sykes, erschaffen Be'Lakor hier ein Epos, dessen Melodien sich kaum mehr aus dem Gehörgang vertreiben lassen.

Und so findet man sich am Ende der 54 Minuten Spielzeit fast ein wenig überwältigt vor dem CD-Player wieder. „Of Breath And Bone“ bietet nämlich nahezu keine Kritikpunkte. Technisch sind die Musiker über jeden Zweifel erhaben, hinzu kommt ein geniales Songwriting und eine Produktion, die sich vor keiner der Genre-Größen verstecken muss. Ein winziger Kritikpunkt lässt sich eventuell im Gesang ausmachen, der zwar sehr gut umgesetzt ist, auf die Dauer des Albums wirken die ausschließlich eingesetzten Growls allerdings etwas monoton.

Trotzdem ist Be'Lakor hier ein erstklassiger Release gelungen. Nicht nur erfüllt „Of Breath And Bone“ die hohen Erwartungen, es übertrifft auch noch das wirklich starke Vorgängeralbum „Stone's Reach“. Zusätzlich liefern die Australier den Beweis, dass man auch im Jahre 2012 noch ein Melodic-Death-Metal-Album abliefern kann, das nicht den ausgetreten Genre-Pfaden folgt. Daher eine ganz klare Kaufempfehlung für alle Genre-Fans und auch Neueinsteiger, besser hat man Melodic Death Metal in diesem Jahr noch nicht serviert bekommen!

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