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Bayside: Killing Time

Ziemlich ruhig, aber erwartungsgemäß eine tolle Scheibe
Wertung: 8/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 37:41
Release: 15.04.2011
Label: Wind-Up Records

Wenn man sich Bayside heute so anhört, kann man sich kaum vorstellen, dass die Mitglieder bei der Gründung hauptsächlich von Bands wie The Cure, The Smiths und Nirvana beeinflusst wurden. Nach fünf Scheiben, einer Akustik- und einer Live-Platte gehört die Combo aus Queens inzwischen zu den bekanntesten, beliebtesten und umtriebigsten Alternative Rockern der modernen Szene. Steinig war der Weg, gepflastert von Zweifeln (die es ja scheinbar immer und überall gibt) und dem Unfall-Tod ihres Schlagzeugers John „Beatz“ Holohan im Jahr 2005.

Inzwischen ist die Band längst wieder zum Quartett angewachsen und nach der letzten Scheibe „Shudder“ vor knapp drei Jahren wurde es mal wieder Zeit, neue Songs auf Tape zu bringen. Diese fallen größtenteils erstaunlich ruhig aus: Unter den zehn Songs der „Killing Time“-Scheibe ist kein einziger Ausraster – harsche Tracks wie „Hello Kitty“ oder das schnelle „Devotion And Desire“ sucht man hier vergebens. Dafür klingt die neue Scheibe aber wie aus einem Guss: Qualitativ auf gleichbleibend hohem Niveau zocken sich die vier New Yorker durch die Tracklist; ein wenig vermisst man kleine Ausbrüche von Sänger Anthony Raneri, aber die großartige Gitarrenarbeit und die Tatsache, dass der Mann im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen auch klar singen kann, machen das wieder mehr als wett.

Direkt der Opener „Already Gone“ gehört schon zu den aggressiveren Stücken der Band – die Gitarrenmelodie erinnert ein wenig an Royal Republic, aber sobald der charakteristische Gesang einsetzt, fühlt man sich, als wären keine drei Jahre seit der letzten Bayside-Platte ins Land gezogen. Hier laufen tatsächlich alle Fäden zusammen, die den Sound der Band ausmachen: schnelle Gitarren, leidenschaftlicher Gesang und tightes Drumming – ein perfekter Bayside-Song, wenn man so will. „Sick, Sick, Sick“ gestaltet sich dann in recht typischer Alternative Rock- beziehungsweise Emocore-Manier und erinnert von der Dynamik her ein bisschen an Saosin. Der Refrain brennt sich schon beim ersten Hören in die Festplatte und man ertappt sich den Rest des Tages dabei, wie man die Melodie mitsummt – subtile Gedankenkontrolle, meine Herren.

Die ein oder andere Überraschung haben Bayside aber doch in petto: Zum Beispiel erinnert das Intro zu „Seeing Sound“ frappierend an diverse deutsche Mittelalter-Kapellen – nur eben mit E-Gitarren. Ansonsten geht der Song in eine leicht punkige Richtung und ruft direkt zum Tanzen auf. Die eigentlich ganz fröhlich anmutende Grundmelodie mag so gar nicht zu der resigniert klingenden Stimme Anthony Raneris passen, aber gerade das macht den Reiz des Tracks aus. Die Feuerzeuge werden sicherlich bei der Live-Performance von „On Love, On Life“ ausgepackt, einer schönen fast akustischen Ballade ohne Kitsch, dafür aber mit Geige und Klavier – Anthonys Stimme ist natürlich wie gemacht für solche Songs. Damit wäre der nächste Anspieltipp gesichert.

Auch mit den beiden letzten Tracks „The New Flesh“ und „Killing Time“ haben Bayside ihren typischen Sound eingefangen, der sicherlich jedem Fan der Band zusagen wird. Vor allem der Titeltrack setzt sich noch mal richtig schön als Ohrwurm fest  - ein gelungener Abschluss für ein erwartungsgemäß großartiges Album der New Yorker. Da sitzt jeder Saitenzupfer, jeder Schlag, jeder Ton an der richtigen Stelle. Einziges Manko ist vielleicht, dass die Platte insgesamt etwas zu ruhig ausgefallen ist, aber das ist nur eine Sache der persönlichen Präferenzen.  

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