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Battle Beast: Steel

Immer wieder nicht schlecht, aber auch nicht der versprochene Überflieger
Wertung: 6/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 46:01
Release: 27.01.2012
Label: Nuclear Blast Records

Alles ist im Heavy Metal/Power Metal möglich, zuletzt haben es gerade in diesem Genre Sabaton mit ihrem Aufstieg bewiesen, aber auch immer häufiger angehimmelte Truppen wie z.B. Skull Fist zeigen auf, dass oder besser wie die Karriereleiter nach oben gehen kann. Mit „Steel“ der finnischen Band Battle Beast liegt nun das Debut der 2008 gegründeten Band vor, und irgendwie kommt der Eindruck auf, dass sie schon auf der Erfolgstreppe ganz oben stehen, haben sie doch gleich für das Erstlingswerk bei dem Branchenriesen Nuclear Blast unterschrieben. Klar, da konnten die Donzdorfer Nachwuchs-Sichter nicht vorbeischauen, denn immerhin haben Battle Beast 2010 den Wacken-Newcomer-Wettbewerb als Sieger beendet – die müssen ja gut sein.

Und ehrlich: Jetzt läuft die Scheibe diese Woche schon zum zwanzigsten Male durch den Player, doch die Stimmung pendelt noch immer von „geiler Song“ bis „Boah ey, das geht ja gar nicht“. Zur Hörvisite liegen die elf „Steel“-Tracks vor, der Bonus „Stay Black“ war der Promo nicht beigelegt. Ebenfalls erwähnenswert: Battle Beast gehen mit Nightwish auf Tour – da darf doch wiederholt die Frage gestellt werden, welche metallische Zielgruppe denn wirklich angesprochen wird? Ohne Frage für die Band eine tolle Prestige-Vorstellungs-Angelegenheit, aber sind wirklich alle Metalheads so open minded?

Der einzige Track, der in dieses Tourpackage passt, hört auf den Titel „Savage And Saint“ und reiht sich leider in die Reihe durchschnittlicher, schon unendliche Male gespielter Halbballaden ein, hat zwar im Mittelteil ein sehr gefühlvolles Gitarrensolo zu bieten und auch Nitte hat es einfach drauf, dieses Material zu singen, doch episch-klebrige Keyboards machen auch schnell den guten Eindruck wieder zunichte.

Dabei können Battle Beast durchaus richtig gut braten. Der Opener „Enter The Metal World“ rifft sich da schon in einer anderen Liga, die Schlagzeugarbeit könnte ein wenig weniger stampfend sein, aber passt irgendwie wie Arsch auf Eimer, nur die Dschinghis Khan-artigen Stöhnlaute in der Einleitung hätten nicht wirklich sein müssen. Großer Pluspunkt ist allerdings Nittes Organ, denn stellt man sich (leider) bei so vielen Frontfrauen auf piepsiges Generve ein, so röhrt diese Finnin dermaßen kraftvoll, dass sich viele Frontmännern glatt hinter ihren Gesangsnoten verstecken sollten.

Die eingangs erwähnte Unentschlossenheit macht sich immer wieder an vielen Details fest: Das durchaus hymnisch „The Band Of The Hawk“ wird lediglich durch die eher an „Eye Of The Tiger“ erinnernden Keyboardparts eingetrübt, und generell sorgt die Manowar-Textbaustein-App für lyrischen Einheitsbrei aus „steel“, „battle(-field)“, „die“ und „warrior“ – fehlt nur noch ausreichend „sword“ und „blood“ zur absoluten Trueness.

Viel zu selten kramen Battle Beast ihre durchaus teutonischen Vorzüge hervor: Da wäre der Uptempo-Headbanger „Justice And Metal“ oder das powervoll aggressive „Victory“, wo sich Nitte zwischendurch wie ein angepisster Udo Dirkschneider anhört - dazu dann aber auch wieder eine mit wabernden Keys unterlegte „Iron Hand“, ein Track, der sicherlich ohne das Tasteninstrument besser funktionieren würde.

Sehr wahrscheinlich werden Battle Beast zu den ganz großen GewinnerInnen in 2012 gehören, nur wirklich erklären kann das Phänomen dann keiner – die Songs pendeln locker von Bundesliga bis Kreisklasse, so manches Klischee wird durch den Fleischwolf gedreht und wiederverwertet, und auch wenn die Metallergemeinde regelmäßig bei Frontfrauen, wenn sie nicht gerade Gothic trällern, Fußpilz bekommt, werden ausreichend Metalheads sabbernd die Konzerträume füllen. „Steel“ ist nicht schlecht, aber auch nicht der versprochene Überflieger, da muss noch beim Folgewerk kräftig nachgelangt werden. Am Schluss ist es dann doch die Powerröhre von Frontfrau Nitte (Gitte wäre irgendwie schöner; Anmerkung der Redaktion), die das Debutalbum auf die sechs Punkte hievt.

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