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Bastards Of Love: Decadance Royale

Wie in einem Déja Vu - Rausch
Wertung: 7.5/10
Genre: Rebel Electro-Pop
Spielzeit: 69:36
Release: 17.11.2006
Label: Deja Vu - Music

Bekanntlich gibt es in der Electro- und Wave - Szene nicht wenige Nostalgieliebhaber, die bis einschliesslich heute noch den frühen Anfängen von Kraftwerk, DAF und Depeche Mode hinterher trauern. Einzig und allein die kultigen C64 - Virtuosen von Welle: Erdball bilden bis dato eine gekonnte Bandbreite zwischen tanzbaren Minimal-Pop Klängen der legendären NDW - Ära, also aber auch zeitgenössische und klassische Textinhalte.

Das dies aber nicht auf Dauer so sein muss, beweist uns der aus NRW stammende „Electro-Pop Rebell“ Tobi Margaux. Dieser spezialisierte sich nämlich mit seinem Soloprojekt Bastards of Love auf die sogenannten „Retro-Sounds“ der frühen 80er Jahre...

Ein Konzept, das insofern aufging, als dass sich die erste EP “Summer Destination“ recht schnell in der enorm verspielten Minimal- und Wave - Fraktion etablieren konnte. „Industrial Pop meets New Wave“ ist hierbei das selbsternannte Motto von Toby Margaux und seinen zahlreichen Gastmusikern, die sich auf dem hier vorliegenden “Decadance Royale“ ein flauschiges Stelldichein geben.

Vorab sei allerdings auch erwähnt, dass “Decadance Royale“ ein recht eigenwilliges Werk darstellt... Soll heissen, wem überdrehte Synthesizerlinien, trashige 80er Jahre Statuten und dürftiges (Sprech-)Gesangstalent ein Horror längst vergessener Tage sind, sollte um dieses Album besser einen ganz grossen Bogen machen: Denn hier gibt es wahrlich die volle Breitseite von all diesen Dingen geboten!

Begonnen wird “Decadance Royale“ mit einer in fünf Teilen aufgliederten Geschichte. In dieser geht es um die Faszination und Merkwürdigkeiten in so manchen Mann/Frau - Beziehungen. Das Besondere ist hierbei die musikalische Wiedergabe in Form von unterschiedlichen Gastsängerinnen, die jedem Stück ihre ganz eigene und individuelle Note aufdrücken. Toby Margaux selbst interagiert denn entsprechend eher aufgebracht und mit sprichwörtlich „dickem Hals“, oder aber auch leise und verletzlich... Die breiten Flächensounds tun ihr übriges dazu und geben sich herrlich skurril und dynamisch. Auch dürfte hier dem geneigten Szene-Kenner vielleicht schon das Filigran-Wuchtige “Rouge Fatale (feat. Supercheri)“ irgendwie bekannt vorkommen. Was insofern der Tatsache entspricht, dass “Rouge Fatale“ bereits bei Margaux´ Vorgängerprojekt Femme Fatale einen essenziellen Teil des Song-Repertoires darstellte.

Ein erfreuliches Wiedersehen gibt es auf “Decadance Royale“ natürlich auch wieder mit dem eingangs erwähnten “Summer Destination“, der hier allerdings als schon rumpelnde „Live at B2“ - Version vorliegt. Ebenso ekstatisch wie tanzbar stechen einem hier die transparenten Rhythmen von “The Love Café“, “Refecting Moon“ und “Surprise“ recht schnell ins Auge. Eher getragen und romantisch geben sich Bastards of Love auf dem poppig-träumerischen “The Gate / Melancholic Youth“. Hingegen bleiben “World of Matter“ und “Youth Loneliness“ qualitativ doch ein wenig auf der Strecke und wirken auf Grund ihrer Passivität recht deplaziert und störend auf dem Silberling. “Missunderstandings“ begeistert in Form und Leidenschaft als äusserst gelungenes Depeche Mode Rip-off und entschädigt sofort wieder für ein paar schwächere Momente auf “Decadance Royale“.

Als Bonus gibt es abschliessend noch zwei nette (wenn auch nicht gerade überwältigende) Remixe von “Rouge Fatale“ (RA-X aus Tilburg / Niederlande) und “Stories“ (Celluloide aus Marseille / Frankreich).

Fazit: Um ehrlich zu sein, werden überzeugte Anhänger der kultigen Electro- und New Wave - Epoche nicht an “Decadance Royale“ vorbei kommen... Der Sound ist (bis auf wenige Ausnahmen) äusserst spritzig, Retro-like und weit entfernt von aktuellen Musiktrends. “Decadance Royale“ ist ein enorm sympathischer Vertreter seiner Zunft und tritt ein würdiges (sowie authentisches) Erbe von Hochkarätern wie Kraftwerk, Rheingold, DAF, Yello und Tuxedomoon an.

Bravo! ...und alle singen mit: „Wie in einem Deja Vu - Rausch. Zu Dir in sternenklarer Nacht! Es hatte sich so viel verändert und im Nachtrausch lag ich wach...“

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