Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Bastard: Aftermath

Death/Thrash-Brocken mit einigen Überraschungen
Wertung: 7.5/10
Genre: Death Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 37:20
Release: 08.02.2010
Label: STF Records

Dass eine Band, die sich „Bastard“ nennt, nicht gerade poppige Ohrwürmer fabriziert, dürfte auf der Hand liegen. Dementsprechend ist es nicht überraschend, dass die Schwaben sich damit rühmen, Death-, Thrash-, und mehr oder weniger klassischen Heavy Metal miteinander zu vermischen und daraus ein ohrenbetäubendes Süppchen zu kochen. Ich persönlich bin von vornerein – wie fast immer – erstmal skeptisch, wenn ich diese stilistische Aufzählung höre; allzu oft passiert es, dass die sogenannten Heavy Metal-Passagen sich zu ellenlangen, sterbenslangweiligen, weil eintönigen Gitarrensoli auswachsen, der Thrashfaktor darin besteht, dass die Drums scheppern und die Produktion absolut scheiße klingt und das einzige, was dem Death Metal halbwegs nahe kommt, das asthmatische Röcheln des Sängers ist.

Umso erfreulicher (und hier wird die Band aufatmen, falls sie diesen Text jemals liest), dass bei Bastard nichts davon der Fall ist. Klar gibt es Gitarrensoli – hier und da eingestreut, melodisch, teilweise fantastisch fragil, trotz Geboller und thrashigem Geschredder. Und natürlich singt der Herr am Mikro weder über Bienchen und Blümchen, noch bedient er sich klaren Vocals – dennoch hält sich die Monotonie glücklicherweise in Grenzen. Dabei ist das Quartett noch nicht unbedingt erfahren zu nennen: Abgesehen von der 4-Track-EP „Fetus Of God“ im Jahr 2002 und der Demoscheibe drei Jahre später ist „Aftermath“ der erste Output der Band, die erste Full Length und der erste Versuch, der Welt zu beweisen, dass man zu mehr imstande ist.

Erwartungsgemäß dynamisch leitet „Doomsday (Lamb Of God)“ die Scheibe ein. Der Song ist ein absoluter Hammer und funktioniert sicher live unglaublich gut – auf Platte zumindest beeindrucken die tiefen Growls und das geniale Gitarrensolo schon mal enorm. „Entity“ geht etwas fieser mit krächzendem Gesang zu Werke, bleibt vom Niveau her aber glücklicherweise gleichauf mit seinem Vorgänger.

Spätestens bei „Life After Death“ weiß man gar nicht mehr, wo einem der Kopf steht, wenn Gitarrist Mario ein wahnwitziges Solo nach dem anderen abfeuert, alles dreht sich und auch Sänger Martin hat kein Erbarmen und pfeffert den Hörer in bester Thrash-Manier an die Wand – nach dieser wilden Fahrt ist man fast versucht, sich erst mal einen Tee zu machen, aber die Bastarde lassen einem keine Verschnaufpause: „Brain Corrosion“ besticht erst mit sehr fiesen Growls, die eingestreuten Gitarrensoli klingen jedoch nicht nur wunderschön, sondern machen den Song auch transparenter und weniger anstrengend.

„Visions Of Blood And Lust“ schlägt hier eher in die Black Metal-Kerbe und wartet mit sehr tiefen Vocals auf – liegt das an mir oder klingt der Gesang, als würde er rückwärts abgespielt? Sind es gar satanistische Botschaften, wie sie damals bei Black Sabbath und Co. vermutet wurden? Man weiß es nicht und hat auch gar keine Zeit, darüber nachzudenken, denn die Platte neigt sich dem Ende zu: „Northern Lights“ zeigt sich nochmal heftig im Death/Thrash-Gewand, hält aber keine allzu großen Überraschungen mehr bereit.

Fazit: Bastard sind zwar weit davon entfernt, das Prädikat Melodic Death Metal mit sich herumzutragen, wie auf dem Promozettel zu lesen ist – definitiv sind die vier Schwaben es aber wert, ein Ohr zu riskieren; lediglich Songs wie „Spirit Of War“ nutzen sich recht schnell ab und drücken die Bewertung ein wenig.  

comments powered by Disqus

Top-Stimmung in der Markthalle auch an einem Mittwochabend

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben

Stimmungsvoller Abend mit zwei motivierten Bands