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Barons Ball: Push

Loderndes Flämmchen statt glühendes Feuer
Wertung: 5.5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 47:16
Release: 06.11.2009
Label: STF Records

Mit Barons Ball meldet sich eine melodische Hardrockband aus Deutschland mit ihrem Debütalbum. Man benennt die Vorbilder Nickelback, Bon Jovi, AC/DC und Guns N` Roses und legt damit natürlich die Messlatte nicht unbedingt niedriger. Aber schieben wir das mal auf die Seite, schauen auf die Tracklist und erwarten einige Balladen und Coversongs, denn es gibt einige altbekannte Songtitel zu entdecken.

„When Push Comes To Shove“ beginnt mit einem elektronisch verfremdeten Gesangseinstieg, der dann der netten Songmelodie weicht. Zu Beginn steigen dann auch die Erwartungen, auch wenn Sänger Snake Levon irgendwie nicht wirklich so klingt, als ob er vor Spielfreude, ähem Sangesfreude gleich explodiert. Übrig bleibt ein recht durchschnittlicher Song, der nicht wirklich im Gedächtniszentrum hängen bleibt.

Dann kommt die erste Hoffnung auf einen grandiosen Coversong, so nennt sich der nächste Song „Give Me All Your Love“. Eigentlich müsste jeder, der sich im Hardrockgenre bewegt, den Whitesnake-Song kennen, der da im zügigen Tempo auch über 20 Jahre nach seinem Debüt immer noch für Begeisterungsstürme sorgt. Also angeschnallt und auf die erste Explosion der Band gewartet…  Hm, nein, kein Coversong, eher ein recht einfach gehaltener Rocksong mit deutlich reduziertem Flair.

„Rising Higher“ kann da zumindest etwas mehr punkten, die Melodie wirkt auch nach fünf Durchgängen uninteressant. Das würde mit einigem Alkohol im Vorlauf auf einer Party sicher auch einige Leute zum Mitgrölen animieren. Auch wenn sich das noch nicht wirklich alles ausgearbeitet anhört, so hat man hier zumindest ein gelungenes Grundgerüst, mit dem man arbeiten kann.

„Fall To Pieces“ dürfte dann das gleiche Problem haben. Snake Levon könnte ruhig mal aus sich heraus kommen, um mal kräftiger seiner Stimme freien Lauf zu lassen. Eine deutlich bessere Produktion hätte dann auch den Refrain als etwas Besonderes erscheinen lassen und den Song zumindest auf Radioniveau heben können. Aber man kann hören, dass ein gewisses Talent vorhanden ist.

Nach der doch deutlich eingebremsten Hoffnung stellt sich dann auch heraus, dass „Cold Sweat“ kein Thin Lizzy-Cover darstellt. Aber für Barons Ball-Verhältnisse rockt man hier mal richtig kräftig voran. Das gefällt doch direkt mal. Mit deutlich mehr Eiern in der Hose rockt man hier geradlinig drauflos, auch wenn ich mir mal wünschen würde, dass Snake Levon zu seinem Höhepunkt kommt und auch mal einen Schrei rauslassen würde.

„Do You Wanna Run“ zieht eine gelungene Gesangsmelodie mit sich, die von den  energetischer wirkenden Gitarren von Mathew Stevens und Snake Levon getragen wird. Aber irgendwie will trotzdem der letzte Funke nicht überspringen.

Vielleicht gelingt das ja mit „Give Me A Sign“. Schade, das funktioniert auch nicht wirklich. Es wird zwar solide gezockt, aber viel mehr auch nicht. Spielfreude will man nicht wirklich heraushören, auch wenn ich mir gut vorstellen könnte, dass die Band live schon deutlich mehr abgeht. So wackelt leider nur der Fuß im Takt mit, aber die Freude hält sich doch sehr in Grenzen. Unnütz zu sagen, dass es sich hier auch nicht um eine Coverversion der Band Seether handelt, die mit diesem Songtitel deutlich mehr Akzente setzen konnten.

„Bizarre“ ist dann der erste wirkliche Höhepunkt der Scheibe, mit leichtem Countrytouch bereichert, entwickelt sich hier eine groovende Nummer, die eine Singleauskopplung verdient hätte. Nicht wirklich mehr im Hardrock-Genre verankert, sorgt die Single aber für tanzbaren gelungenen Rock der gehobeneren Klasse. Eine wirklich coole Nummer, die ich der Band nicht mehr zugetraut hätte. Aber auch der erste Song dieses Albums, den die Band komplett zusammen geschrieben hat.

Das lässt Hoffung für den nächsten Song „You Make A Fool Out Of Me“ aufkeimen. Deutlich zügiger geht es zur Sache, auch wenn man den Vorgängersong nicht toppen kann. Schlagwerker Ricco Hurley darf etwas mehr brillieren und das Ganze hat einen deutlich stärkeren US-Style in sich vereint. Das macht deutlich mehr Spaß. Schade, dass man solch eine Nummer nicht zum Auftakt des Albums gesetzt hat. Da hätte man zumindest mit einem guten Tritt in den Popo Akzente setzen können.

„Gasoline“ drückt zwar auch mehr, aber das Gedächtniszentrum droht eher wieder ein wenig dahin zu dösen. Der Song hätte eine gute Abgehnummer werden können, aber die Produktion hat es entschärft. Feuer legt man so nicht.

Deutlich gedämpfter geht dann „Put On Mine“ zu Werke. Dass in diesem Genre gerne sehr häufig der Refrain wiederholt wird, ist ja bekannt. Wenn dieser aber nur aus dem Titel des Songs besteht und dieser nun gefühlte 157 mal gesungen wird, wirkt das Ganze extrem ideenlos und nervend. Wahrscheinlich wäre hier eine zitierte Bundestagsrede als Songtext deutlich mitreißender gewesen.

Alle Hoffnungen die Band betreffend wird ein weiteres Freuen auf den nächsten und letzten Song so leider zunichte gemacht. Aber da muss man halt als Redakteur durch. Die Mundwinkel zeigen deutlich nach unten, als die ersten akustischen Gitarrenklänge ertönen. Dann setzt der Sänger gefühlvoll ein und langsam entwickelt sich die Melodie des Songs. Die Mundwinkel beginnen zu zucken. Eine wirklich gute Lead Guitar beginnt sich durch das Trommelfell zu schieben und umschmeichelt das Gedächtniszentrum. Diese Ballade setzt sich verdammt fest im Kopf, man singt mit oder sollte ich bei mir besser von grölen sprechen? Welch ein Hammersong zum Abschluss, das rettet die Band auf eine akzeptable Punktewertung.

Fazit: Ein sehr durchwachsenes und zu Beginn schwaches Debütalbum, welches zwar handwerklich solide dargeboten wird, aber doch sehr unter der uninspirierten Produktion zu leiden hat. Dass die Band was auf dem Kasten hat, zeigen die Ballade „This Is God For Me“ und das experimentellere „Bizarre“. Teilweise wirkt das Songmaterial, so wie es hier dargeboten wird, ein wenig lustlos, aber das kann durchaus am Gesamtsound liegen. Man darf gespannt sein, wie sich die Band live schlägt und inwieweit sie sich beim nächsten Album steigern kann.

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