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Bang Tango: Pistol Whipped In The Bible Belt

Bleibt im Durchschnitt stecken
Wertung: 5.5/10
Genre: Hard Rock/Sleaze Rock
Spielzeit: 35:54
Release: 16.03.2012
Label: 78 Productions

Sicherlich wäre es für manche Band wünschenswert, wenn sie die Zeit zurückdrehen könnten, alleine schon deswegen, um an dem Erfolg vergangener Tage partizipieren zu können. So auch in dem Fall von Bang Tango, die eigentlich verzweifelt versuchen, das „schöne Jungs“-Image gepaart mit dem Sleaze-Aufdruck loszuwerden, indem sie uns verkaufen wollen, doch früher durch Funk-Elemente eher näher zu Bands wie Faith No More gewesen zu sein. Übrigens: Die unsägliche „Wer sind nun die richtigen Bang Tango“-Frage wird hier nicht ausgelassen, da kursiert eh schon genug verwirrendes im Netz, doch grundsätzlich ist es für den Fans schade, wenn sich Ex-Mitglieder, Mitglieder oder Originalmitglieder und wie sie sich auch immer schimpfen mögen, es einfach nicht gebacken bekommen, sich an einen Tisch zu setzen und den Zwist ein für allemal auszuräumen – so pendeln Fans weiterhin halt zwischen Bang Tango und Bang Tango Redux.

Fünf Jahre nach dem letzten Werk „From The Hip“ und 25 Jahre nach der Bandgründung liegt nun also das sechste Studiowerk vor. Knapp haben es die Glam-L.A.-Hard’n’Sleazer gehalten, kommen sie doch bei zehn Songs auf eine Spielzeit von 27 Minuten – typische Schallplattenlänge halt. Und gerade weil die Band nun schon so viele Jahre auf dem Buckel hat, so lassen sich Querverweise gar nicht vermeiden, auch beim Opener-Trio, die sich nach mehrmaligem Hören schon als Favoriten herausstellen. „Dick In The System“ lebt dabei nicht unwesentlich von Danko-Jones-Feeling und baut nur wenige Funk-Inspirationen ein, „Suck It Up“ wandelt deutlich stärker auf Sleaze-Pfaden, während „Our Way“ vom AC/DC-Riff geprägt ist.

Gerade das letzte Beispiel zeigt aber auch sehr gut auf, wie passend denn auch die Stimme von Frontmann Joe Jesté ist, denn während viele Glam-Bands eher viel zu glatt gebügelt daherkommen, krächzt seine Stimme schon Bourbon geschwängert und bringt so wenigsten ein wenig Rotz in die Kompositionen. Das alles aber nützt so gar nichts bei dem Totalausfall „Have You Seen her“, ein Kandidat auf die Krone für absolut überflüssige Balladen, ein Beispiel für eine lächerliche C-Kopie einer bekannten Guns N’ Roses-Ballade- einfach erschreckend, wie sehr man sich dem Kommerz anbiedernd erniedrigen kann – „schallalala, I love you so“ steht eher für Schlager als für Rock’n’Roll.

Nach diesem Schlager-Alarm kommen Bang Tango zwar mit mehr Power aus der Halbzeitkabine, doch bis auf das knackige, allerdings blöd eingeleitete „Live Life“ sowie dem rock’n’rolligen Titeltrack „Pistol Whipped In The Bible Belt“ bleibt man eher im hardrockigen Einheitsbrei stecken – schade nur, dass aus dem Informationsblatt nicht hervorgeht, wer denn da als Gastsänger eingesprungen ist.

Nein, so wird das nichts, denn auf „Pistol Whipped In The Bible Belt“ sind nicht nur zahlreiche Durchschnittsfüller, sondern mit der Ballade „Have You Seen Her“ ein glatter Komplettausfall zu verzeichnen. Liebe Bang Tangos, bitte dringend wieder ein paar Shows der ebenfalls in L.A. beheimateten Steel Panther ansehen und ein wenig Schlüpfrigkeit abbekommen, danach schnell über den Teich nach Schweden schauen, wo die heutige Szene schon fast als Lehrbeispiel auch für starken Sleaze herhalten kann, und schon könnte für ein weiteres Album auch wieder genug Inspiration durch die tätowierten Muskeln strömen – mit „Pistol Whipped In The Bible Belt“ ist kein Blumentopf zu gewinnen.

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