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Balzac: Paranoid Dream of the Zodiac

Raffinesse und frischer Input
Wertung: 7.5/10
Genre: Punkrock / Visual Kei
Spielzeit: 36:6
Release: 16.03.2007
Label: Gan Shin Records

Das Frühjahr 2007 ist für die japanischen Horrorpunks von Balzac ein besonders arbeitsintensives: Neben ihrer Couple-Tour zusammen mit MUCC durch die Hallen Europas, veröffentlichten die J-Rocker neben der Split-EP “Der Graf vs. Horrorpunks“ (zusammen mit Bela B. von Die Ärzte) auch noch ihr neustes Studioalbum “Paranoid Dream Of The Zodiac“.

Gegründet hat sich das quirlige Quartett einst im Jahre 1992 im japanischen Kyoto. Was die vier Musiker um Leadsinger Hirosuke bis heute vereint, ist ihre große und kollektive Liebe zu den US- Punk-Ikonen The Misfits. Diese Ehrerbietung geht im Falle Balzacs gar soweit, das sie die schrägen und abgefahrenen Outfits (Skelettanzüge usw.) kopierten und komplett für sich übernehmen.

Wie ihre Vorbilder präsentieren Balzac einen energischen Mix aus melodischem Surf- und derbem Hardcorepunk. Ihre Texte verfassen sie ebenfalls zum Großteil auf Englisch, was einer weltweiten Vermarktung nur umso förderlicher war... Inhaltlich drehen sich die Balzac-Songs - wie auch schon bei den Misfits - zumeist um Themen aus dem mannigfaltigen Bereich des Horrorfilms oder des Okkulten.

Auch der aktuelle Erguss “Paranoid Dream Of The Zodiac“ macht hier keine Ausnahme: So geht es in der 13 Tracks umfassenden Playlist doch zumeist um unheilschwangere Themenfelder wie beispielsweise Halloween, Serienkiller und psychotische Alptraumszenarien... Kurzum ein finsteres Vermächtnis, das dem Zuhörer nicht nur einmal das Blut in den Adern gefrieren lassen sollte.

Entsprechend schaurig-schön beginnt das Intro “Before The Nightmare“ mit seinen sinisteren Kirchturmglockenschlägen und den durchgehend geflüsterten Passagen von Hirosuke. Doch schon mit den beiden nachfolgenden Titeln “Brain Control“ und “The Fright“ beginnt sich das Blatt wieder zu wenden; und aus der mystischen Introsequenz entwachsen zwei dreckige Punkbastarde der Extraklasse: Wer beim Hören dieser hyperaktiven Tracks noch ruhig auf seinem Stuhl verweilen kann, ist a) entweder schon taub oder hat b) nicht die geringste Ahnung von explosiven Punkcocktails der Marke Dead Kennedys und The Exploited: Denn hier wird nicht gekleckert, sondern richtig geklotzt!

Hingegen sind Fabrikate wie “Hurt“, “Killer In The Window“, “Beware On Halloween“ und “Zodiac Killer Part 3“ eher dem Jargon des feuchtfröhlichen Surf- und Partypunks zuzuschreiben. Was bedeutet, das hier besonders viel Wert auf eingängige Melodien und Arrangements gelegt wurde. Eben so richtig schöne und schlichte Pogo-Knüller für Alt- und Jungpunks, die sich zusätzlich als hervorragende Stimmungsmacher entpuppen.

Das Balzac sich aber auch nicht ganz den Klängen des rauen Metalcores entziehen wollten, beweisen sie recht eindrucksvoll beim brutalen Instrumenten-gekloppe auf “Paranoia“ (welcher übrigens zugleich auch der einzige Song in japanischer Sprache auf dem Album ist). Aber auch die donnernden Bassrhythmen und elektronisch verzerrten Einsprengsel auf “The 13th On Friday Night“ sind nicht ohne. Klassischen 90er Jahre Speedpunk haben die Jungs aber auch in ihrem Repertoire und lassen diesen auch ungeniert bei “No Mercy“ von der Leine.

Deutlich uninspiriert wirken hingegen die beiden leblosen Hörspiele “Dream Of The Zodic Part 1 & 2“ (welche Funktion genau diese beiden unnötigen Lückenfüller eigentlich erfüllen wollten, bleibt mir allerdings komplett schleierhaft)... Nicht anders ist es bei dem lieblosen Outro “Unfinished“ (wie passend so ein Songtitel doch manchmal sein kann. Auch hier scheint den Japanern wohl leider ein wenig der Ideenreichtum ausgegangen zu sein. Zumindest kann ich mir auch hier das unnötig gelangweilte Gitarrensaitengezupfe nicht erklären.

Fazit: Mal abgesehen von der recht kurzen Gesamtspielzeit des Albums (ca. 36 Minuten) und drei eher unnötigen Lückenbüßern, besticht “Paranoid Dream Of The Zodiac“ aber dennoch zu genüge über Raffinesse und frischen Input für eine neue Generation junger Punks und Punkerinnen. “Paranoid Dream of the Zodiac“ ist zugleich modern wie aber auch klassisch; und versprüht zudem einen schmackhaften Hauch von Revolution und guter Partylaune...

See it again on the Atom-Age Vampire in 308!"

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