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Bai Bang: Livin’ My Dream

Die schwedische West Coast?
Wertung: 8/10
Genre: Glam Rock, Hard Rock
Spielzeit: 35:07
Release: 22.07.2011
Label: AOR Heaven/Soulfood

Bereits seit Ende der achtziger Jahre sind Bai Bang nun als Band unterwegs. Während all dieser Zeit haben sie sich ihren unverkennbaren Musikstil ganz zum Trotz jeglicher Modebewegung bewahrt. Jetzt, nach vielen Jahren Musikgeschäft und exzessivem Touren, kommt das neunte Album der Schweden in die Plattenläden.

Stilistisch kann „Livin’ My Dream“ grundsätzlich dem Hard Rock zugeordnet werden. Allerdings hat sich unter diesen Hard Rock auch eine Riesenportion Glam Rock, beziehungsweise Glam Metal, gemischt. Bei den Schweden ist diese Mischung aber keine Verkaufsstrategie, die Band existiert bereits so lange, dass sie die Hochzeit des Glam Rock noch selbst erlebt hat. Die Rocker liefern zehn erfrischende Songs, die sich allesamt sehen lassen können. Neben rockigeren Nummern wie dem Opener „We’re United“ sind auch geringfügig ruhigere Nummern wie das melodische „Come On“ auf der Platte vertreten, was der Band auch gut steht. Ausgezeichnet durch ein nicht zu aufwändiges Schlagzeugspiel, breite Gitarrensounds, viele Solis und einen ganz schön aufgemotzten Gesang vermittelt die Band den Flair einer US-Westcoast-Combo. Dass die Gruppe eigentlich mitten aus Südschweden kommt, stört dabei nicht. Mit stadion- und radiotauglichen Nummern wie dem ruhigen, aber emotionalen „Gonna Have It All“ und der Folgenummer „Tonight“ sprechen Bai Bang ein breites Publikum an. Dabei setzten sie sich aber niemals der Gefahr aus, ganz in die Klischeeecke abzurutschen. Mit erdigen Rockparts wird der Kahn immer wieder herumgerissen und in wildere Gewässer gesteuert. Die Balladenanzahl auf der Scheibe kann mit Null beziffert werden, wobei „Gonna Have It All“ schon eine Schlagseite in Richtung Power-Ballade hat. Dass die Schweden aber auch einfach nur geradlinig abrocken können, das beweisen sie mit der Nummer „Rock It“. Der Song erinnert in seiner Songstruktur und der Aufmachung an die Kanadier von Nickelback.

Die Scheibe wurde sauber und modern produziert, kein Retro-Achtziger-Verschnitt, sondern eine Weiterentwicklung, wie sie eine Band erfahren sollte. Natürlich klingt der Sound nach vergangenen Tagen, doch Bai Bang haben ihren eigenen Sound immer bewahrt und stets verfeinert und verbessert. Deshalb darf hier durchaus von einer Entwicklung gesprochen werden. Die prägnantesten Merkmale stellen die Drums mit dem klassischen, unterlegten Hall und die Gitarren, die einen typischen L.A. Lead Sound erhalten haben, dar. Dadurch klingen die Rocker frei, weit und nach einer Harleyfahrt in den Rocky Mountains. Alternativ darf man sich auch einen Highway an der Küste während des Sonnenuntergangs vorstellen. So klingt vertonte Freiheit.

Hier soll allerdings jetzt nicht der Eindruck vermittelt werden, die Scheibe sei nur etwas für Harleyfahrer. Dem ist natürlich nicht so. Freunde fast aller großen Stadionrockbands wie Mötley Crüe, Ratt und wie sie noch alle heißen, sollten hier einmal reinhören. Die Schweden haben schon mit anderen großen Bands bewiesen, dass sie rocken können. Bai Bang halten die Rockkeule wieder hoch und erweisen sich als würdige Traditionsfortführer. „Livin’ My Dream“ ist ein nicht sehr innovatives, aber handwerklich und stilistisch völlig einwandfreies Rockalbum, das einiges an Aufmerksamkeit erregen dürfte.

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