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Bad Cop/Bad Cop: The Ride

Knackiges Punk-Rock-Album mit kleineren Schwächen
Wertung: 7/10
Genre: Punk
Spielzeit: 32:16
Release: 19.06.2020
Label: Fat Wreck

Wenn man über Punk-Rock schreibt, kann man zugleich feststellen, dass es sich hier immer noch um eine ausgeprägte Männerdomäne handelt. Sicher hat sich der weibliche Publikumsanteil bei Konzerten mittlerweile stark erhöht, auf der Bühne ist man jedoch noch weit von einem Gleichnis der Geschlechter entfernt. Umso erfreulicher ist es, dass sich mit Bad Cop/Bad Cop eine reine Damen-Band vorstellt, welche mit „The Ride“ ihr drittes Album am Start hat.

Schon beim Opener „Originators“ stellt der Vierer klar, dass man den Herren in puncto Dynamik in rein gar nichts zurücksteht. Die Kalifornierinnen schmettern direkt ein schnittiges Stück auf die Scheibe, welches ohne große Umschweife zum ersten Pogo einlädt und Fronterin Stacey Dee zugleich in Hochform erleben lässt. Zugegebenerweise ist ihre giftige, teils einschneidende Art des Gesangs stellenweise gewöhnungsbedürftig, unterstreicht und bereichert allerdings sämtliche Songs. Mal ganz davon abgesehen, dass sich Bad Cop/Bad Cop hier ein absolutes Wiedererkennungsmerkmal sichern.  

Auch ihre kalifornische Herkunft meint man immer wieder durchhören zu können, das gesamte Album wirkt ungemein frisch und fluffig und spült ein ums andere Mal die Lauscher mit Vollgas durch. Und genau in diesen druckvollen Songs möchte man die Stärken der Band heraushören und festmachen. Titel wie „Certain Kind Of Monster“ oder „I Choose“ machen einfach Laune und sind bestens zum Abgehen geeignet. „Simple Girl“ setzt hingegen auf markante Riffs, die eine dermaßen dominante Wirkung entfalten, dass der gar nicht so flotte Song einen ordentlichen Extra-Kick erfährt. Dabei lassen sich es Bad Cop/Bad Cop nicht nehmen, zwischen persönlichen Texten auch noch ein paar gesellschaftskritische Worte zu verlieren.

Bei all den geradlinigen Punk-Nummern muss man den Kalifornierinnen definitiv lassen, dass sie sich nunmehr stärker um die kompositorische Linie bemühen. Gerade bei „Pursuit Of Liberty“, „Perpetual Motion Machine“ und „The Mirage“ versucht man doch einen anderen Weg zu gehen, da werden Tempoverschiebungen eingebaut und stilistisch etwas vom typischen Punk-Rock abgegangen; leider funktioniert dies aber nur bedingt und lässt damit der Scheibe noch etwas Luft nach oben. Auch beim Chorus darf etwas gekrittelt werden, der könnte an manchen Stellen doch etwas mehr Druck haben. Trotzdem macht „The Ride“ unterm Strich einfach mal viel Spaß, Tracks wie „Community“ und „Breastless“ lassen extremst auf eine Fortsetzung ihrer verschobenen Tour hoffen, denn live sollten diese Stücke anständig zünden.

Insofern fällt das Fazit etwas gemischt, aber vor allem hoffnungsvoll aus: Der Gesamteindruck ist einfach gut und wenn man hier und da etwas zu meckern hat, dann wohl nur aus dem Grund, dass Bad Cop/Bad Cop ihr Potenzial dermaßen großzügig aufblitzen lassen, dass man zumindest für die nächste Bewertung sich noch ein paar Punkte Luft lassen sollte. Komplettausfälle gibt es immerhin nicht zu vermelden, die kleineren Schwächeleien kann man gut überhören und in Zukunft darf man sich überraschen lassen, was die Damen noch zu bieten haben.

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