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Bad Bones: A Family Affair

Definitiv kein Pflichtkauf
Wertung: 3.5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 43:16
Release: 14.05.2010
Label: Madhouse Music

Wenn mich die Platte einer Band erreicht, deren Gründer vor nicht allzu langer Zeit noch in einer Power Metal-Band namens White Skull tätig war, schellen bei mir schon sämtliche Alarmglocken. Wenn die neue Band dann auch noch Bad Bones heißt und auf dem Cover drei putzig-pseudoböse Totenschädel zu sehen sind, sollte man die Scheibe eigentlich direkt aus dem Fenster werfen.

Dass die Band des ehemaligen White Skull-Bassisten Steve Balocco nicht nach Power Metal klingt, ist reines Glück – nach Hard Rock, wie in der Bandbiografie angegeben, klingen sie aber auch nicht direkt. Zumindest nicht nach solchem, den man sich öfter als einmal anhören möchte. Auf der ganzen Platte, auf der immerhin zwölf Songs versammelt sind, bleibt ausgerechnet die einzige Ballade als einziges positives Erlebnis im Gedächtnis.

Aber fangen wir lieber vorne an: Besagter Herr Balocco, der bereits 2003 bei seiner Vorgängerband ausgestiegen war, gründete die Bad Bones vier Jahre später, zusammen nit Gitarrist Meku Borra und Drummer Lele Balocco. Ein selbstproduziertes Debüt wurde, limitiert auf 500 Kopien, in Italien zum Megaseller – soweit die Anzahl das zulässt – und Anfang des Jahres durfte das Trio sogar beim Italian Gods of Metal-Festival auftreten; für mich nur wieder ein Beweis, wie wenig die Italiener von gutem Hard Rock verstehen, aber das nur nebenbei.

Uns liegt jetzt also die zweite Scheibe „A Family Affair“ vor, die mehr oder weniger soliden, aber keineswegs befriedigenden Hard Rock beinhaltet, was nicht zuletzt an den abgelutschten Songarrangements liegt. Steves Gesang trägt sicher auch dazu bei, dass die Platte bei mir nicht richtig zündet, klingt er doch wie eine überanstrengte Version von Lemmy, der sich seine Reibeisen-Stimme ja immerhin durch mindestens 40 Jahre exzessiven Alkohol- und Zigarettengenuss hart erarbeitet hat.

Das rein instrumentale Intro lässt sich noch recht vielversprechend an, passt aber im Nachhinein kein bisschen zum Rest der Platte, klingt es doch eher nach End Of Green als nach Hard Rock. „Modern Times“ bereitet uns auf den Rest der Platte vor: Der Sound ist erdig, passt also ganz gut zum angestrebten Genre, doch als der Gesang einsetzt – mit lustigem Akzent übrigens – hört der Spaß auf. Dabei ist der Song wenigstens noch ein Ohrwurm, wohingegen Stücke wie „No Way Out“ oder der Titeltrack nur am Hörer vorbeiplätschern; peripher bekommt man zwar mit, dass Musik läuft, interessant ist allerdings was anderes.

„Street Dogs“ kommt mit pseudo-aggressivem Unterton im Gesang daher, der wie eine misshandelte Version von James Hetfield anmutet, das nicht wesentlich spannendere „With The Lights Off“ besitzt aber wenigstens eine halbwegs einprägsame Gitarrenspur im Refrain und auch „Desperado“, bei dem Steve von Roberto Tiranti, dem Sänger der – wir hatten es befürchtet – Power Metal-Band Labyrinth unterstützt wird, verleitet zum Skippen. Lediglich das eingangs erwähnte „Don’t Let The Spirits Get In“, das Gott sei Dank auch den Rausschmeißer darstellt, hat einen sehr angenehmen Charakter, weil der Sänger sich hier mal nicht anstrengen muss, sondern seine recht tiefe und etwas an Chris Cornell erinnernde Stimme einfach so nutzt, wie er es schon die ganze Zeit hätte tun sollen. Tatsächlich ist der Song regelrecht ergreifend, ohne kitschig zu wirken, trotz der einsamen Akustikgitarre.

Fazit: Bad Bones’ „A Family Affair“ ist sicher keine Platte, die man unbedingt im Schrank stehen haben muss. Zu simpel sind die Songs gestrickt, zu wenige Überraschungen und ein in weiten Teilen zu überanstrengt wirkender Sänger vermiesen einem den Genuss doch gehörig. Aber: Immerhin ist aus dieser unglücklichen Symbiose kein Power Metal entsprungen.

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