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Baby Lou: Perk

Hier wird zu oft gebremst
Wertung: 6/10
Genre: Emo, Pop-Punk, False Metal
Spielzeit: 24:39
Release: 09.01.2015
Label: Midsummer Records

Es war ja nur eine Frage der Zeit, bis bei all den abstrusen Genrebezeichnungen „False Metal“ aufkommt. Baby Lou aus dem Saarland haben sich diesen Schuh nun freiwillig angezogen – ob mit ihrer Aussage „Death to all but false metal!“ dem Weezer-Album „Death To False Metal“ huldigen oder ganz einfach Manowar und Konsorten verarschen wollen, sei mal dahingestellt. Was die Combo dem Hörer letztendlich vorsetzt, ist eine recht verpeilte Mischung aus Emo und (Pop-)Punk, die sich auf den knapp 25 Minuten Spielzeit leider ganz oft selbst ausbremst.

Dabei sind Baby Lou längst keine Anfänger mehr. Mit „Fresh Water In A Dirty Glass“ und „Stagedivings Into Total Darkness“ sind bereits zwei Alben erschienen, die EP „Perk“ legt nun via Midsummer Records nach – das gute Stück erscheint ganz im Geiste des aktuellen Trends zwar als Download und 10"-Platte, nicht aber als CD. Entstanden ist das neue Scheibchen während der Baby-Lou-Tour durch Brasilien, rumgekommen sind die Jungs in der letzten Dekade also auch.

Und insgesamt beinhaltet „Perk“ tatsächlich ein paar Passagen, bei denen man sich ein breites Grinsen nicht verkneifen kann; der Opener „Wilma“ startet mit verheißungsvollem Schlagzeug, es gesellen sich ebenso düstere wie spannende Gitarren dazu, mit Einsatz von Sänger Marco wird es dann äußerst lärmig, was aber durchaus zur Instrumentalkulisse passt – dann setzt Klargesang ein, der einfach zu sehr an amerikanische High-School-Romanzen erinnert.

Das folgende „Blazer“ bläst dann zumindest im Intro schon etwas mehr frischen Wind herein, bremst sich dann aber mit ähnlichem Gesang wieder selbst aus, dabei hätte nach den Einstiegsgitarren ein richtig flotter Pop-Punk-Rotzer daraus werden können. Erst im Refrain wird wieder die Hysterie-Keule geschwungen. Bisschen spät, aber so kriegt der Track noch mal ordentlich Fahrt.

Der Titeltrack bewegt sich insgesamt in gemächlicheren Gefilden, was aber gar nicht so schlecht ist – so bewegt sich die Truppe in einem gleichmäßigen Tempo, statt ständig auf die Bremse zu treten. Auch im finalen „Garp“ zeigt sich wieder die Krux am Sound der Saarländer – die instrumentalen Intros brezeln immer wie Hölle, dann wird allerdings mit Klargesang oftmals das Tempo zu weit heruntergefahren. Immerhin, die Herren bemühen sich um Abwechslung, das muss man ihnen schon zugute halten. Und fähige Musiker sind hier außerdem am Werk, denen man in Sachen Atmosphäre aufbauen so schnell nichts vormachen kann; nur wird selbige in den meisten Songs auf „Perk“ zu schnell wieder eingestampft. Schade, denn einige großartige Momente wie zum Beispiel die Intros bei „Wilma“ und „Blazer“ bleiben fest im Gedächtnis verankert. Trotzdem müssen Baby Lou sich an dieser Stelle mit sechs Punkten zufrieden geben.

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