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[b.abuse]: Devil's Harvest

Nicht für jedermann geeignet
Wertung: 6.5/10
Genre: Ambient, Post-Hardcore, Experimental, Doom Metal
Spielzeit: 46:09
Release: 17.08.2012
Label: Midsummer Records

[b.abuse] sind Labelhopser. Schaut man sich die Diskografie der Saarbrückener Truppe mal an, findet man kaum zwei Alben, die beim gleichen Plattenlabel veröffentlicht wurden. Das macht aber nichts, da die bereits seit 1991 herumschrammelnde Combo mittlerweile bei den Kollegen von Midsummer Records angekommen ist – für experimentellen Metal wie ihn die Band hier zelebriert sicher nicht die schlechteste Wahl.

Weder auf der Bandpage noch auf dem Infoblättchen lässt sich übrigens herausfinden, wie viele Bandmitglieder denn nun genau bei [b.abuse] am Werke sind; andererseits hat eine Band, die ihren Musikstil unter anderem mit „Chaos“ beschreibt wahrscheinlich nicht besonders viel Interesse daran, die bandinternen Strukturen detailliert aufzuschlüsseln. Nach diversen Demos, 7“-EPs, einem Do-It-Yourself-Tape und den Alben „Connemara“, „Misery Is The Rhythm Of The World“ und „All Anmials Are Laying Trail“ ist jetzt mit „Devil’s Harvest“ eine neue Scheibe am Start, die via Midsummer als digitaler Download und Vinyl erscheinen wird. Interessanterweise hat die Band im Download-Packade (zumindest in der Promoversion) neben nur einem einzigen Bandfoto einige verstörend geniale Kunstwerke virtuell mitgeliefert, die einen absolut makaberen Charme versprühen, einen aber nicht mehr loslassen. Titel wie „Unterm Horizont“, auf dem ein Gehängter abgebildet ist, der an einer Telefonleitung baumelt, während eine Frau im wehenden weißen Kleid an ihm vorbeischlendert, lassen in etwa ahnen, in welche Richtung auch die Musik der Formation tendieren könnte.

Leicht zu erklären ist die musikalische Ausrichtung der Band keineswegs – hier treffen doomige Gitarren auf Post-Hardcore-Atmosphäre, Ambient-Samples auf experimentelle Metalscreams. Was man davon halten soll, kann man nach den ersten Durchgängen noch gar nicht so genau in Worte fassen. „Devil’s Harvest“ ist also in erster Linie eine Scheibe, die Anlaufzeit benötigt. Doom-Fans sind hier ganz klar schon mal im Vorteil – Songs wie beispielsweise „Der Bremser lässt ein Eisen tanzen“ warten zwar mit streckenweise wirklich genialen Instrumentalpassagen auf, es passiert aber eben teils nicht wirklich viel. Das muss man mögen, sonst ist man zumindest bei diesem Song fehl am Platz.

Ganz anders schaut es da bei „Confused And Dead“ aus, das weit schneller überzeugen kann: Mit Pianoklängen und einer wahnsinnig resignierten Stimme, die irgendwie direkt an Johnny Cashs „Hurt“ erinnert, schleppt sich der Song bald sieben Minuten lang dahin. Erst im zweiten Drittel wird dann mit flirrenden Gitarren und einer wesentlich aggressiveren Stimme ordentlich Fahrt aufgenommen – ein Meisterstück und wahrscheinlich der beste Song auf „Devil’s Harvest“.

Beim Opener „Scissor/Monkey“ bringen es [b.abuse] irgendwie fertig, in ein ähnlich gestricktes Stück wie „Confused And Dead“ noch etwas einzufügen, was wie Cyber-Walgesänge anmutet. „Monsieur Bastard“ startet dafür mit einem Spoken-Word-Sample, bei dem man erst meint, die Platte würde hängen – das Ganze entlädt sich aber schon nach recht kurzer Warmlaufzeit in einem fast Post-Hardcore-lastigen Gewitter aus verzerrtem Geschrei und intensiven Gitarren. Dynamisch geht es zur Sache, ordentlich Snare-Einsatz und etwas zu leise Vocals legen das Fundament für über sieben Minuten Chaos.

Tja, was zieht man nach solch einem Ausbruch nun als Fazit? Tatsache ist, dass [b.abuse]] technisch und songschreiberisch durchaus einiges auf dem Kasten haben. Allerdings dauert es als Band-NichtkennerIn ein wenig, bis man sich mit der Musik der Saarländer angefreundet hat. Wer scheuklappenfrei durchs Leben geht, kann hier gut reinhören.

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