Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Ayreon: The Theater Equation

Muss jeder Anhänger von Arjen Lucassen, Ayreon oder Prog Metal im Allgemeinen haben
keine Wertung
Genre: Progressive Rock/Metal
Spielzeit: 108:40 (Konzert) / 78:17 (Bonusmaterial)
Release: 17.06.2016
Label: InsideOut

Eigentlich kann man es kurz machen: Jeder, der nicht bei einer der vier „The Theater Equation“-Vorstellungen, die vom 18. bis 20. September 2015 im Rotterdamer Nieuwe Luxor stattfanden, dabei war, hat eine Menge verpasst. Negative Stimmen waren praktisch gar nicht zu hören, vielmehr, dass man weit mehr geboten bekommen habe, als man zuvor erwartete. Klar wirkte das schauspielerische Element stets ein bisschen amateurhaft, aber keiner von den Sängerinnen und Sängern ist schauspielerisch ausgebildet und im Rahmen ihrer/seiner Möglichkeiten hat mit Sicherheit jede/r das Beste aus sich herausgeholt.

Zu erkennen war auf jeden Fall immer, dass alle Anwesenden einen Riesenspaß an der Sache hatten, was sich auch in hervorragenden instrumentalen und gesanglichen Leistungen widerspiegelte. Farbenfrohe, schöne Kostüme und ein extra entworfenes Bühnenbild trugen zusätzlich dazu bei, dass den Aufführungen auch tatsächlich Theater-Flair innewohnte – aber es war ohnehin sensationell genug, dass Arjen Lucassen, der Live-Verweigerer, eines seiner komplexen Prog-Metal-Musicals auf die Bühne brachte, und wenn schon, denn schon; jeder, der den Ayreon-Genius kennt weiß, dass ihm seine Fans sehr wichtig sind und dass er ihnen dann auch das volle Paket bieten möchte.

Da logischerweise nicht jeder Ayreon-Anhänger dabei sein konnte, war es im Prinzip eine Selbstverständlichkeit, das Ganze auch auf DVD und Blu-ray zu veröffentlichen. Es war die letzte der vier Shows, die für diesen Zweck aufgezeichnet wurde; an sich logisch, denn bei einem solch groß angelegten Projekt passiert es ja des Öfteren, dass bei der ersten, vielleicht auch noch der zweiten Aufführung nicht jedes Zahnrad ins andere greift, noch nicht alles rund läuft und man erst noch richtig zusammenfinden muss. Bei jener Vorstellung war auch der Verfasser dieser Zeilen vor Ort anwesend – alles Relevante zur Performance selbst kann daher an anderer Stelle im Konzertbericht nachgelesen werden.

In dieser Rezension hingegen nur noch einmal die Kurzfassung: Es war fantastisch und in der Tat mehr als man erwarten konnte. Das Eintrittsgeld war schon Heather Findlay mit ihrer tränentreibenden Darbietung in „Sign“ wert, doch auch alle anderen zeigten sich in bestechender Form, ganz weit vorne vor allem Magnus Ekwall als Pride, doch auch der so oft gescholtene James LaBrie in der Hauptrolle machte sich sehr gut. Bedauerlich, dass Mikael Åkerfeldt und Devin Townsend nicht dabei sein konnten, aber Anneke van Giersbergen und Mike Mills vertraten sie definitiv mehr als würdig. Bei den Instrumentalisten konnte vor allem Ben Mathot an der Geige mit einer überirdischen Performance ganz besonders begeistern.

Mit anderen Worten: Natürlich kommt niemand um die Anschaffung dieses Produkts herum, sowohl die Glücklichen, die im letzten Jahr dabei sein durften, als auch diejenigen, die es nicht geschafft haben, aber gerne dabei gewesen wären. „The Theater Equation“ kommt als Blu-ray, als Special Edition mit 2CDs+DVD sowie in der Edel-Variante als Ltd. Deluxe BluRay+2DVD+2CD Artbook. Erste Eindrücke lieferten bereits die Vorab-Clips zu „Day Two: Isolation“ und „Day Eleven: Love“ auf YouTube. Wir Schreiberlinge mussten uns mit einem Stream als Promo zufrieden geben, der nicht in HD gehalten ist und in den YouTube-Videos ist zwar zu sehen, dass ein relativ scharfes Bild vorliegt, doch nach zwischenzeitlicher Sichtung der Blu-ray muss konstatiert werden, dass das Bild nach heutigen Standards auch im Endprodukt nicht optimal ist. Wer nicht gerade HD-Fetischist ist, wird damit leben können, aber da wäre definitiv Luft nach oben gewesen. Schade. Tonmischung, Schnitte und Kameraführung können hingegen überzeugen, zumal es bei so vielen Beteiligten gar nicht mal so einfach sein dürfte, zu entscheiden, wohin man die Kamera wandern lässt und wann das Cutter-Messer anzusetzen ist.

Als Bonus wird außerdem rund 80 Minuten Bonusmaterial vorliegen, auch das war leider nicht in der Promo enthalten, doch ist im zugehörigen PDF-File von „Behind The Scenes“-Material, Probe-Sequenzen und einem Trailer die Rede – im Zusammenhang mit einem so besonderen Event bestimmt sehr interessant für jeden Fan. Fazit: Auch wenn bei der Bildqualität leichte Abzüge in der B-Note gemacht werden müssen – jeder Anhänger von Arjen Lucassen, Ayreon oder Prog Metal im Allgemeinen muss das Teil in jedem Fall haben, geiert aber wahrscheinlich sowieso schon wie ein Besessener auf den 17. Juni.

comments powered by Disqus

Vigilance, Erazor & Spiker im Konzert (Essen, Oktober 2017)

„Bisschen Bier, bisschen Headbangen, bisschen Metal“

Insgesamt gelungener Tourauftakt im verregneten Hamburg