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Axxis: reDISCOver(ed)

Da hätten sie mehr draus machen können
Wertung: 5/10
Genre: Rock/Pop
Spielzeit: 54:49
Release: 18.05.2012
Label: Phonotraxx Publishing

Schon weit im Vorfeld der Veröffentlichung waren Axxis bemüht zu betonen, dass es sich nicht um ein reguläres Bandalbum handelt, sondern allein ein reines Spaßprodukt sein soll, welches zudem gleich auch lediglich auf dem bandeigenen Label Phonotraxx Publishing erscheinen soll. Zudem hatten die Fans sogar die Möglichkeit, an der Setlist mitzurocken, wobei das eher einer kleinen Mogelpackung gleicht, standen doch nur unwesentlich mehr Songs als auf dem Album gelandete zur Auswahl.

Doch auch wenn die Dortmunder Heavy Rocker bei The-Pit.de einen fetten Stein im Brett haben – man beachte doch bitte hier die präsentierten Heimspiele im Lünener Lükaz Anfang November, dieses Mal mit einer Neuauflage am 2. November 2012 – so müssen die sympathischen Herren einiges an Kritik einstecken. Grundsätzlich ist es ja sehr lobenswert, einige Pop-, Rock- und Disco-Klassiker unter die Axxis'sche Lupe zu nehmen und einem Feintuning zu unterziehen, doch allein schon bei der Songauswahl hätte man der Truppe ein wenig mehr Mut gewünscht, denn mit den vorliegenden Werken gehen sie einfach eine Spur zu sehr auf Nummer sicher, denn fast alle Songs sind schon dermaßen durch den Radioäther geschickt worden, dass sogar jeder Rockfan und/oder Metaller die Noten rückwärts pfeifen kann.

Kritikpunkt Numero zwei: Wenn schon covern, dann doch bitte viel mehr das eigene Credo in den Vordergrund stellen. Bernie und Co. hätten hier einfach etwas mehr die Songs durch die Axxis-Mangel drehen sollen und nicht zu sehr nach den Originalen schielen, denn dass das Quintett spieltechnisch genug auf der Pfanne hat, ist sicherlich unbestritten – hier hätten sie sich einfach deutlich mehr austoben sollen. Knorkator z.B. haben ebenfalls zumindest live „Ma Baker“ im Gepäck und hobeln hier viel unkonventioneller, die Night in Gales verwursten z.B. „Maniac“ in eine pure Melodic-Death-Schmonzette.

Natürlich modifizieren die Jungs ein wenig an den Songs – so hört man schon dezent rockende Gitarren bei „Somebody To Love“, so lassen sie die Grabscher von der Flöte und ersetzen diese durch das Keyboard bei „Locomotive Breath“, punkten können sie mit dem treibenden „White Wedding“ – stellt sich nur die Frage, ob Bernie wie Billy so richtig schön fies die Lippe hochziehen kann. Mit „I Was Made For Lovin' You” greifen sie aber auch ganz tief in die Kiste der mehr als ausgelutschten Songs, bei „My Heart Will Go On“ muss der Axxis-Frontmann der weiße Tuch der Kapitulation herausholen und auch der Einsteiger „Another Day In Paradise“ ist eine Mischung aus Schmunzel- und „Ich kann es nicht mehr hören“-Songs.

Fazit: Fans dürften hin- und hergerissen sein, zum einen ob der Entlanghangelei am Original und den manchmal zu sehr fehlenden Axxis-Soundseinflüssen, zum anderen hat man nun aber die kleine Rockscheibe für die nächste Party, ohne dass man verschämt zugeben muss, dass man auch andere Songs hat als schwermetallische Kost – „Wieso? Steht doch Axxis drauf!“. So bleiben die Tanzgaloschen doch auf dem staubigen Dachboden, der Kaffeekranz nebenan bei der Gartenparty erfährt auch keine wesentliche Störung – tut nicht weh, kann man haben, muss aber nicht. Schade eigentlich.

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“