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Axxis: 20 Years Of Axxis – The Legendary Anniversary Live Show

Kodderschnauze meets Rockspirit meets Dresscode – sollte man gesehen und gehört haben
Wertung: 10/10
Genre: Heavy Metal/Melodic Metal
Spielzeit: ca. 180 Minuten
Release: 03.06.2011
Label: Phonotraxx Publishing

Hatten die Jungs von Axxis am 4. April 1988 überhaupt daran geglaubt, dass sie zum 20-jährigen Jubiläum wieder in der prall gefüllten Zeche Bochum spielen werden und sich so ein Abschnitt der Karriere rund gestalten würde? Wohl kaum. Trotzdem, die Dortmunder gehören zu den Urgesteinen der deutschen Melodic-Metal-Geschichte, vollgepackt mit Herzblut, Tradition und Anekdoten.

Auch heute noch gelten die Axxisianer als fannah, denn nach annähernd jeder Show lassen sie sich bei den Fans blicken, posieren für Unmengen an Fotos, jederzeit bereit, sich im kleinen Plausch mit der Basis auszutauschen. Beim 20-jährigen Jubiläum kommt genau das alles zum Tragen – dicht gedrängt schieben sich die Fans gen Bühne, der Budenzauber kocht schon hoch, bevor überhaupt einer des Quintetts die Bühne betritt – und wie bitte kann man die Bodenständigkeit der Truppe auf DVD besser einleiten als mit „Mir geht der Arsch auf Grundeis!“?

Sicherlich darf man davon ausgehen, dass Axxis eigentlich nach den ganzen Jahren genug Routine entwickelt haben, um auch mit solchen Feiern lockerflockig umgehen zu können, doch an jenem Dezemberabend in der Zeche Bochum hatten sie nicht nur einiges Besonderes, sondern etwas Einmaliges zusammengestellt. Wobei die Setlist des Abends gar nicht von den Jungs, sondern von den Fans selbst zusammengewünscht wurde – seltsamerweise mit reichlich Balladen ausgestattet.

Heutzutage feiert ja schon jede Wald- und Wiesencombo ihre DVD-Releases, doch auch das ist bei Axxis wieder ein wenig anders. Erst aus der Nachfrage einiger Fans heraus, ob sie denn das Konzert mitfilmen dürften, wurde die Idee geboren und nachher auch in der Tat umgesetzt – somit ist klar, dass hier keine Hightech-Produktion zu erwarten ist. Doch genau das macht die Truppe so sympathisch, hier vermischt sich mal eben die Kodderschnauze aus dem Pott mit dem Malocherimage, ein Grund mehr, warum die DVD dann auch als „Official Bootleg“ auf dem eigens dafür selbst gegründeten Label Phonotraxx Publishing veröffentlicht wird.

Aber wenn auch Bootleg draufsteht, so haben weder Bild noch Sound viel mit den vor allem in den Achtzigern so extrem bei Fans beliebten Bootlegs zu tun, deren Tonqualität häufig unter aller Sau waren. Zwar hinken Axxis mit ihrer „20 Years Of Axxis“ den heutigen Soundstandards ein wenig hinterher, doch das fällt nicht wirklich ins Gewicht, denn wenn man dazu in Relation den auf der Bühne gebotenen Aufwand mitbekommt, so liegt hier ein Zeitdokument vor, was wirklich den Titel „legendary live show“ mit Stolz tragen kann.

Nicht nur, dass Axxis sich auf eine Zeitreise von der aktuellen Gegenwart („Utopia“, „Blood Angel“) in Richtung noch immer aktueller Vergangenheit gegeben („Living In A World“, „Tears Of The Trees“), nein, mit „Hot Love“ und „Kill Or Die“ wurden erstmals in einem Medley Pre-Axxis-Songs eingebaut – besser kann man die Fanherzen wohl kaum verwöhnen. Und genau dieses Flair kann man ebenfalls in allen möglichen Sequenzen erkennen, angefangen von den Faninterviews über Dorsten-Gudruns Rasseleinsatz zu „Little War“ und „Touch The Rainbow“ bis hin zu zahlreichen Schwenks ins Publikum, wo man schnell viel bekannte Gesichter ausmachen kann, die man zumindest in Pottnähe immer wieder auf Axxis-Konzerten trifft. Etwas spezieller macht es dann den Abend in der Zeche Bochum, dass nicht nur die Ruhrgebiets-Fanszene eintraf, sondern Fans aus der Schweiz, Frankreich oder sogar Australien den Weg nach Bochum gefunden haben.

Axxis hatten für diesen Abend eine Menge alter Wegbegleiter eingeladen, und gekommen sind sie alle, seien es die beiden Ex-Axxisianer Kuno Niemeyer und Walter Pietsch, auch Pink Cream 69-Schlagwerker Kosta Zafiriou hieb zu „Wind In The Night“ in die Felle, Fernseh-Toto war genauso zu Gast wie Pausenfüller Der Obel.

„Da warst du ja noch beim Papa im Sack“ – genau wegen diesem lockeren Mundwerk lieben die Fans Frontmann Bernhard und seine Mitstreiter und an jenem 13. Dezember 2009 noch ein bisschen mehr. Gejohle, Pommesgabeln, endlose Klatschparts, textsichere Fans in bester Feierlaune, alles, was eine Axxis-Show so ausmacht, und hier noch ein bisschen mehr. Wer dabei war, taumelt wohl heute noch vor Glückseligkeit, alle anderen sollten sich diese einmalige Jubiläumsfeier nicht entgehen lassen. Und wer hätte es gedacht – Axxis machen sogar im Anzug etwas her – sollte man gesehen und gehört haben. Na Na Na, hey, hey… und ein Küsschen.

Deutsch
Untertitel: Englisch, Spanisch, Französisch
FSK 0
Code Free
Bonus: Interviews

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