Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Axel Rudi Pell: Game Of Sins

Gewohnte Kost
Wertung: 7/10
Genre: Heavy Metal/Melodic Metal
Spielzeit: 64:42
Release: 15.01.2016
Label: Steamhammer/SPV

Voller, härter, griffiger, routinierter, alles nach Plan....eine Menge an Begriffen, die sich im Begleitschreiben zur CD finden, welche man aber nur bedingt so stehen lassen kann. Alles nach Plan und Routine sind zwei dieser Worte, die man dann vielleicht auch weniger wohlmeinend mit Schema F und „keine neue Ideen“ abspeisen könnte. Zumindest drängt sich nach mehreren „Game Of Sins“-Durchläufen schnell auf, dass hier einmal mehr Axel Rudi Pell ein tolles Album veröffentlichen, allerdings nicht einen Millimeter weit über den Pell'schen Tellerrand schauen – die Fans wird es vollauf zufrieden stellen, bekommen sie doch erwartbare und gewohnte Kost.

Wenn also schon klar ist, dass große Neuerungen hier nicht zu erwarten sind, dann liegt es halt an den Details, die „Game Of Sins“ schlussendlich zu einem hörenswerten Album werden lassen. Zu den herausragenden Songs gehört unter anderem auch der Titeltrack, der sich trotz seiner fast neun Minuten langen Spieldauer als perfekt ausbalancierter Song anbietet, der mit einem ausladenden, stimmungsvollen und auch leicht mystischen Intro punktet, mit emotional dramatischer Epik und dem einen oder anderen orientalischen Ausritt vollgepackt ist und Johnny die Möglichkeit gibt auch hier voller Inbrunst und wie gewohnt gerade bei den Midtempo-Songs zu glänzen.

Auf der anderen Seite muss man aber auch feststellen, dass es so manches Mal allein an Johnnys Stimme liegt, dass eher durchschnittliche Songs mehr Aufmerksamkeit bekommen. In vorderster Reihe wären da die balladesken Stücke zu nennen, wie z.B. „Forever Free“, wo einmal mehr wieder viel Herzschmerz regiert und man in die reichlich keyboardgeschwängerte Atmosphäre und  Pell'schen feinfühligen Gitarrenwelten entführt wird - dennoch ist auch dieser Song nur eine Ballade wie so viele.  Deutlich griffiger kommt da schon „Breaking The Rules“ mit seiner hardrockigen Attitüde daher, das mal balladesk, mal schwer schleppend riffend als meilenweiter Gewinner hervorgeht. Da kann dann auch „Lost In Love“ nicht mithalten, auch wenn vor dem geistigen Auge schon jetzt die nächste Feuerzeugwinkerei auftaucht - der perfekte Träumerei-Stoff für ARP-Fans, doch auch hier liegt es allein an Johnnys Gesang, dass der ruhige Stoff auch seine wirklichen emotionalen Momente bekommt, selbst wenn zwischendurch die Streicher für einen schön sehnsuchtsvollen Anstrich sorgen.

Ansonsten tauchen aber auch immer wieder Songs typischer ARP-Machart auf: „The King Of Fools“, gewohnte Kost mit eingängigem Refrain, „Falling Star“, ein mit leichten Bombast angefüttertes Epikwerk mit Hang zum traditionellen Stahl oder auch der eigentliche Opener „Fire“ als erste Standortbestimmung zeigen zwar auf, dass da nichts Neues kommt, allerdings stecken die Herren damit immer noch zahlreiche Mitbewerber auf dem Heavy-Melodic-Markt in den gepuderten Klammerbeutel. Bei dem netten Stampfer „Sons In The Night“ als Hommage an die „Sons Of Anarchy“ spricht zwar alle Welt davon, dass hier auf dem NWOBHM herumgeritten wird, doch dürfte Pells eigene Steeler-Frühphase ein Stück weit mehr Pate gestanden haben.

Deutlich interessanter kommt dann der Bonustrack „All Along The Watchtower“ daher, der bekanntlich aus Bob Dylans Feder stammt und damals durch die eigenwillige Rhythmikarbeit von Jimi Hendrix erst so richtig berühmt wurde. Zahllose Musiker wie U2, Pearl Jam, Bryan Ferry, Supertramp oder auch Eric Clapton und viele viele mehr haben sich ebenfalls daran versucht, Axel Rudi Pell steuern eine richtig gut gelungene, mit fantastischer Leadgitarre und sehr emotionalem Gesang modernisierte Version mit Tiefgang bei.

Bei aller gewohnter Kost bliebt festzuhalten, dass Axel Rudi Pell auch mit „Game Of Sins“ ein gutes Album abgeliefert haben, auch wenn der Unterschied manchmal allein durch Johnnys genial emotionalen Gesang deutlich wird. Fans haben vermutlich ohnehin schon zugegriffen, darüber hinaus dürfen auch Anhänger vom melodischen Metal mit gewissem Hang zu balladesken Welten gerne noch nachziehen.

comments powered by Disqus

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend

Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann