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Axel Rudi Pell: Diamonds Unlocked

Der Pell zeigt seine Einflüsse
Wertung: 99/10
Genre: Hard Rock/ Melodic Metal
Spielzeit: 55:30
Release: 28.09.2007
Label: Steamhammer/SPV

Axel Rudi Pell wird häufig vorgeworfen, lediglich 3 Songs in seinem Repertoire zu haben – den Schnellen, den Langsamen und die Ballade. Nun, jetzt hat er ein ganzes Album mit dem vierten veröffentlicht – der Coversong. Sicher ist es richtig, dass Pell einen eigenen Stil hat, aber er gehört dankenswerterweise zu den Gitarrenhelden, die sich nicht in endlosen Egotrips ausleben, sondern auch die anderen (ebenfalls sehr talentierten) Mitglieder seiner Band gut in Szene setzen. Schon aus diesem Grund sind die Neueinspielungen auf „Diamonds Unlocked“ sehr interessant. Überraschenderweise finden sich auf der Platte auch einige Songs, mit denen man nicht gerechnet hat, was beweist, dass hier auch gerne mal über den Tellerrand hinaus geblickt wird. Darüber hinaus hat der bekennende Blackmore-Fan Pell keinen Song von Rainbow oder Deep Purple gecovert.

Naturgemäß kennt man auf solchen Alben nicht alle Songs im Original, weswegen mir teilweise die Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Aber die meisten Lieder sind mir zumindest bekannt, so dass das Problem nicht so gravierend ausfallen dürfte. Nach dem Intro geht es gleich metallisch mit Riots „Warrior“ los. Die Band hat diesem Song ihren eigenen Stempel aufgedrückt und aus dem leicht angestaubten Schätzchen einen modernen Melodic Metal Song gemacht, den ich mir auch gut als Eröffnung für Konzerte vorstellen könnte. Das nachfolgende „Beautiful Day“ von U2 dürfte neben dem Phil Collins Song wohl das bekannteste Lied sein. Man kann von U2 ja halten was man will, aber ein Gespür für Melodien haben sie. Pell selbst beschreibt das Lied als „zeitlosen Klassiker, der einfach nur geil ist; geniale Melodie und saustarker Chorus!“ Die „verrockte“ Version macht sich da aber auch nicht schlechter.

„Stone“ von Chris Rea wurde von ARP durch die Coverversion von The Law entdeckt und sagt mit leider gar nichts. Ob und wie diese Version gelungen ist, müssen daher andere beurteilen. Ich persönlich finde den Song zwar nicht schlecht, aber auch nicht mehr. Was man aber aus „Love Gun“ von Kiss gemacht hat, begeistert mich umso mehr. Im Original finde ich den Song eher schwach, aber als Ballade ohne Stromgitarren Einsatz entfaltet „Love Gun“ eine völlig andere Wirkung. Unbedingt mal anhören!

Michael Bolton dürfte vielen nicht allzu viel sagen, obwohl er große Erfolge feiern konnte. „Fools Game“ ist im Original ein starker „Easy Listening“ Song, der einfach Spaß macht. Klar, dass auch die Version auf „Diamonds Unlocked“ sich daran orientiert. Danach geht es in die frühen Siebziger und zwar zu Free, deren größte Hits Namen wie „All Right now“ oder eben „Heartbreaker“ tragen. Was soll ich sagen, ich bin einfach ein großer Fan dieser Art von Hard Rock und da die Band eine Hammond Orgel einsetzt und es Pell wohl nicht lassen konnte, seine Gitarre wie die von Blackmore klingen zu lassen, kann ich auch hier nur eine Empfehlung aussprechen. Man hört einfach, wieviel Spaß die Band an der Musik hat und wie leicht ihnen diese Neueinspielungen von der Hand gehen. Und das Johnny Gioelis Stimme sich perfekt in die Songs einfügt, brauche ich ja hoffentlich nicht zu erwähnen.

Kurz zusammenfassen kann ich „Rock the Nation“ (Montrose) und „Like A Child Again“ (The Mission). Ich kenne die Originale nicht, aber das Qualitätslevel wird auf jeden Fall gehalten. Speziell das balladeske „Like A Child Again“ weiß zu begeistern. Der Abschlusstrack „Won't Get Fooled Again“ (The Who) gestaltet sich rasanter als das Original, fängt aber dennoch den Spirit der Vorlage gut ein. Das sagt zumindest mein Vater und der kennt sich mit The Who besser aus als ich. Da sollten wir ihm einfach mal vertrauen.

Bis zuletzt aufgespart habe ich mir „In The Air Tonight“ von Phil Collins, da über dieses Lied im Vorfeld am meisten spekuliert wurde. Man kann von Collins ja halten, was man will, ihn für seine weichgespülten Balladen kritisieren und seine Stimme nicht mögen, aber der Mann hat auch sehr gute Musik geschrieben. „In The Air Tonight“ ist für mich persönlich einfach ein saustarker Song, der eine ganz eigene Atmosphäre hat. Diese einzufangen, ich sage es gleich, ist ARP nicht gelungen. Trotzdem ist diese Version wirklich sehr nah dran und eines der Highlights auf „Diamonds Unlocked“. Das Gitarrensolo ist länger (logisch), die Drums wurden etwas verändert und am Ende wird das Tempo etwas erhöht. Besser kann man schon perfekte Songs eigentlich nicht covern.

Fazit: Gute Coveralben machen entweder Lust auf die Originale oder verbessern sie sogar. „Diamonds Unlocked“ ist eine Mischung aus beidem und ist alleine deswegen schon zu empfehlen. Fans kaufen sich das Ding sowieso und Fans von Hard Rock/ Melodic Metal sollten ebenso zuschlagen. Und sich am besten auch einige Studioalben mitnehmen...

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