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Axamenta: Ever-Arch-I-Tech-Ture

Prädikat sehr gut
Wertung: 9.5/10
Genre: Modern Progressive Dark Metal
Spielzeit: 63:59
Release: 26.05.2006
Label: Shiver Records

Ich bin frisch verliebt. Genau so will ich es mal ausdrücken. Und meine neue Liebe heißt Axamenta. Sicherlich ein seltsamer Name für eine Frau, doch glücklicherweise ist das ja eine Band. Deren neues Album „Ever-Arch-I-Tech-Ture“ hat es mir mehr als deutlich angetan. Punkt, aus, Schluss…Review beendet.

Ok ok, ich werde dann mal etwas deutlicher und detaillierter. Wie bereits angedeutet werfen Axamenta dieser Tage ihr neues Album auf den Musikmarkt. Die Belgier haben sich laut Labelinfo dem Modern Progressive Dark Metal verschrieben. Sicherlich kommt das hin, keine Frage. Wem aber Soundbeispiele lieber sind, der stelle sich eine Mischung aus Cradle Of Filth, Dimmu Borgir, Opeth und ein Schuss alte Ebony Tears vor. Wobei noch anzumerken ist, dass Axamenta nicht mit ewig langen Instrumentalfrickeleien hausieren gehen, sondern ihre progressive Ader innerhalb der eigentlichen Riffs ausleben. Dabei ist es herrlich erfrischend, dass gerade mal in drei Songs cleaner Gesang als Stilmittel benutzt wird. Dominierend ist der nicht nervig wirkende Kreischgesang, wobei tiefe Death-Growls die notwendigen Akzente setzen.

Soundtechnisch darf man sich auf oberste Güteklasse einstellen. Aber wer denkt anders darüber, wenn die Scheibe von Jakob Hansen aufgenommen und von Frederik Nordström im berühmten Fredman Studio gemixt wurde. Es regiert der Gitarrenhammer und nicht die trotzdem vorhandenen Keys.

Was mich an dem Album so fasziniert ist die Frische der Kompositionen, die trotz der progressiven Schlagseite nie überladen wirken und trotzdem Raum lassen, auch beim 10. Mal hören noch etwas Neues zu entdecken. Immer behält die Gitarre die Oberhand und tritt den ersten Rang nie an das Keyboard ab, was oft im Prog-Bereich der Fall ist. Demzufolge schreiben Axamenta auch richtige Riffs und keine Begleitschrammelei für das Keyboard. Addiert dazu noch die Tatsache, dass eher auf Gitarrensoli und von der Klampfe erzeugte Melodien gesetzt wird und fertig ist ein Liebhaberstück.

Gleich der Opener „Incognation“ ist eine Perle musikalischer Tonkunst. Nach einer kurzen Einleitung knallt dir geballte Aggression um die Ohren. Nix mit psychedelischen Waberklängen. Hier wird gestampft, gethrasht und eine bang-kompatible Salve nach der anderen abgefeuert. Das ganze wird gekrönt von einem sehr starken Refrain und einem spärlich eingesetzten Keyboard, das nur da zum Vorschein kommt, wo es wirklich hingehört. Ein absolutes Highlight. Genau wie „Ashes To Flesh“, „Prophet Set To Witness” oder “Ravager 1.6.6.3.”. Ich will meine Begeisterung auch nicht überstrapazieren und belasse es einfach beim Nennen der Songtitel.

Dem gegenüber stehen Instrumental-Songs wie der Titelsong „Ever-Arch-I-Tech-Ture“ und „Foreboding“. Worauf Axamenta besonders stolz sind, dass ist der Track „Threnody For An Endling“. Hier konnten sie Daniel Gildenlow von Pain Of Salvation als Gastsänger ködern. Der Fakt alleine ist nicht schlecht, ohne Frage. Dumm ist nur, dass der Song überhaupt nicht zum Rest des Materials passt. Während die verbleibenden Songs inkl. der Highlights fett nach vorne treiben, wird hier eine relaxte, fast schon hippiemäßige Attitüde gefahren. Na ja, ist eine nette Auflockerung, mehr aber auch nicht. Übrigens: kompositorisch ist der Song auch nicht unbedingt die Erleuchtung.

Der Rest des Album unterschreitet zu keiner Zeit das Prädikat „sehr gut“. Was könnte man sich als geneigter Fan mehr wünschen? Richtig, nichts. Also Leute…wer das Highlight des bisherigen Jahres nicht verpassen will und wer sich vielleicht auch den Anwärter auf das „Album des Jahres“ in den Schrank stellen möchte, der MUSS sich „Ever-Arch-I-Tech-Ture“ zwangsläufig zulegen. Nicht nur Fans der genannten Bands dürfen ein Ohr riskieren, sondern eigentlich jeder, der auf anspruchsvolle Metal-Musik steht. Kaufen…marsch marsch.

Dem ein oder anderen wird wie mir auffallen, dass das Album schwer zu haben ist. Das liegt daran, dass Shiver Records noch keinen flächendeckenden Vertrieb haben. Darum schaut bitte unter www.axamenta.com oder www.shiver-records.com nach oder schreibt an hans@metalzone.be. Es lohnt sich definitiv. Versprochen.

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