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Awaken Demons: Awaken Demons

Eine positive Überraschung im italienischen Hardcore
Wertung: 7/10
Genre: Hardcore
Spielzeit: 35:24
Release: 20.04.2012
Label: Bastardized Recordings

Speziell aus Italien kommen hier und da doch schon Bands, bei denen Fremdschämen angesagt ist, sei es nun aufgrund der faden Musik oder des pathetischen Auftretens. Awaken Demons pushen das Stiefelland in der Gunst der Rezensentin doch wieder ein wenig, denn die Jungs aus Cesena zocken straighten Hardcore mit Metalriffs, der recht schnell in Beine und Kopf geht. In klassischer Besetzung mit einem Drummer, einem Gitarristen, einem Bassisten und einem Sänger mosht die Combo sich auf ihrem neuen selbst betitelten Album durch ein knappes Dutzend Songs, ohne die Notwendigkeit zu sehen, mal für ein paar Sekunden vom Gas zu gehen.

„Awaken Demons“ bildet Album Nummer drei nach „From Heaven To Hell/Demons Run Amok“ aus dem Jahr 2008 und dem bereits ein Jahr später erschienenen „The Mirror/Trustkill“. In der Zwischenzeit sind die Vier sich durch ganz Europa getourt und haben sich so wahrscheinlich auch eine nicht unerhebliche Fanbase zusammengesammelt – kein Wunder, die Tracks funktionieren live sicherlich wunderbar.

Awaken Demons mögen nicht den allerfrischesten Sound ins heimische Moshzimmer bringen, dafür ist hier aber ordentlich Leidenschaft im Gepäck – Sänger Luca alleine tritt schon ungemein heftig in den Arsch, erst recht dann mit der Unterstützung seiner Kollegen, die sehr präzise zu Werke gehen. Da ertappt man sich schon mal bei Songs wie „Take The Crown“, dass man den Gesang gar ausblendet und nur auf Drummer Emanuele achtet, bevor sich Saitenhexer Andrea in den Vordergrund schiebt und eine wahre Breakdown-Palette zelebriert. Das hinterher geschobene „Breach The Sky“ beweist aber gleich auch noch, dass Awaken Demons zwar roh drauflos prügeln können, aber auch vor dezenten Melodieeinschüben nicht haltmachen. Im Gegenteil, die Italiener beherrschen die Kombination sogar richtig gut und fügen ihren Songs somit eine weitere spannende Facette hinzu.

„Me, Against The Machine“ ballert für puren Hardcore sogar fast eine Spur zu schnell aus den Boxen, zwischendurch überzeugt der Sänger auch noch mit tierisch angepissten Schreien – überhaupt hat die Band hier einen wirklich guten Shouter am Mikro stehen, der den Songs ordentliche Pluspunkte verschafft. Zwar kann man auch beim Rest der Truppe so gar nicht meckern, aber es gibt nichts Schlimmeres als eine gute Band, die einen gnadenlos beschissenen Sänger vor sich hat. Bei Awaken Demons besteht die Gefahr zum Glück zurzeit nicht – solange die Herren nicht den Fehler machen, den Sänger zu wechseln, dürften sie sich in der Hardcoreszene recht schnell etablieren, da liefern Stücke wie „Isolation“ genau den passenden Beweis.

Fazit: Man staunt schon ein bisschen, weil man ehrlich gesagt von der Truppe nicht allzu viel erwartet hat. Allerdings liefern Awaken Demons eine gute Mischung aus Hardcore-Dynamik und Metalriffs, die zum Teil ein bisschen an die alten Haudegen wie zum Beispiel Madball erinnern. Ein wenig mehr Abwechslung und Spannung könnten die Italiener hier noch ins Spiel bringen, aber an sich kann „Awaken Demons“ schon mal mehr punkten als so manche Platte „größerer“ HC-Bands.

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