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Averse Sefira: Advent Parallax

Disharmonie pur
Wertung: 1/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 57:23
Release: 22.02.2008
Label: Candlelight Records

„Definition Disharmonie [lateinisch; griechisch-lateinisch] die:

1. allgemein : Uneinigkeit, Unstimmigkeit, Misston;

2. Musik: Missklang“ (Zitat Meyers Lexikon online)

Diese einleitenden Worte sind von immenser Bedeutung und mehr als eine Erklärung für die knapp sechzig Minuten, die über den womöglich ahnungslosen Hörer bei dem vierten Album der texanischen Black Metaller von Averse Sefira hereinbrechen. Dementsprechend sollte man sich wappnen für das, was da auf einen zukommt, denn eine Freude wird diese knappe Stunde für so manchen Hörer sicher nicht werden.

Wie eine äußerst widerwärtige Schlechtwetterfront prallt die Scheibe eingangs mit „Descension“ auf´s Festland, genauer gesagt auf den Hörer. Man wird von missklingenden Tönen wie von einer Tsunamiwelle überrollt. Mitgerissen würde hier nicht den Kern treffen, denn Begeisterung ist nicht vorhanden, höchstens die Anziehungskraft des Widerlichen, die einen immer wieder etwas Verabscheuungswürdiges anschauen lässt, ohne dass man sich dazu hingezogen fühlt.

In den weiteren Stücken geht es in Highspeedmanier fröhlich weiter in den disharmonischen Klangwelten der Amis. Wenn es nur Langeweile wäre, die einen ab „Viral Kinesis“ beschleicht … nein, das hier ist viel schlimmer: Ich habe es selten erlebt, dass es für mich zu eine Qual wurde, mir eine Scheibe bis zum Ende rein zu pfeifen.

Aber hey … was ist das da eingangs „Serpent Recoil“? Man kann tatsächlich, wirklich und wahrhaftig, so etwas wie eine Melodie ausmachen! Aber zu früh hab ich mich gefreut, denn auch hier zieht dieses gefühlsmäßige Tiefdruckgebiet mit heftigstem Geschrebbelgewitter weiter landeinwärts … Unwetterwarnstufe violett! Schade irgendwie, denn in mir keimte fast so etwas wie ein kleiner Schimmer, der Hoffnung, der aber jäh zunichte gemacht wurde durch diese fiesen schrägen Töne …

Auf die weiteren Songs im einzelnen gehe ich auch deshalb nicht näher ein, da sowieso keine erwähnenswerten Unterschiede mehr auszumachen sind, außer knüppeliger Raserei, Disharmonien en massé und unglaublich wenig Abwechslung. Zu allem Übel haben die Songs eine durchschnittliche Länge von über sechs Minuten … ein echt hartes Stück …

Die Herren müssen auf diese dissonanten Töne anscheinend extrem abfahren, anders ist mir dieses Zelebrieren ebendieser bis zum sprichwörtlichen Erbrechen nicht plausibel. Für meine Ohren ist dies zugegebenermaßen wirklich eine harte Bewährungsprobe, oder, um es kurz auszudrücken: Es ist eine Qual! Ein zudem ziemlich großes Manko stellt die Eintönigkeit des Materials dar. Man vermag es kaum, das eine vom nächsten Stück zu unterscheiden.

Fazit: Wer experimentierfreudig ist und neugierig darauf, welche dissonanten Facetten knüppeliges Geschredder beherbergen kann, der darf ein Ohr riskieren. Und natürlich alle, die nicht auf harmonische Mucke stehen, sondern in Arrangements aufgehen, die von schrägen Tönen lebt. Aber werdet mir nach dieser einen Stunde nicht aggressiv… Allen anderen sei dringend von dieser Scheibe abgeraten!

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