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Avatarium: An Evening With Avatarium

Livealbum, das sich jeder Fan sichern sollte
keine Wertung
Genre: Doom Metal / Hard Rock
Spielzeit: 89:32
Release: 04.12.2020
Label: Nuclear Blast

In Zeiten, in denen es nicht möglich ist, Livekonzerte zu besuchen, geben sich eine ganze Reihe Bands Mühe, ihren Fans wenigstens den Anschein eines Konzerterlebnisses ins heimische Wohnzimmer zu hieven: Ob Dream Theater, Katatonia oder Devin Townsend (um nur ein paar Beispiele zu nennen) – jüngst wurden auffällig viele Livealben veröffentlicht, und auch Avatarium sind in dieser Riege mittlerweile vertreten. Bereits im August stellten die Schweden einen Stream zur Verfügung, in dem man gegen einen fairen Obolus von zehn Euro ein rund anderthalbstündiges Konzert aus Stockholm vom Januar (das ursprünglich der Tourauftakt sein sollte, aus bekannten Gründen fand danach allerdings nur noch ein Konzert in Göteborg statt) in bester Qualität anschauen kann (auch jetzt noch möglich), seit dem 4. Dezember bieten Nuclear Blast das Ganze nun außerdem als digitalen Download offiziell zum Kauf an.

Wer die Truppe schon mal live gesehen hat weiß, dass er/sie hier ohne zu überlegen zugreifen kann. Da sind stets Spielfreude, Hunger, Intensität und Atmosphäre vorhanden und dies ist auch auf „An Evening With Avatarium“ der Fall. Da die Band mittlerweile vier Studioalben in der Pipeline hat, kann sie auf eine Menge Material zurückgreifen, die Auswahl ist definitiv stimmig, es wurden schon die wichtigsten bzw. livekompatibelsten Stücke ausgewählt.

Mit sechs Songs steht das aktuelle Werk „The Fire I Long For“ verständlicherweise dennoch klar im Vordergrund, doch bezüglich des älteren Materials sind im Prinzip (fast) alle Kracher vorhanden: Vom nach der Band selbst betitelten „Avatarium“ über das grandiose Miniepos „Pearls And Coffins“, das mystische „Medusa’s Child“, den zackigen Gassenhauer „Girl With The Raven Mask“ bis zum monumentalen Doom-Smasher „Moonhorse“ bleiben kaum Wünsche offen. Soundtechnisch kann sich ebenfalls niemand beschweren, der Klang ist unglaublich wuchtig und kraftvoll (allein die saftige Hammondorgel ist ein Genuss) und dabei absolut authentisch und nah dran, denn auch die Zuschauer sind sehr präsent, einzelne Stimmen immer mal auszumachen – genauso muss sich ein Livealbum anhören. Ferner kommen auch vermeintlich schwächere Nummern wie „Shake That Demon“ oder „The Sky At The Bottom Of The Sea“ live deutlich wirkungsvoller herüber.

Die Highlights des Sets bilden zweifellos „Pearls And Coffins“, bei dem sich Marcus Jidell in den siebten Himmel soliert (kaum nötig zu erwähnen, dass sämtliche instrumentalen Leistungen bockstark sind), das feierlich-getragene, poetische „The Fire I Long For“ (was für eine unfassbare Darbietung!) und das abschließende, unverzichtbare „Moonhorse“. Die mit viel Gefühl vorgetragenen Balladen „Lay Me Down“ und vor allem „Stars They Move“ stehen den harten Nummern eigentlich jedoch in nichts nach, zumal Frontdame Jennie-Ann Smith gerade hier einmal mehr beweist, was für eine herausragende Sängerin sie ist. Auch die Überraschung des Sets, eine Akustikversion des vor allem durch Led Zeppelin bekannten „In My Time Of Dying“, singt sie mit atemberaubender Inbrunst. Und als würde ihr Charme nicht auch wirken wenn man nichts versteht, sind ihre logischerweise schwedischen Ansagen in der audiovisuellen Variante sogar englisch untertitelt.

Der langen Rede kurzer Sinn: Zieht euch den Stream rein, ladet das Album runter – diese unglaublich begabte, großartige und supersympathische Band hat jede Unterstützung verdient. Hoffentlich kann man sie nächstes Jahr (wie so viele andere Künstler natürlich ebenso) wieder vor Ort in einem Club unmittelbar live sehen, denn so gut dieses Livealbum auch ist, ersetzt es das lokale Konzerterlebnis freilich nie. Und wenn Avatarium den Zweijahresrhythmus was neue Studioalben anbelangt einhalten, darf man möglicherweise sogar mit einem neuen regulären Album rechnen…

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