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Autopsy: Macabre Eternal

Eine gute Platte, wenn auch etwas reizlos
Wertung: 6.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 65:04
Release: 03.06.2011
Label: Peaceville Records

Wenn man über amerikanischen Death Metal spricht, kommt man an einigen Bands einfach nicht vorbei – Namen wie Death oder Obituary sind Musik in den Ohren der Todesmetallfraktion. Die Kollegen von Autopsy reihen sich bereits seit 1987 in die kalifornische Death-Metal-Riege ein, natürlich nicht, ohne sich in der inzwischen doch recht langen Bandhistorie des Öfteren zu trennen und wieder zueinander zu finden – die längste Trennungsphase stellen da sicherlich die 13 Jahre zwischen dem 1995er Album „Shitfun“ und der Wiedervereinigung 2008 dar; in dieser Zeit erschienen Autopsy zwar auf diversen Compilations und brachten zwei Livealben und eine DVD heraus, aber neues Material bekamen die nach Blut dürstenden Fans erst mit der EP „The Tomb Within“ 2010 wieder auf den Teller.

Inzwischen haben sich die Herren um Sänger und Drummer (!) Chris Reifert wieder so weit zusammengerauft, dass ein neues Full-Length-Album das Licht der Welt erblicken konnte: „Macabre Eternal“ zeigt nicht nur im Titel, wo der Hammer hängt, auch das Cover zeigt sich in bester Autopsy-Manier, wenn auch nicht so blutrünstig wie das der letzten EP und vor allem weit weniger trashig als noch zu „Mental Funeral“-Zeiten. Apropos trashig: Trotz massenweise veröffentlichter Alben und EPs scheinen Autopsy noch immer niemanden gefunden zu haben, der ihnen einen annehmbaren Schlagzeug-Sound verpassen kann. In den besseren Passagen klingt das gute Stück, als wäre es in einem riesigen Karton eingebettet, wenn’s hart auf hart kommt hat man das Gefühl, Reifert würde auf Geschirr herumkloppen. Blöd, dass eine technisch gute Death-Metal-Kapelle sich mit so etwas herumschlagen muss – oder ist das vielleicht beabsichtigt? Wird hier noch mehr Wert auf lyrischen Kontext denn auf schnöde Technik gelegt? Fakt ist, man weiß es nicht – Zeilen wie „Dirty Gore Whore, fulfill my lust for blood and sex“ beweisen jetzt nicht unbedingt das Gegenteil, schlagen sie doch herrlich straight ins Gesicht der Zensur, die ja auch schon Cannibal Corpse wegen solcher Späße zu Leibe rückte. Selbiger Track besticht übrigens durch ein charmant rumpelndes Schlagzeug, eine etwas entrückte Lead-Gitarre und die wiederholte Nettigkeit „Rape you, kill you“. Für’s erste Date ist der Song sicherlich nichts, aber spätestens beim Gitarrensolo kann man sich nicht mehr halten und schüttelt das Haupthaar, als gäbe es nichts anderes auf der Welt.

Leider sind solcherlei ausufernde Begeisterungsstürme sehr rar gesät auf „Macabre Eternal“. Höllisch gute Gitarrensoli gibt es wahrlich genug (man nehme nur „Deliver Me From Sanity“, wo die Gitarren schön fies kreischen), aber die Motivation, sich die Scheibe mehr als vier- oder fünfmal hintereinander anzuhören, sinkt nach einer Weile doch beträchtlich. Ganz stark zeigt sich aber dafür das anschließende „Seeds Of The Doomed“, bei dem Chris gesangstechnisch noch mal alles gibt – zwischen gerufenen, heiseren Passagen und den üblichen Growls finden sich fast Depressive-Suicidal-Black-Metal-artige Ausflüge, wenn der gute Mann sich den Frust von der Seele schreit und im Hintergrund die Gitarren düster-bedrohlich wabern; dass sich die Herren einen solchen Track aus dem Ärmel schütteln können, hätte man so wahrscheinlich nicht gedacht. Aus dem Rahmen fällt auch das über elf Minuten lange „Sadistic Gratification“, das mit getragenen Gitarren und langsamen Drums beginnt und sich erst langsam zu einem aggressiveren Tempo aufbaut. Zwischen den typischen Death-Metal-Passagen (wobei Reiferts Stimme doch einen durchaus hohen Wiedererkennungswert hat) schleicht sich die Instrumentalfraktion immer wieder zurück zum Intro – einen Sinn für Arrangements haben die Jungs also allemal.

Fazit: Autopsy gehören ohne Zweifel mit zur Speerspitze des Death Metal, auch wenn ihr Sound vielleicht ein wenig gewöhnungsbedürftig anmutet. Todesmetallfreaks, die sich mit mehr als dem üblichen Geknüppel anfreunden können, haben hier sicherlich ihre Freude, allerdings verliert „Macabre Eternal“ relativ schnell seinen ersten Reiz. Eine gute Platte bleibt es aber!

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