Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Automatic Self Destruct: Code Death Mission

“Immer auf die Fresse”
Wertung: 7.5/10
Genre: Death/ Thrash Metal
Spielzeit: 46:40
Release: 09.04.2011
Label: Eigenproduktion

Mitten aus dem Pott, genau genommen aus Bochum, kommt die Truppe mit dem selbstzerstörerischen Bandnamen. Automatic Self Destruct gründeten sich 2008 und nahmen sich zum Ziel, genau nur das zu spielen, was ihnen gefällt. Dabei erhoben sie keinesfalls den Anspruch, das Rad des Death Thrash neu zu erfinden, vielmehr sollte der „auf die Fresse-Faktor“ als Direktive in die lärmende Zukunft gelten. Nach zwei EPs („We Bring The ‚Ü’ To America“, „Generation Violence“) erscheint nun dieser Tage das Debut „Code Death Mission“ dieses Quintetts.

Schon der Albumtitel in Kombination mit dem apokalyptisch-militanten Artwork sowie dem Bandnamen weisen darauf hin, dass hier weder vom Liebesleben der Glückkekse noch der Fortpflanzung von zarten Bienchen geredet wird, vielmehr beschreiben Automatic Self Destruct ganz gerne, was sie so bewegt.

Dazu passt natürlich auch gleich die aggressive Untermalung, die mit einem ordentlichen Touch der klassischen Thrashschule daherkommt, aber den Rumpelfaktor vor der Tür lässt. Da gilt es, zuerst die Produktion hervorzuheben, die schön drückend und etwas basslastig ist, was aber keinesfalls stört. Viel wichtiger sind da eher die Einflüsse, die Automatic Self Destruct keinesfalls negieren. So hämmern die stark monotonen Drums bei „Dead Hands In Mine“ in bester Ministry-Manier, so marschieren Automatic Self Destruct in „March…Force…Trauma“ von Amon Amarth inspiriert in die nächste Therapiestunde und immer brüllt Kai mit fieser, derber Stimme alle Frühlingsgefühle tief in den death-thrashigen Ausguss.

Automatic Self Destruct sind aber mitnichten lediglich eine Truppe an Kopie-Clowns, sondern allesamt werden ihre Erfahrungen aus anderen Bands in eine Topf geworfen. Und wie sehr „sie auf die Fresse“ geben wollen, demonstrieren sie auch gleich mit dem Opener und Albumnamensgeber „Code Death Mission“, in dem eine Maschinengewehrsalve daherrattert, bevor die beiden Gitarristen Waips und Werner einen höllenartigen Parkourritt mittels rasender Gitarren starten. Ähnlich dem Salvenfeuer trommelt auch Dirk, doch neben aller Raserei nehmen sie plötzlich und songdienlich das Tempo heraus, um dann doch wieder mit Vollgas durchzustarten. Dabei kommen die Tempowechsel nicht nach dem Motto „ach, wir müssten einmal wieder etwas ändern“, sondern vielmehr zahlen sich hier die jahrelangen Durchläufe im Proberaum aus und viele Tracks haben auch schon seit Langem die Live-Proben bestanden.

Über die komplette Distanz hinweg wird allerdings auch deutlich, dass Kais Stimme nur einen begrenzten Aktionsradius aufweist. Die tiefen Growls sitzen und sorgen für das wohlige Brummen in der Magengegend und auch die etwas höher angelegten Gesangspassagen, die mit einem leichten hysterischen Kreischfaktor sich wohltuend absetzen, passen auf jeden Song durchweg, aber: Über die komplette Schlagdistanz von etwas über 46 Minuten reicht es nicht aus. Noch nicht, sollte man hier allerdings einwerfen, denn über die Jahre hinweg haben Automatic Self Destruct sich beständig weiterentwickelt.

Hier kommen vor allem die unterschiedlichen Musikgeschmäcker zum Tragen, denn gerne wird der Death Thrash auch mit eindeutigen Hardcore-Einflüssen durchwoben. Bestes Beispiel dürfte hier der Rausschmeißer „Death Race Warmachine“ sein, der mit einer weiteren Stimme angereichert wird, und die rasenden Riffs werden von groovender Lockerheit eingeholt.

Längst hämmern die Bochumer nicht jeden Goove in die Botanik – wie z.B. bei „40 Floors Hell“, den viele Bands mit Pro-Pain-Einflüssen nicht besser hätten kreieren können. Erst danach wird in „Ordner 48“ die derbere Thrash-Keule ausgepackt.

Aber alles wollen Automatic Self Destruct auch nicht zu ernst nehmen. Hatten sie 2008 noch die Amerikaner damit überrascht, dass sie ihnen ein „Ü“ schickten, fragen sie heute folgerichtig mit „Where’s The Ü“ nach dem Verbleib. Der Frage gehen sie derart prügelnd nach, dass wohl auch diverse Genre-Kollegen aus dem Death-Thrash-Lager eingeschüchtert werden und auch die werten Amis sollten sich vor der Bochumer Kanonade hüten.

Automatic Self Destruct liefern mit ihrem Debut „Code Death Mission“ eine fette Death-Thrash-Keule ab. Mit etwas Abstand ragen die beiden Tracks „40 Floors Hell“ und vor allem „Death Race Warmachine“ heraus, aber für einen Spitzenausschlag bis zur zehn auf der Skala reichen sie noch nicht. Dafür gibt es aber auch keinen Ausrutscher nach unten. Die verschiedenen musikalischen Einflüsse sorgen aber für ein vielschichtiges und unterhaltsames Album, weswegen 7,66 Punkte mit Tendenz nach oben angebracht sind.

comments powered by Disqus

"Metalcore ist nicht umsonst ein abgedroschener Begriff..."

Laut Gilmours Ehefrau im Oktober neue Floyd-Scheibe

Mordermittlungen inmitten des W:O:A-Trubels

"Alben sind wie Tattoos..."

Ohne Glanz und Glamour, aber mit Glorie

… ein Donnerstagabend in Siegburg ohne großen Zuspruch…

Exklusive Show im "Das Greif"

Große Prog-Melodic-Nacht im Kölner E-Werk