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Austere: To Lay Like Old Ashes

Zu viel Geschrei und noch mehr Füllstoff
Wertung: 4/10
Genre: Depressive Black Metal
Spielzeit: 54:34
Release: 27.02.2009
Label: Eisenwald Tonschmiede

Als Duo zeichnen sich die australischen Depressive Black Metaller von Austere aus. Seit 2007 existiert die Band und hat es mit „To Lay Like Old Ashes“ zu Beginn diesen Jahres zu ihrem zweiten Longplayer geschafft. 

Das Material wird gewiss polarisieren, denn zum einen ist den Federn der Musiker eine instrumentale Soundlandschaft entsprungen, die intensiv nach depressiver Melancholie riecht. Zum anderen werden mitunter die monotonen Kreisch-Vocals den ein oder anderen Hörer mit Sicherheit dazu bewegen, von der Skip-Taste Gebrauch zu machen.

Zaghafte, stimmungsvolle Klänge läuten das Album im Intro namens „Down” ein. Danach kann man wegen der Schreie auf kompletter Länge des Stückes „To Fade With The Dusk“ sowie in weiten Teilen von „This Dreadful Emptiness“ von einem Totalausfall sprechen. Was die Jungs aber gerade in letztgenanntem Stück an instrumentalen Soundlandschaften unterbringen, hört sich verdammt klasse an; zudem präsentieren die Musiker hier auch Clean-Vocals, die weitere Pluspunkte einheimsen können. 

Auch im von gediegenem Midtempo getragenen “To Lay Like Old Ashes” klingen die Schreie wieder so, als würde man sich einen eingewachsenen Zehennagel selbst heraus operieren. Was würde man darum geben, hier zum Beispiel wieder so angenehm anzuhörende Clean-Vocals zu vernehmen wie im vorherigen Song geschehen. Alternativ könnten die Jungs das Ganze auch als Instrumental-Stück laufen lassen, was auch gut funktionieren würde. Und nach knapp sechs Minuten werden die Gebete des Hörers erhört, denn die dort einsetzenden Clean-Vocals sind quasi so etwas wie Balsam für die Ohren, denn das Gekreische geht mit der Zeit zugegebenermaßen schon auf die Synapsen. 

So peinverzerrt die Vocals in „Just For A Moment...” auch klingen, so individuell ist der Rhythmus dieses durch Midtempo geprägten Stückes geraten, der manch einem Hörer den direkten Zugang zum Song verwehren mag. Viel Erwähnenswertes passiert hier nicht und man ertappt sich dabei, fast dem Drang zum Gähnen zu erliegen. Doch lasst es euch gesagt sein, es geht noch schlimmer...

Denn was mit einem angestimmten und – packen wir mal Butter bei die Fische – mehr als langweilig zu nennenden Riff beginnt und sich stilecht „Coma II“ nennt, soll dann auch noch zwanzig Minuten (ja, ihr lest richtig) nichts anderes als dieses eine Riff beinhalten. Auch wenn man hier und da mal ein atmosphärisches Etwas im Hintergrund vernehmen kann (wenn man denn nicht schon vor Langeweile weggedämmert ist), kommt einem mitunter der böse Verdacht, dass hier das Material auf ziemlich dreiste Art und Weise aufgebläht wurde, um damit auf über 50 Minuten Spielzeit zu kommen. Denn wenn man dieses Stück nicht auf den Longplayer gepackt hätte, würde das Album lediglich über knapp mehr als 30 Minuten Spielzeit verfügen. Aber wie sagt man: „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt“. Einen Gefallen hat sich die Band mit diesem Stück jedenfalls nicht getan.   

Fazit: Große instrumentale Stärken werden deutlich relativiert durch Schwächen in Sachen Kreisch-Vocals, die zusammen mit dem diskussionswürdigen „Coma II“ das Album auf die hinteren Plätze verweist. In der heutigen Zeit muss eindeutig mehr geboten werden, um sich in die vorderen Reihen zu spielen.

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