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Aurvandil: Ferd

Hartes Riffing und kunstvolle Melodien vereint unter dem schwarzen Banner des Black Metal
Wertung: 8/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 42:14
Release: 07.01.2010
Label: Eisenwald

Auch in Frankreich erfreut sich die Kombination aus Black Metal und nordischer Mythologie anscheinend immer stärkerer Beliebtheit. „Aurvandil“, gleichzeitig Name der Band und des einzigen Mitglieds, ist in der Mythologie eine Riese, der von Thor in einem Korb durch die eisigen Flüsse von Elivagar getragen und dadurch gerettet wird. Passend dazu behandelt „Ferd“ (zu deutsch „Reise“) mythologische Themen aus dem Norden.

Nach fünf Jahren Bandgeschichte, die von vielen Split-CDs begleitet wurde, ist „Ferd“ nun die erste EP des Ein-Mann-Projekts. Die EP besteht aus über 40 Minuten klassisch gespieltem Black Metal, der mit einigen kunstvollen Ambient-Elementen ausgeschmückt wurde.  

Schnelle Gitarren-Riffs und ein noch schnelleres Schlagzeug beherrschen die Musik von Aurvandil. Hinzu kommt ein herrlich schummernder Bass, der durch seinen Einsatz den Neunziger-Jahre-Black-Metal-Sound zur Vollendung knarzt. Aurvandil setzen dabei aber nicht ausschließlich auf derbes Riffing. Die Besonderheit auf „Ferd“ sind die überlegt eingesetzten Melodien. Anfangs nur als feine Nuancen innerhalb derben Black Metals wahrnehmbar, entwickeln sie sich im Laufe der Lieder und reifen zu ausgeprägten Klängen heran. Dies betrifft vor allem die Songs „Over The Seven Mountains“, „Through Hordanes Land“ und „Still He Walks“. Da die instrumentale Seite bei diesem Projekt absolut im Vordergrund steht, kommen die hellen Black-Metal-Screams nur selten zum Einsatz.  

Unterstützt wird die Musik von einem Gast-Cellisten, der in „Through Hordanes Land“  zusammen mit einer Akustik-Gitarre einen ruhigen und traurigen Einstieg kreiert. Solche atmosphärischen Ausflüge wie auch geschickte Breaks lockern ein an sich starres Black-Metal-Gefüge beträchtlich auf. Die Gefahr eines plump durchgedreschten Albums wird so von Aurvandil geschickt umgangen.   

Stark vertreten sind aber vor allem auch Gast-Keys, die auf „Ferd“ durchgängig eingesetzt werden. Sie tragen viel zur Melodie bei und erzeugen durch ihren nachhallenden Klang eine recht surreale Atmosphäre. Ihr Einsatz ist auf der EP dabei sehr unterschiedlich: mal hintergründig, mal dominierend zeigt sich das Keyboard variantenreich in Kombination mit den bandeigenen Instrumenten. Auch Verbindungen verschiedener Geschwindigkeiten von Keyboard-Melodie und Gitarren-Riffs werden bei „Ferd“ verarbeitet und machen in „Over The Seven Mountains“ einen besonderen Reiz aus.

Mit den „Peregrination“-Liedern I und II setzt Aurvandil einen musikalischen Rahmen aus leichten, unbeschwerten Melodien. Diese werden vor allem von einer Akustikgitarre zelebriert, die einen ursprünglichen Stil fährt. Im Laufe der Lieder wird die verspielte Melodie bald von Gitarren und Schlagzeug weitergeführt. Diese verpassen dem Ganzen einen unglaublichen Drive und fügen die instrumentalen Stücke perfekt in das Gesamtwerk ein.

Doch auch bei „Ferd“ läuft nicht alles ganz rund. Manche Kombination ringt dem Hörer eine gewisse Toleranz ab. Das Zusammenspiel von kompromisslosen Drums und weicher Akustikgitarre („Peregrination I“) ist nicht jedermanns Sache. Auch mit den vordergründigen und nachhallenden Keyboardklängen auf rücksichtsloser Black-Metal-Basis muss man sich erst einig werden („Over Seven Mountains“). Dennoch, das Melodiebewusstsein dieser Band ist so ausgeprägt, dass diese EP sich neben hartem Riffing vor allem durch seine kunstvolle Melodieentwicklung auszeichnet. 8 von 10 Punkten für dieses französische Machwerk aus der Black-Metal-Hölle.

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