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Attic: The Invocation

Der richtige Stahl kann halt doch nur im Pott gekocht werden
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 47:49
Release: 07.12.2012
Label: Ván Records

„Attic sollte man als Fan oben genannter Stilrichtung einmal im Auge behalten“ – so der letzte Satz zum Livebericht der allerersten Show der Gelsenkirchener, als der Querverweis zu King Diamond/Mercyful Fate auch von den Jungs selbst ins Rennen geworfen wurde. Schon beim ersten Gig mit vier eigenen Stücken und einer Pentragram-Coverversion konnte man das ungeheure Potenzial der Metaller mit dem Okkult davor erkennen. Nun, das ist noch keine ganzen zwei Jahre her, genauer gesagt war es Anfang Januar 2011, als sich diese Erkenntnis festsetzte.

Jetzt, fast zwei Jahre später, kann man bei Attic dann auch einen ähnlichen Verlauf wie bei Alpha Tiger feststellen: Headbangers Open Air 2012, Keep It True XVI, Germans Swordbrothers Festival 2013 – klar, den KIT-und HOA-Fans springt einmal mehr die Spandex-Naht bei diesen Parallelen. Musikalisch sind sie natürlich bis auf den Terminus Old School nicht zu vergleichen. Und es gibt noch einen weiteren gewaltigen Unterscheid: Die bisherigen Attic-Veröffentlichungen gingen weg wie geschnittene Semmel und gerade die Vinylausgaben wechselten schon kurze Zeit später bei explodierten Preisen den Besitzer.

Und noch eines sollte unbedingt erwähnt werden, um den kurzen Überblick anzurunden: Attic stehen schön in der Tradition, dass sich die Bands im Pott auch gegenseitig helfen. So ist Drummer Roman nicht nur die Rhythmusmaschine bei eben Attic, sondern er versemmelt auch die Felle bei Erazer, einer Band, der bis vor gar nicht allzu langer Zeit auch Bandgründer Katte angehörte. Für die tiefen Töne ist Bassist Chris zuständig, der bei den nicht minder kultigen Warhammer ebenfalls am Start ist und der den frei gewordenen Posten von Don „The Warrior“ Viper von Iron Kobra übernommen hatte.

Als Katte also gegen Ende 2010 diese Band gründete, stand schon immer das Vorzeichen auf den King gemünzt. Man kann natürlich Ván-Records-Sven herrlich zuhören, wenn er verzweifelt versucht, den Vergleich mit Mercyful Fate/King Diamond herunterzuspielen, doch alle Argumentation ist wie weggewischt, wenn man „The Invocation“ hört, denn die Parallelen sind auch hier einfach nicht zu überhören. Das könnte natürlich schnell ein Ansatz für Kritikpunkte sein, doch belassen wir lieber mal die Kirche im Dorf als ständig die „Alles kopiert“-Sau durch die Walachei zu treiben. Denn auch wenn aktuell nahezu jede dritte Band mit Okkult punkten will, so mischen Attic eher im alchemistischen Oberrang als im schnöden Hexenkessel. Dass Ván Records für die Produktion auch ordentlich etwas haben springen lassen, merkt man allein schon am Intro „The Hidden Grave“, wenn der fette Orgelsound gleich schon eine erste wohlige Old-School-Gänsehaut in des Kenners Fratze schmiedet.

Attic haben es raus, den oldschooligen Sound ins Jetzt hinüber zu bugsieren, Falsett-Caliostro screamt wie zu besten King-Zeiten und hat ihn sicherlich live schon auf die Plätze verwiesen, nur vielleicht manchmal mit ein bisschen zu viel Hall (was gerade mit Kopfhörern dann doch etwas aufstoßen kann). Deutlicher wird aber der Rest zur Old-School-Heavy-Metal-Szene mit Tracks wie „Edlyn“ mit seiner leicht doomigen Ausrichtung, den fies schneidenden Gitarrensoli, den akustischen Einwürfen und vor allem dem teilweise dramatischen Gesang – ganz großes Kino. Kleine Gimmicks wie das Pferdegetrappel bei „The Headless Horseman“ verfeinern nur das Album, gekrönt durch einen Track wie „Satan’s Bride“ mit der wohl gesanglich stärksten Leistung des ganzen Albums.

Wenn man Kritik über will, dann muss man schon lange suchen. Vielleicht ein wenig zu glatt produziert, bei einer etwas roheren Umsetzung wäre die Dramatik der Songs möglicherweise noch ein wenig eindringlicher – aber wie so oft ist das Jammern auf hohem Niveau. Attic haben dem Druck standgehalten und ein besseres Album abgeliefert als vielleicht schon befürchtet. Schlussendlich sind sie wohl auch bei dem richtigen Label gelandet, welches sich in der Vergangenheit schon dadurch auszeichnete, so manches Mal das richtige Näschen bewiesen zu haben. Wer hier jetzt das Wort „Hype“ in die Runde wirft, hat schlichtweg keine Ahnung – so ist das. „The Invocation“ gehört in jede Old-School-Sammlung, die auch nur annähernd das Prädikat „Alle wichtigen Scheiben sind vertreten“ aufgestempelt bekommen will. Der richtige Stahl kann halt doch nur im Pott gekocht werden.

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