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Attack Attack!: Someday Came Suddenly

Trancecore? Ja. Und zwar verdammt guter.
Wertung: 9.5/10
Genre: Trancecore
Spielzeit: 30:25
Release: 11.11.2008
Label: Rise Records

Attack Attack! aus Ohio – nicht die gleichnamige Band aus South Wales - sind die neuen Vorreiter im Trancecore-Bereich – und das sicherlich nicht ohne Grund. Trancecore? Ja, das gibt es jetzt auch schon. Eine Mischung aus Post-Hardcore, Screamo, ein wenig Metalcore und eben Trance. Gewöhnungsbedürftig? Ja, allerdings. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass es schlecht klingen muss, ganz im Gegenteil:

Nach dem kurzen Party-Intro „Hot Grills And High Tops“, das stark in den Hip-Hop-Bereich vorstößt, beginnt die CD mit den tiefen, hämmernden Riffs, den atmosphärischen Flächensounds und den grabestiefen Screams von „Stick Stickly“ – wechselt dann jedoch schnell zum Refrain, der durch großzügigen Synthesizereinsatz und eine verträumte, toll gesungene Hookline überzeugt, im Hintergrund natürlich immer noch Gitarren-Riffs und Schlagzeug, sowie der harmoniegebende Bass. Bei „Bro, Ashley’s Here“ weiß man nicht, was man mehr loben möchte: das Breakdown-lastige Intro des Songs, den brutalen Screamo-Mittelteil, der durch epische Gitarrenklänge und Double-Bass-Attacken unverkennbar aggressiv und verzweifelt klingt oder den klar gesungenen Refrain, bei dem die Synthesizer diesmal eher im Hintergrund stehen.

„Party Foul“ ist einer der aggressivsten Songs des Albums, wird hier doch auf eine Hookline verzichtet und stattdessen auf den bandeigenen Screamer gesetzt, der jedoch stets durch eine elektronische Melodie unterstützt wird. „What Happens If I Can’t Check My MySpace When We Get There“ besticht wieder besonders durch den klar gesungenen – die Stimme wird übrigens mit Computern angenehm verändert – Refrain, bei dem zeitgleich auch gescreamt wird. Nach einer kurzen, sehr gut tanzbaren instrumentalen „Interlude“, die auch auf jedem guten Party-Trance-Album hätte sein können, geht es weiter mit „The People’s Elbow“ – und erneut erwarten den Hörer aggressive Riffs, die im verträumt schön gesungenem Refrain zum tragendem Element werden und so in den Hintergrund rücken.

Neben „Stick Stickly“ ist „Kickin‘ Wing, Animal Doctor“ mein Favorit dieser CD. Ein grooviger Basslauf, gemischt mit aggressiv-herausfordernden Riffs und dermaßen brutalen Screams, die schon vom Hören die Kehle schmerzen lassen, ergeben eine endlos vollkommene Atmosphäre, die gegen Ende schon ein klein wenig an Doom erinnert, da die Double-Bass dann langsam die nun ebenfalls ruhigeren Gitarren ausklingen lässt. Auch die beiden letzten Songs sind astrein gemacht und liefern Vorzeige-Trancecore: Wunderschöne Refrains und aggressive Verse, gegen Ende des Albums dann durch Piano-Einsatz etwas ruhiger werdend, bis dann das Outro den Hörer mit einer herrlich-verträumten Piano-Melodie ans Ende der CD geleitet. Um gleich wieder auf Play zu drücken; denn die einzige Kritik, die man hier anbringen kann, ist die Laufzeit: 30 Minuten sind leider etwas mager, aber noch annehmbar.

„Someday Came Suddenly“ ist ein hervorragendes Album, das schon als Vorreiter eines neuen Genres angesehen werden kann. Wer auf geniale Refrains steht und auch nichts gegen großzügigen Einsatz elektronischer Elemente bzw. Keyboards hat, sollte auf jeden Fall zugreifen, oder wenigstens ein Mal auf MySpace reinhören – dieses Album ist es alle Mal wert!

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