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Atrocity: Werk 80 II

Wer sowohl 80er Pop und Wave Songs, als auch Metal mag, wird „Werk 80 II“ lieben
Wertung: 9/10
Genre: Metal
Spielzeit: 46:19
Release: 29.02.2008
Label: Napalm Records

Die Schwaben von Atrocity waren ja schon immer für Überraschungen gut. Waren bereits viele Fans vom 1994er Werk „Blut“ sehr überrascht, da man weniger Todesblei aber dafür mehr Groove und fremde Elemente einsetzte, wurden diese spätestens mit den beiden 1995er EPs „Calling the Rain“ bzw der Kollaboration mit Das Ich „Die Liebe“ komplett vor den Kopf gestoßen. Mit dem 1996er Album „Willenskraft“ waren die Urfans dann aber wieder zufrieden, da es hier wieder mächtig Geknüppel gab.

Doch sollte dies heile Bild bereits ein Jahr später wieder jäh zerrüttet werden, denn dann kam etwas, mit dem keiner rechnete: Ein Coveralbum (soweit noch unspektakulär), bei dem man 80er Jahre Pop und Wave Hits in ein metallisches Gewand steckte, was den Ludwigsburg Vampires vor allem viele neue Fans in der Gothic und Dark Wave Szene bescherte, allerdings bei den Metalheads doch nicht sofort für Begeisterungsstürme sorgte.

Ich erinnere mich noch an ein Konzert in Endingen zusammen mit u.a. Pyogenesis, bei dem gerade mal um die 100 – 150 Fans da waren. Allerdings war dennoch das Album „Werk 80“ sehr erfolgreich und verbreitete den Namen Atrocity wie ein Lauffeuer.

Nun – 11 Jahre später – gibt es mit „Werk 80 II“ eine Fortsetzung dieses Albums, wobei sich natürlich viele bereits vorab fragen, ob man an die Klasse des 1997er ‚Werkes’ herankommen könne?

Die Antwort: Ja! Denn zum einen stimmt nicht nur die Songauswahl, geschweige denn der Sound, sondern auch die Umsetzung! Erfreulich ist dabei vor allem, dass man nicht ähnlich soft agiert wie in den 90ern, sondern den Härtegrad doch relativ weit oben gehalten hat. Selbstverständlich kann man die Musik auf „Werk 80 II“ nicht mit „Todessehnsucht“, „Willenskraft“ oder „Atlantis“ vergleichen, aber es ist schön, dass man sich im Vergleich zum ersten Teil deutlich härter zeigt (vor allem bei dem Frankie Goes To Hollywood Hit „Relax“), auch mal brachialere Riffs einsetzte, mehr Doublebass walzen lässt oder auch vermehrt kräftige Shouts rausbrüllt (wie z.B. bei dem Icehouse Song „Hey Little Girl“). Um es auf den Punkt zu bringen: Es ist keine Anbiederung zu erkennen!

Einen großen Pluspunkt gewinnen Atrocity durch die ausgezeichneten Orchester- und Choreinsätze, welche wirklich wunderbar arrangiert und umgesetzt wurden. Bilder hierzu gibt es übrigens auch auf der offiziellen Homepage der Schwaben! Vor allem das A-Ha Coverstück „The Sun always shine on TV“ (im Duett zusammen mit Liv-Kristine!) ist hier wirklich hervorragend ausgefallen. Ich hatte eigentlich grundsätzlich bei dem Song meine Bedenken, da es sich hierbei um mein Lieblingsstück der Norweger handelt, aber Atrocity konnten diese Krux ausgezeichnet meistern.

Doch auch Songs wie der Depeche Mode Klassiker „People are People“, Bronski Beat´s „Smalltown Boy“ (wurde auch schon von Depressive Age und Paradise Lost sehr gut umgesetzt), dem Talk Talk One Hit „Such a Shame“ (mit grandiosen Twin Lead Gitarren im Mittelteil) oder dem sehr melodisch gehaltenen Eurythimics Knaller „Here comes the Rain again“ (absolut genial!) können bereits nach wenigen Durchgängen überzeugen, so dass eigentlich jeder Zweifel behoben wurde, dass Atrocity mit „Werk 80 II“ keinen würdigen Nachfolger schaffen könnten, denn qualitativ ist ihnen das durchaus gelungen.

Fazit: Wem das 1997er Album „Werk 80“ bereits gefallen hat, wird auch hier bedenkenlos zugreifen können. Ansonsten sei hiermit jedem offenen Metal Fan dieses Album wirklich ans Herz gelegt. Wer sowohl 80er Pop und Wave Songs, als auch Metal mag, MUSS sich „Werk 80 II“ einfach zulegen!

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