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Atrocity: Masters Of Darkness

Alles nicht so schlimm!
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 17:04
Release: 08.12.2017
Label: Massacre Records

Richtig gelesen: In der Genrebezeichnung der neuen Atrocity- EP steht wirklich „Death Metal“. Aufgrund der bewegenden und musikalisch äußerst facettenreichen Historie der Ludwigsburger ist das nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit. Wenngleich die Anfänge der Band felsenfest im Todesmetall auszumachen sind, wurde in den letzten Jahren, eigentlich sind es schon Jahrzehnte, doch sehr viel experimentiert. Man denke hier nur an die Coveralben. An dieser Stelle genauer auf Atrocitys abwechslungsreiche Diskografie einzugehen, hieße wohl Eulen nach Athen tragen. Außerdem zählt für den Augenblick nur die aktuelle EP „Masters Of Darkness“. 

Und die EP knallt ordentlich, den Punkt haben Atrocity gleich mal. Fette, druckvolle Produktion in der uns der Death Metal um die Ohren geschlagen wird. So muss das sein. Gitarren und Schlagzeug kommen gut zur Geltung, die Growls sowieso. Die sinfonische Begleitung ist ebenfalls passend eingebaut…jaaa…genau. Also wer sich jetzt von Atrocity eine lupenreine Death Metal- EP erhoffte, wird nun ein klitzekleines Bisl enttäuscht, denn sie konnten es nicht ganz lassen. Die vier Songs werden von weiblichem Operngesang begleitet und die Wucht des Albums somit um eine ordentliche Portion Bombast ergänzt. Jetzt mag sich der eine oder die andere sicher denken: „Och nööö!“ Nicht schon wieder so eine weichgespülte Scheiße!“ Aber halt, lasst euch gesagt sein, dass sich zwar Furchtbares vermuten lässt, aber auf „Masters Of Darkness“ ist es gar nicht so schlimm. Irgendwie haben es Atrocity geschafft, diese Mischung, die man so oder so ähnlich ja nun wirklich nicht nur im guten Sinne kennt, gelungen abzustimmen. Der flott rumpelnde Death Metal, richtig schnell wird es übrigens nicht, und die Bombasteinlagen passen gut zusammen, ergänzen sich und sorgen für ein stimmiges Gesamtbild mit Wucht. Hervorzuheben ist hier das Lied „Menschenschlachthaus“. Death Metal mit deutschen Texten kann durchaus peinlich werden. Aber auch hier gilt: Gar nicht so schlimm. Obwohl man alles recht gut versteht, kommt kein Fremdschämen auf, das spricht doch mal für den verantwortlichen Texter. Großes Lob und ein riesiges Dankeschön, da wird gezeigt, dass die Sache auch funktionieren kann. Inhaltlich geht es im Lied wohl über Krieg und wie unvorteilhaft dieser für das beteiligte Kanonenfutter ist. Kann man ja auch schlecht widersprechen. Im Bereich des deutschsprachigen Extrem-Metals stellt „Menschenschlachthaus“ zweifelsfrei ein Highlight dar.

Abschließend kommt noch hinzu, dass „Masters Of Darkness“ eine dieser Veröffentlichungen ist, die mit mehrmaligem Hören immer besser werden. Die Songs wachsen einem quasi mit mehrmaligem Hören immer mehr ins Ohr.

Fazit: Kann es für eine erfahrene und erfolgreiche Band wie Atrocity ein besseres Lob als „Ist alles gar nicht so schlimm“ geben? Eigentich nicht, oder? Selbstverständlich ist „Masters Of Darkness“ besser als „gar nicht so schlimm“, sogar viel besser. Hier liegt eine kleine, kurzweilige Überraschung vor, der man durchaus eine Chance geben sollte.

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“