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Atomwinter: Iron Flesh

Auf die Fresse statt Seele umschmeicheln!
Wertung: 7/10
Genre: Oldschool Death Metal
Spielzeit: 31:51
Release: 16.10.2015
Label: Black Skull Records

Auf ihrem zweiten Album “Iron Flesh“ leisten sich Atomwinter keinen Stilbruch und gehen nach wie vor mit Death Metal der alten Schule zur Sache. Das bedeutet sägende Gitarren, thrashiges Doublebass-Drumming mit Blastbeats, harsche Gesangsspuren mit Grave-mäßigem Grunzen und rauen Schreien, zum Besten gegeben von Oliver Holzschneider, der manchen als Sänger der Undergroundveteranen The Atmosfear ein Begriff sein dürfte. 

“Iron Flesh“ ist keine Scheibe, auf der lange gefackelt wird und nach einem kurzen Streicherintro gibt es in den nächsten dreieinhalb Minuten eine perfekte Zusammenfassung des ganzen Albums: eingängiges Riffing trifft auf treibendes Schlagzeug. Dabei fällt auf, dass Atomwinter kein Problem damit haben, auch mal vom Gas zu gehen, um auf schleppendes Vor-Sich-Hinwalzen runter zu bremsen und so noch brutaler in den nächsten Part überzugehen. Asphyx haben es vorgemacht und Atomwinter steigen begeistert auf das Konzept ein. Apropos Asphyx - der dritte Titel erinnert nicht nur vom Namen - “Mörser“ - an ein allzu bekanntes Lied der niederländischen Todesmaschinerie, auch der „Fire!“- Schrei mit anschließendem Midtempo-Gerümpel hat einen recht ähnlichen Ablauf. Ob das nun eine respektvolle Reminiszenz an große Vorbilder oder etwas zu schamloses Bedienen bei eingesessenen Ikonen ist, bleibt dem Ohr des Hörers überlassen. Festhalten kann man so oder so: Es donnert gewaltig. Die Kriegsthematik durchzieht nicht nur dieses Album, sondern das komplette Werk von Atomwinter. Das funktioniert und passt definitiv zur Musik - hart und direkt nach vorne. Deshalb hält sich die Band auch mit ausschweifenden Melodien oder Soli zurück, dafür ist keine Zeit im Krieg. 

In Sachen Produktion kehren die Niedersachsen dem Sound des Death Metals der Achtziger und Neunziger glücklicherweise den Rücken und liefern einen wuchtigen, verhältnismäßig klaren Klang, der vor allem dann für  Sympathiepunkte sorgt, wenn in angemessenen Portionen der Doom über das Schlachtfeld gestreut wird und einen z.B. in “Another Pain“ das Bedürfnis überkommt, zu jedem tiefen Akkord, zu jedem bassigen Schlag selbst auf etwas eindreschen zu müssen. 

Allgemein regt die Musik einen dazu an, sich zu bewegen, die Matte zu schütteln, die Fäuste in die Luft zu schmeißen oder direkt in den Krieg zu ziehen um dort im Alleingang aufzuräumen – all das prädestiniert Atomwinter für eine mitreißende Liveband. Die kurze Spielzeit von nur etwas mehr als einer halben Stunde ist in dem Fall nicht störend, sondern vielmehr die richtige Länge, um Songs der Sorte “Iron Flesh“ genießen zu können, ohne zuviel davon zu bekommen.

Zuletzt sei noch vermerkt, dass Atomwinter definitiv die Gabe für eine passende Albengestaltung haben. Die Band, die Thematik, der Sound, all das hat man symbolisch in das finstere Artwork gepackt, das die Front der Hülle ziert.

Man kann für “Iron Flesh“ also festhalten, dass hier erfahrene Musiker ordentlichen Death Metal ohne Kompromisse abliefern. Alles ohne erzwungenen „eigenen Touch“, dafür wird oftmals der Hut in Richtung Asphyx, Bolt Thrower und Konsorten gelupft, für deren Fans dieses Album ganz klar gemacht ist.

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