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Atomwinter: Atomic Death Metal

Noch Old Schooliger wäre bereits historisch
Wertung: 7/10
Genre: Old School Death Metal
Spielzeit: 37:55
Release: 15.02.2013
Label: Black Skull Records

Atomwinter – der Bandname ist ja nicht so originell. Trotzdem sollte man das Buch oder in dem Fall die CD nicht nach dem Cover (das auch eher aus der Feder eines C-Künstlers stammen dürfte) bewerten. Die Göttinger Formation verspricht reinen Old-School-Death-Metal ohne Schnörkel und Kompromisse. Sehr roh soll die Musik natürlich gleichzeitig auch noch sein.

Und tatsächlich, das Quintett liefert auf dem Debütsilberling einige astreine Death-Metal-Hymnen, die Potenzial haben. Totalausfälle gibt es auch keine, also ist die Grundprognose schon mal nicht schlecht. Die Kompositionen ähneln am ehesten Bands wie Bolt Thrower oder Asphyx. Sie rumpeln mal schleppend, mal thrashig schnell aus den Boxen, verlieren aber nie den Charme diverser Old-School-Veröffentlichungen. Teilweise fühlt man sich tatsächlich um 20 Jahre in der Zeit zurückversetzt. Dabei ist der Bolt Thrower–Einschlag am deutlichsten zu erkennen. Eigentlich klingen alle Songs irgendwo zumindest minimal nach den Death-Metal-Heroen. Atomwinter unternehmen auch nicht den kleinsten Versuch, sich abzuheben. Sie fühlen sich mit ihrer Musik offensichtlich so wohl, dass sie keine Lust haben, etwas neues zu kreieren, abzuwandeln oder umzuformen. Anhänger der ursprünglichen Todesmusik dürften darüber entzückt sein. Ganz ohne moderne Verwaschungen kann man hier der Lieblingsmusik frönen.

Das kann zwar mitunter stellenweise etwas langatmig werden, aber an anderen Punkten geht es auch richtig frisch und fast schon fröhlich ans Werk. Es wird munter drauf los geschreddelt. Der Titelsong kann da als Beispiel für alle Hochs und Tiefs der ganzen Platte herangezogen werden. Diese eine Nummer beinhaltet alle Stärken und Schwächen, die auf der restlichen Scheibe mehr oder weniger oft zu finden sind. Neben schönen und flotten Passagen haben sich in der Nummer auch träge und trübe Momente breit gemacht, die sich zwar nicht durchsetzen können, aber trotzdem nicht von der Hand zu weisen sind.

Erfreulicherweise bleiben diese Durststrecken, die sich meist in den ruhigeren Passagen finden lassen, deutlich in der Minderheit. Meist gibt es ordentlich auf die Mütze, und das gleich mehrfach. Zweifach zumindest. In erster Linie sorgt der Sound und die rohe Aufmachung für einen bestialischen Hörgenuss, aber auch der Gesang, falls man das so nennen darf, steuert einen großen Teil dazu bei. Wie vier kaputte Radlager und eine defekte Bremsanlage beim Auto klingt der teils kehlige und teils gutturale Gesang des Fronters Christopher. Er verleiht den Titeln oft noch einmal Pepp, wenn man schon versucht war, die Skip-Taste zu betätigen. Noch dazu passt sein Gegröle ganz genau zum Sound der Band.   

Zusammenfassend kann man die Platte als wenig innovativ, aber sehr mitreißend bezeichnen. Wenn man auf älteren und rohen Death Metal steht, dann ist man hier gut bedient. Wer an den ersten drei Minuten keinen Gefallen finden kann, der braucht auch nicht weiterhören, denn es wird sich nichts mehr ändern.    

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