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Atlanta Arrival: A Tale Of Two Cities

Atlanta Arrival treten allzu oft auf die Bremse
Wertung: 6,5/10
Genre: Pop-Punk, Emo, Alternative Rock
Spielzeit: 34:29
Release: 06.12.2019
Label: Midsummer Records

Es war ein herber Schlag für Atlanta Arrival: Gerade erst aus den Resten von The Satellite Year neu gegründet und mitten in den Albumaufnahmen zum Debüt, verstarb Drummer Björn viel zu jung an einem Gehirntumor. Dass vorher noch alle Schlagzeugspuren aufgenommen worden waren, grenzt da fast an ein Wunder. Schnell war klar: Die Platte muss fertig werden, also berappelte sich die Truppe, formierte sich mit Schlagzeuger David neu und brachte Anfang Dezember den Erstling „A Tale Of Two Cities“ heraus.

Musikalisch bieten die zehn Songs eine erstaunlich optimistisch anmutende Mischung aus Alternative Rock, Emo-Anleihen und Pop-Punk, was sich vor allem im Doppelgesang niederschlägt. Dabei kratzen die sechs Herren gerade bei Songs wie „Fiction, Once Again“ schon mal hart an der Kitschgrenze, strecken auch mal einen Fuß in pathetische Gewässer, kriegen aber meistens wieder ganz gut die Kurve, den genannten Song mal ausgenommen. Härtere Gitarrenfahrten und Screams sucht man aber größtenteils eher vergeblich.

Bei Titeln wie „A Girl‘s Heart“ können sich dann schon mal die Füße hochrollen, das Sextett kriegt aber einen erstaunlich runden und druckvollen Refrain auf die Reihe, wenn auch der Gesang in den Strophen teils etwas dünn wirkt. Kein schlechter Einstand trotzdem, der schon zeigt, dass Atlanta Arrival musikalisch einiges in petto haben. „Why“ hat dann noch deutlich mehr Biss, hier passt der leicht nölige Gesang auch zur Emo-Attitüde – tanzbar präsentiert sich der Track außerdem.

„Twins“ startet dann ähnlich vielversprechend, kann das Tempo aber leider nicht halten – oder die Jungs treten absichtlich zu früh auf die Bremse. So oder so, im Refrain punktet das Stück durchaus, wenn man sich für Pop-Punk begeistern kann. Der stärkste Track der Scheibe schließlich ist mit Abstand das elektro-poppig startende „Misfit“, das auch hier wieder in den Strophen etwas fad wirkt, aber im Refrain sehr deutlich mit US-amerikanisch angehauchtem Pop-Punk punkten kann. Automatisch ist man erinnert an Acts wie Blink-182 oder auch Good Charlotte – wer die Musik mag, wird hier einen wahren Ohrwurm finden.

Die große Stärke von Atlanta Arrival besteht tatsächlich in ohrwurmtauglichen Refrains, von denen man auf „A Tale Of Two Cities“ einige findet. Oftmals wirken die Strophen im direkten Vergleich zu blutleer, zu schwach, um mit den dynamischen Refrains konkurrieren zu können. Sicherlich ist da noch Potential nach oben, wenn ein bisschen am Tempo gefeilt wird – denn allzu oft treten Atlanta Arrival auf die Bremse, wo dies gar nicht nötig wäre. Mut zu mehr Tempo ist hier durchaus angebracht – mal sehen, was die nächste Scheibe so bringt.

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